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Brünings „Schweigen für Deutschland“

  • Rudolf Morsey
Chapter
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Part of the Rheinisch-Westfälische Akademie der Wissenschaften book series (VG, volume G 202)

Zusammenfassung

Heinrich Brüning konnte Deutschland am 21. Mai 1934, von Hermann Muckermann über die Grenze nach Holland gebracht, unbemerkt verlassen, fünf Wochen vor der ersten Mordwelle der Hitler-Diktatur im Zusammenhang mit dem Röhm-„Putsch“10. Der damals 49jährige Exkanzler gelangte über die Niederlande zunächst nach Großbritannien und wenig später in die Schweiz. Nach einem mehrjährigen rast- und ruhelosen Wanderleben zwischen der alten und der neuen Welt fand er seit 1939 in den USA eine zweite Heimat11. Seine Leidensgefährten in der Emigration warteten — ebenso wie und die Auflösung der Weimarer Republik, in: Vierteljahrsh. für Zeitgesch. 19, 1971, S. 115.

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Literatur

  1. 10a.
    Dazu vgl. Hermann Muckermann, Wie Heinrich Brüning am 21. Mai 1934 Deutschland verließ, in: Deutsche Rundschau 71, 1948, S. 112ff. Auch abgedruckt (ohne Hinweis auf die Erstveröffentlichung) in: Der christliche Sonntag (Freiburg i. Br.) 8, 1956, S. 213f. Über Brünings Entkommen aus Deutschland kursieren zahlreiche falsche Anschauungen, wobei die angebliche Unterstützung durch die britische Botschaft in Berlin eine Rolle spielt.Google Scholar
  2. 10b.
    Bisher nicht verifizierbar ist auch die Aussage von John Wheeler-Bennett: „I was one of the group of English friends who arranged his escape across the Dutch frontier.“ The End of the Weimar Republic, in: Foreign Affairs 50, 1972, S. 368. — Vor einigen Jahren habe ich es erstmals als „wahrscheinlich“ bezeichnet (Brüning, ein Staatsmann, s. Anm. 12, S. 108), daß Brüning 1934 die Warnung, daß sein Leben bedroht sei, von einem Berliner Kriminalrat bei der Gestapo (Lothar Wandel) erhalten habe, so daß er sich einer drohenden Verhaftung entziehen konnte. Diese Vermutung, ausgesprochen auf Grund einer entsprechenden Aussage Wandels in seinem Entnazifizierungsverfahren 1947 (vgl. Neues Tageblatt, Osnabrück, vom 11. Juni 1947), wird bestätigt durch Brünings Brief vom 24. Februar 1948 an Mona Anderson. Briefe II, S. 118. Unklar ist noch, ob Wandel seine Information von Walter Buch, dem Vorsitzenden des NSDAP-Parteigerichts, erhalten hat, den Brüning in einem Gespräch vom Juni 1953 mit Helmut Krausnick als denjenigen bezeichnete, der ihn habe warnen lassen.Google Scholar
  3. 10c.
    Vgl. M. McKale, The Nazi-Party Courts. Kansas 1974, S. 129. Bei dieser Gelegenheit hat Brüning allerdings ein falsches Datum seiner Flucht (nämlich den 27. Juni 1934) genannt.Google Scholar
  4. 11a.
    Brünings bisher nur schwer rekonstruierbares Itinerar in der Emigration, insbesondere bis 1939, läßt sich an Hand der neuen Briefauswahl-Bände (s. Anm. 2) und der dort den einzelnen Jahrgängen vorangestellten Erläuterungen der Herausgeberin immer noch nicht vollständig rekonstruieren, zumal eine entsprechende tabellarische Aufstellung fehlt. Zu klären bleibt auch, wie der Exkanzler bis 1939, vor der Übernahme seiner Professur an der Harvard-Universität, seine zahllosen Reisen innerhalb Europas sowie zwischen Europa und den USA finanziert hat, da er Deutschland ohne Geld verlassen mußte und bis 1936 ausschließlich auf die Gastfreundschaft Dritter angewiesen blieb. Dazu vgl. die Vorbemerkungen von Claire Nix zur Briefauswahl für die Jahre 1934 und 1935, in: Briefe I, S. 21, 55; George N. Shuster, In Amerika und Deutschland. Frankfurt a. M. 1956, S. 144;Google Scholar
  5. 11b.
    Gottfried R. Treviranus, Für Deutschland im Exil. Düsseldorf 1973, S. 42,Google Scholar
  6. 11c.
    Gottfried R. Treviranus, Für Deutschland im Exil. Düsseldorf 1973, S. 45.Google Scholar
  7. 12.
    Vgl. Rudolf Morsey, Brüning, ein Staatsmann aus Westfalen, in: Zwischen Ruhrkampf und Wiederaufbau (Beitr. zur neueren Landesgesch. des Rheinlandes und Westfalens, Bd. 5), hrsg. von Walter Forst. Köln 1972, S. 108f. Am 4. Juni 1947 teilte Brüning Johannes Maier-Hultschin mit: „Each of the German memoirs which appears here has a hit against me.“Google Scholar
  8. 13.
    Vor allem in seinem Vortrag von 1946 „The Statesman“ in Chicago (gedr. in: The Works of the Mind, hrsg. von Robert B. Heywood. Chicago 1947, S. 93ff., wiederabgedruckt nach der dt. Übersetzung in Polit. Vierteljahresschr. 6, 1965, S. 325ff., in: Heinrich Brüning, Reden und Aufsätze eines deutschen Staatsmanns, hrsg. von Wilhelm Vernekohl [†] unter Mitwirkung von Rudolf Morsey. Münster 1968, S. 189ff.) sowie in einem Brief vom 17. April 1947 an Rudolf Pechel (Dt. Übersetzung in: Deutsche Rundschau 70, 1947, H. 7, S. 1ff.; abgedr.: ebd., S. 224ff. Nach diesem leichter zugänglichen Abdruck wird der Brief künftig zitiert).Google Scholar
  9. 14a.
    Hindenburg. The Wooden Titan. London, New York 1936. Neuausgabe London 1967. Deutsche Übersetzung Tübingen 1969.Google Scholar
  10. 14b.
    Dazu vgl. Werner Conze, Brüning als Reichskanzler, in: Histor. Zs. 214, 1972, S. 330.Google Scholar
  11. 15.
    Am 21. Dezember 1970 hat Claire Nix (Norwich/Vermont) Josef Hofmann (Aachen) mitgeteilt, Kampmann wolle später eine „ausführlichere Geschichte der Veröffentlichung“ der Memoiren schreiben. Diese Darstellung ist bisher nicht erschienen.Google Scholar
  12. 17.
    Später (1955) änderte Brüning sein Testament. S. Anm. 61.Google Scholar
  13. 18.
    Bundesarchiv Koblenz, Nachlaß Maier-Hultschin, Nr. 5.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1975

Authors and Affiliations

  • Rudolf Morsey

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