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Das Moskauer Patriarchat im Nahen Osten

  • Friedrich-Wilhelm Fernau

Zusammenfassung

Am 17. April 1970 verschied der Moskauer Patriarch Alexei (Simanski) im hohen Alter von 93 Jahren. Gewählt im Februar 1945, hatte er ein Vierteljahrhundert lang der russischenKirche vorgestanden. Alexei, ein Mann aus der Oberschicht des alten Rußland, war der dritte russische Patriarch, seit das von der Kirchenreform Peters des Grossen abgeschoffte Patriarchat von Moskau im Jahre 1917 wiederhergestellt worden war. Als er sein hohes Amt antrat, befand sich die russische Kirche noch in nahezu völliger Isolierung von der Außenwelt. Während Alexeis Amtsführung hatte sich das Moskauer Patriarchat wieder der Mitarbeit an der gesamtorthodoxen und auch der ökumenischen Entwicklung geöffnet. Einer alten Tradition folgend, war es besonders im Nahen Osten nach langer Unterbrechung wieder in Erscheinung getreten. Diese Aktivität stimmte mit den Intentionen der Sowjetdiplomatie überein und wurde offensichtlich von dieser ermuntert und unterstützt. Bereits die Orientpolitik des Zarenreiches hatte sich der russischen Kirche und des Einflusses der russischen Orthodoxie bedient. Darauf hat sich die Sowjetunion nach dem zweiten Weltkrieg wieder besonnen, wenn sie als atheistischer Staat auch nicht mehr als »Protektor der Orthodoxie« auftreten konnte und wollte, wie es die Zaren gegenüber dem Osmanischen Reich getan hatten.

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© Leske Verlag + Budrich GmbH 1976

Authors and Affiliations

  • Friedrich-Wilhelm Fernau

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