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Auf der Suche nach der Wirklichkeit der Großparteien in der Bundesrepublik Deutschland

  • Alf Mintzel
Part of the Schriften des Zentralinstituts für sozialwissenschaftliche Forschung der Freien Universität Berlin book series (SZFB, volume 70)

Zusammenfassung

Struktur und Politik der Großparteien der Bundesrepublik Deutschland, in der Regel “Volksparteien” genannt, sind seit Jahrzehnten Gegenstand zahlreicher theoretischer Erörterungen und empirischer Analysen. Auf der sozialwissenschaftlichen Suche nach der Wirklichkeit der Großparteien wurden verschiedene Typologisierungsversuche unternommen2. Die bekannteste und am meisten diskutierte Typologie stammt von Otto Kirchheimer, der in den “echten Volksparteien”, “Allerweltsparteien” oder “Catch-all Parteien” — er verwendete diese Termini synonym — einen nach dem Zweiten Weltkrieg neu entstandenen und neu entstehenden Parteitypus sah3. Diesen neuen Parteitypus hielt er für ein allgemeines Entwicklungsprodukt der fortgeschrittenen Industriegesellschaften des Westens, für eine höher entwickelte Organisationsform und für ein besser funktionierendes Handlungssystem als den älteren Typus der demokratischen Massenintegrationspartei und seiner Varianten (SPD und Zentrum bis 1933). Der neue Typus der “echten Volkspartei” habe eine höhere Integrationskapazität, eine höhere Problemlösungskapazität und zeichne sich durch eine breitere Legitimationsbasis aus.

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Literatur

  1. 1.
    Bei dem hier vorgelegten Beitrag handelt es sich um überarbeitete und um die Kapitel 1, 5 und 8 ergänzte Teile meines auf dem Berliner Symposion am 25. November 1988 vorgelegten Thesenpapiers “Großparteien in der Bundesrepublik Thesen zu ihrer Entwicklung und Situation”. Andere Teile des ursprünglichen Thesenpapiers wurden bereits veröffentlicht: Alf Mintzel, Großparteien im Parteienstaat der Bundesrepublik Deutschland, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament, B 11/1989, 10. März 1989, S. 3–14. Ich weise hier ausdrücklich darauf hin, daß der letztgenannte und der vorliegende Beitrag in vielen Teilen nicht identisch sind. Nur die Kapitel 2 und 7 dieses Beitrages haben gemeinsame, jedoch überarbeitete Textteile. Der Beitrag beruht außerdem auf meinem Working-Paper “Großparteien in der Bundesrepublik Deutschland. Zur Theorie und Empirie der Großparteien in modernen Industriegesellschaften mit parteienstaatlich-demokratischer Herrschaftsorganisation”. Dieses rund 250 Seiten umfassende Working-Paper legte ich am 15. Juli 1989 im internationalen “steering committee” für das Projekt “Volksparteien” (Universität Mannheim, Forschungsstelle für gesellschaftliche Entwicklung) vor. Alle Beiträge fanden in Auszügen Eingang in das von Rudolf Wildenmann publizierte Buch Volksparteien — ratlose Riesen? Eine Studie unter Mitarbeit von Werner Kaltefleiter, Manfred Küchler, Alf Mintzel, Karl-Heinz Naßmacher, Hans-Martin Pawlowski, Thomas Poguntke, Gunnar Sjöblom, Gordon Smith, Ulrich Widmaier, Baden-Baden: Nomos 1989. Darin stammen insbesondere die Seiten 34–38, 113–114, 117–123 und die Seiten 146–148 aus meiner Feder.Google Scholar
  2. 2a.
    Siehe Alf Mintzel, Die Volkspartei, Opladen: Westdeutscher Verlag 1984, S. 296;Google Scholar
  3. 2b.
    ders., Abschied von einem Phantom, in: Jürgen W. Falter/Christian Fenner/Michael Th. Greven (Hrsg.), Politische Willensbildung und Interessenvermittlung, Opladen: Westdeutscher Verlag 1984, S. 61–77.Google Scholar
  4. 3.
    Otto Kirchheimer, Der Wandel des westeuropäischen Parteiensystems, in: Politische Vierteljahresschrift, 6. Jg. 1965, S. 20–41.Google Scholar
  5. 4.
    Vgl. ebd., S. 39 f.Google Scholar
  6. 5a.
    Vgl. hierzu die ausführliche Erörterung bei Mintzel, Die Volkspartei (Anm. 2)Google Scholar
  7. 5b.
    und ders., Abschied von einem Phantom (Anm. 2), sowie neuere Beiträge zur sogenannten Volksparteiproblematik,Google Scholar
  8. 5c.
    zum Beispiel: Manfred G. Schmidt, Allerweltsparteien in Westeuropa, in: Leviathan, Jg. 13, H. 3, 1985, S. 376–397;Google Scholar
  9. 5d.
    Richard Stöss, Otto Kirchheimer als Parteientheoretiker, in: Wolfgang Luthardt/Alfons Söllner (Hrsg.), Verfassungsstaat, Souveränität, Pluralismus, Opladen: Westdeutscher Verlag 1989, S. 189–197.CrossRefGoogle Scholar
  10. 6a.
    Die theoretischen oder modell-konstruktiven Einwände gegen die Typologisierung lassen sich wie folgt zusammenfassen: (1) Im Modell von Downs tendiert das Modell-Konstrukt “multi-policy party” nur im (extrem vereinfachenden) Modell-Fall im Modell-Zweiparteiensystem bei gegebener unimodaler Verteilung der Wählerpräferenzen dazu, sich zum Modell-Konstrukt einer “catch-all party” zu entwickeln. Nur in dieser Modell-Version hat Downs die “catch-all party” Otto Kirchheimers quasi vorweggenommen. Diese Tendenz zu catch-all-Strategien wird aber im Modell auf einen, wenngleich breiten Ausschnitt eingeschränkt. (2) Der Typ einer voll ausgebildeten “catch-all party” ist im Modell von Downs nur in zwei Extremfällen denkbar: (a) im Fall völliger ideologisch-programmatischer Konvergenz und Identität der “multi-policy parties”; (b) im Fall ihrer die Modell-Demokratie sprengenden Umwandlung in totalitäre “catch-all parties”. Im ersten Fall würde die von Downs betonte “Rationalitätskrise” eintreten. Dieser Extremfall findet realiter nicht statt. Im zweiten Fall wären die Randbedingungen des Modells aufgehoben: das demokratische Regelspiel. (3) Downs hat an keiner Stelle den Begriff “catch-all party” eingeführt oder gebraucht. as Modell der “multi-policy party” kann ebenso “large party” sein wie eine “minority party” Die Modell-Partei Downs ist kein Entwicklungstypus oder irgendwie spezifizierter Strukturtypus (im Sinne von Otto Kirchheimer). (4) Die deutsche Übersetzung der “multi-policy party” Downs’ (1957) mit dem von tto Kirchheimer entlehnten Begriff “Allerweltspartei” ist in doppelter Hinsicht problematisch: (a) der Terminus “catch-all party”/“Allerweltspartei” von Kirchheimer bezeichnet einen Realtypus, während die Downs’sche “multi-policy party” ein Modell-Konstrukt ist (wissenschaftslogisch unstatthafter Wechsel der Ebenen Modell/Realität!); (b) die strukturell-funktionalen Merkmale/Charakteristika des Realtypus “catch-all party”/“Allerweltspartei” können auch sinngemäß nicht mit dem Modell-Konstrukt von Downs ineinsgesetzt werden — die Begriffe bedeuten etwas Verschiedenes; (c) der Begriff “Allerweltspartei” stellt in der Entwicklungstypologie Kirchheimers einen spezifisch neuen strukturell-funktionalen Entwicklungstyp der Großpartei dar, (d) die “catch-all party”/“Allerweltspartei” ist — modellhaft gedacht und logisch strikt definiert — nur im Extremfall der völligen ideologisch-programmatischen Konvergenz/Identität bzw. als “totalitäre Partei” denkbar (siehe Punkt 2). Die deutsche Übersetzung hat insofern zur weiteren Begriffskonfusion beigetragen. (5) Die deutsche Übersetzung (1965) der Kirchheimerschen Begriffsvarianten der “postwar catch-all party”, der Begriffe “catch-all peoples’ parties” (“catch-all ‘people’s”) mit dem Doppelbegriff “echte Volkspartei”/“Allerweltspartei” hat die terminologische Konfusion in doppelter Hinsicht gefördert: (a) In den deutschen Terminus “Allerweltspartei” geht bereits eine weitere Interpretation Kirchheimers ein. (b) Die Übersetzung hat durch die Kreation dieses Synonyms eine Gleichsetzung/Ineinssetzung der beiden jeweils für sich problematischen Termini herbeigeführt. (c) Mit dem Begriff “Allerweltspartei” ist die negative Konnotation des “Allerwelts…”-Zusatzes in der deutschen Umgangssprache in die fachwissenschaftliche Diskussion hineingetragen worden. (d) Die negative Konnotation hat einer weiteren ideologischen Aufladung des Begriffs “Allerweltspartei”/“catch-all party” auch in der fachwissenschaftlichen Diskussion Vorschub geleistet. (6) Der Begriff “catch-all party”/“Allerweltspartei” hat auf dem Wege seiner zusätzlichen ideologischen, negativen Aufladung in der fachwissenschaftlichen Diskussion eine Extremisierung durchgemacht: Die “Allerweltspartei” wird in der “radikallinken” Kritik zur “Jedermannspartei”/“Omnibuspartei” mit einem programmatischen “Warenhauskatalog”, in der “grün-alternativen” Kritik zur veralteten “Mega-Struktur”, die es jedem recht machen will, in der erzkonservativen Kritik zur “geistig entarteten Superstruktur in wabernder Schicht”. Damit ist der Phantom- und Buhmann-Existenz der imaginären “Allerweltspartei” wesentlich Vorschub geleistet worden. (7) Die “catch-all party” bzw. die “Allerweltspartei” ist ein Konstruktionsmythos bzw. ein Übersetzungsphantom, das realiter niemals existiert hat. Die Parteienlehre sollte sich in ihrer Terminologie von diesem Phantom endgültig trennen. Vgl. zu diesen sieben Punkten: Anthony Downs, An Economic Theory of Democracy, New York: Harper & Row 1957 (dt. Ausgabe: Ökonomische Theorie der Demokratie, Tübingen: J.C.B. Mohr/Paul Siebeck 1968);Google Scholar
  11. 6b.
    Otto Kirchheimer, Der Wandel (Anm. 3), S. 20–41;Google Scholar
  12. 6c.
    ders., Parteistruktur und Massendemokratie in Europa, in: Archiv des öffentlichen Rechts, 79. Jg., H. 3, 1953/54, S. 301–325;Google Scholar
  13. 6c.
    ders., The Transformation of the Western European Party System, in: Joseph LaPalombara/Myron Weiner (Hrsg.), Political Parties and Political Development, Princeton,New Jersey: Princeton University Press 1966, S. 177–200.Google Scholar
  14. 7a.
    Die Auffassung, daß nach 1945 die Realität der demokratischen Großparteien in Westdeutschland bzw. in der Bundesrepublik Deutschland niemals oder nur partiell der typologischen Konzeptualisierung Otto Kirchheimers entsprochen hat, teilen inzwischen so gut wie uneingeschränkt: Christian Fenner, Parteiensystem und politische Kultur, in: Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft, H. 1, 1984, S. 49;Google Scholar
  15. 7b.
    Hermann Schmitt, Das Parteiensystem der Bundesrepublik Deutschland (Kurseinheit 1), Fernuniversität Hagen 1987, S. 57;Google Scholar
  16. 7c.
    Rudolf Wildenmann, The Party Government of the Federal Republic of Germany, in: Richard S. Katz (Hrsg.), Party Governments, Berlin/New York: de Gruyter 1987, S. 105.Google Scholar
  17. 7d.
    Die Auffassung, daß der Begriff “Volkspartei”, in welcher typologischen Bedeutung er auch immer gebraucht wird, angesichts der Organisationswirklichkeit der Großparteien der Präzisierung und Korrektur bedarf, teilen: Peter Haungs, Parteiendemokratie der Bundesrepublik, Berlin: Colloquium-Verlag 1980, S. 91;Google Scholar
  18. 7e.
    Wolfgang Jäger, Bürgerinitiativen — Verbände — Parteien, in: Bernd Guggenberger/Udo Kempf (Hrsg.), Bürgerinitiativen und repräsentatives System, Opladen: Westdeutscher Verlag 1984, S. 220.Google Scholar
  19. 8.
    Gordon Smith, The German Volkspartei and the Career of the Catch-Ail Concept, in: Herbert Döring/Gordon Smith (Hrsg.), Party Government and Political Culture in Western Germany, London and Basingstoke: The Macmillan Press 1982, S. 59–76.Google Scholar
  20. 9.
    Ebd., S. 65–67.Google Scholar
  21. 10.
    Ebd.; vgl. auch Gordon Smith, Does West German Democracy Have An “Efficient Secret”?, in: William E. Paterson/Gordon Smith, The West German Model, London: Frank Cass 1981, S. 166–176.Google Scholar
  22. 11a.
    Ebd., S. 169 f.,Google Scholar
  23. 11b.
  24. 12.
    Martin Broszat/Klaus Dietmar Henke/Hans Woller, Von Stalingrad zur Währungsreform, München: Oldenbourg 1989.Google Scholar
  25. 13.
    Vgl. ebd., S. XXV–XLVIII.Google Scholar
  26. 14.
    Smith, The German Volkspartei (Anm. 8), S. 59.Google Scholar
  27. 15.
    Smith, Does West German Democracy (Anm. 10), S. 169 f.Google Scholar
  28. 16.
  29. 17a.
    Vgl. Mintzel, Großparteien im Parteienstaat (Anm. 1), S. 3–14;Google Scholar
  30. 17b.
    ders., Abschied von einem Phantom (Anm. 2), S. 61–77.Google Scholar
  31. 18a.
    Vgl. Alf Mintzel/Hermann Schmitt, Krise der Parteiendemokratie?, in: Politische Bildung, 14. Jg. 1981, S. 3–16;Google Scholar
  32. 18b.
    Klaus von Beyme, Krise des Parteienstaates — ein internationales Phänomen?, in: Joachim Raschke (Hrsg.). Bürger und Parteien, Opladen: Westdeutscher Verlag 1982, S. 87–100;CrossRefGoogle Scholar
  33. 18c.
    Mintzel, Großparteien im Parteienstaat (Anm. 1), S. 8–10.Google Scholar
  34. 19a.
    Siehe z.B. Ulrich von Alemann, Der Wandel organisatorischer Interessen in der Bundesrepublik, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament, B 49/1985, S. 3–21;Google Scholar
  35. 19b.
    ders., Organisierte Interessen in der Bundesrepublik, Opladen: Westdeutscher Verlag 1987.CrossRefGoogle Scholar
  36. 20a.
    Vgl. Alf Mintzed, Die CSU. Anatomie einer konservativen Partei, Opladen: Westdeutscher Verlag 1978, S. 301–526;Google Scholar
  37. 20b.
    ders., Zur Entwicklung des Parteiensystems zwischen 1961 und 1966, in: Dietrich Staritz (Hrsg.), Das Parteiensystem der Bundesrepublik, Opladen: Leske & Budrich 1980, S. 172;Google Scholar
  38. 20c.
    ders., Die Volkspartei (Anm. 2), S. 316–320.Google Scholar
  39. 21.
    Vgl. Mintzel/Schmitt, Krise der Parteiendemokratie? (Anm. 18), S. 87–100.Google Scholar
  40. 22a.
    Vgl. die kritische Auseinandersetzung mit den Catch-all-Konzepten von Mintzel, Die Volkspartei (Anm. 2);Google Scholar
  41. 22b.
    ders., Abschied von einem Phantom (Anm. 2) S. 61–77;Google Scholar
  42. 22c.
    ders., Großparteien im Parteienstaat (Anm. 1), S. 3–8, mit zahlreichen Literaturhinweisen.Google Scholar
  43. 23.
    Vgl. hierzu zum Beispiel die theoretischen Bemühungen von Richard Stöss, Struktur und Entwicklung des Parteiensystems der Bundesrepublik — Eine Theorie, in: Richard Stöss (Hrsg.), Parteien-Handbuch, Bd. 1, Opladen: Westdeutscher Verlag 1983, S. 145–184.Google Scholar
  44. 24a.
    Vgl. Mintzel, Großparteien im Parteienstaat (Anm.1), S. 5;Google Scholar
  45. 24b.
    Schmidt, Allerweltsparteien in Westeuropa (Anm. 5), S. 388.Google Scholar
  46. 25a.
    Zur Bestätigung dieser Aussage ließen sich zahlreiche empirische Untersuchungen anführen. Hier seien zum Beispiel genannt: Emil-Peter Müller, Die sozio-ökonomische und verbandliche Struktur des VIII. Deutschen Bundestages, Köln: Deutscher Instituts-Verlag 1977;Google Scholar
  47. 25b.
    Ursula Hoffmann-Lange, Elitenforschung in der Bundesrepublik Deutschland, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament, B 47/1983,S. 11–25;Google Scholar
  48. 25c.
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  49. 26.
    Vgl. Wladimir Schenajew, Die SPD ist wie die CDU, in: Wirtschaftswoche, 27. Jg., H. 16 v. 13. 4. 1973, S. 68–72.Google Scholar
  50. 27a.
    Vgl. Schmitt, Das Parteiensystem (Anm. 7), S. 39,Google Scholar
  51. 27b.
    Hermann Schmitt, Das Parteiensystem der Bundesrepublik Deutschland (Kurseinheit 1), Fernuniversität Hagen 1987, 53;Google Scholar
  52. 27c.
    Schmidt, Allerweltsparteien in Westeuropa (Anm. 5), S. 382;Google Scholar
  53. 27d.
    John C. Thomas, The Decline of Ideology in Western Political Parties, in: Sage Professional Papers, Contemporary Political Sociology Series 1, 1974/75.Google Scholar
  54. 28a.
    Auf diesen Mischtypus-Charakter habe ich schon mehrmals aufmerksam gemacht. Vgl. Mintzel, Die Volkspartei (Anm. 2), S. 166;Google Scholar
  55. 28a.
    ders., Hauptaufgaben der Parteienforschung, in: Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft, H. 3, 1987, S. 233.Google Scholar
  56. 30.
    Vgl. Detlev Preuße, Gruppenbildungen und innerparteiliche Demokratie, Königstein/Ts.: Hain 1981.Google Scholar
  57. 31.
    Vgl. zum organisationssoziologischen Begriff “loosely coupled system” Karl E. Weick, Educational Organizations as Loosely Coupled Systems, in: Administrative Science Quarterly, 21. Jg. 1976, S. 1–19.Google Scholar
  58. 32.
    Insofern erscheint es auch problematisch, in Abgrenzung von den Großparteien die Grünen als eine “neue linke Milieupartei” zu bezeichnen. Vgl. Hans-Joachim Veen, Die Anhänger der Grünen — Ausprägung einer neuen linken Milieupartei, in: Manfred Langner (Hrsg.), Die Grünen auf dem Prüßtand, Bergisch-Gladbach: Bastei Lübbe 1987, S. 60–127; s. hierzu Heinrich Oberreuter, ParteienZwischen Nestwärme und Funktionskälte, Osnabrück: Fromm 1983, S. 63–75.Google Scholar
  59. 33a.
    Elmar Wiesendahl, Wie politisch sind politische Parteien?, in: Falter/Fenner/Greven, Politische Willensbildung und Interessenvermittlung (Anm. 2), S. 83;Google Scholar
  60. 33b.
    vgl. auch Reinhold Roth/Elmar Wiesendahl, Strukturbesonderheiten politischer Parteien, in: Heino Kaack/Reinhold Roth (Hrsg.), Forschungsgruppe Parteiendemokratie, Analysen und Berichte Nr. 13, Bremen 1985;Google Scholar
  61. 33c.
    Reinhold Roth/Elmar Wiesendahl, Das Handlungs- und Organisationsmuster politischer Parteien, in: Heino Kaack/Reinhold Roth (Hrsg.), Forschungsgruppe Parteiendemokratie, Analysen und Berichte Nr. 17, Bremen 1986, S. 9: “Parteien sind strukturell stückwerkartige, d.h. zieldiffuse, regelungsschwache und fragmentierte Organisationsgebilde mit innersystemisch zersplitterten und ausgegrenzten horizontal und vertikal abgeschütteten, halbwegs autonomen Struktur- und Handlungsbereichen, die zueinander jeweils Umwelten bilden und lose verkoppelte und punktuelle Beziehungen aufweisen. In der lose verkoppelten Fragment- und Stückwerkstruktur der Partei vereinigen sich so gegenläufige Merkmale wie Verdichtung und Verdünnung, Verschränkungen und Entkoppelung, Grenzschaltung und -diffusion, Integration und Segregation sowie Spezifität und Diffusität der Beziehungen.” Diese analytische Beschreibung deckt sich in vieler Hinsicht mit meinen Forschungsbefunden.Google Scholar
  62. 34.
    Wiesendahl, Wie politisch sind politische Parteien? (Anm. 33), S. 83–85.Google Scholar
  63. 35.
    Vgl. zum Zentralisierungs-/Dezentralisierungsaspekt zum Beispiel Wulf Schönbohm, Die CDU wird moderne Volkspartei, Stuttgart: Klett-Cotta 1985, S. 298 f.Google Scholar
  64. 36.
    Vgl. z.B. Klaus von Beyme, Parteien in westlichen Demokratien, München: Piper 1982, S. 276–282.Google Scholar
  65. 37a.
    Dazu gibt es inzwischen eine Reihe empirischer Untersuchungen. Vgl. zum Beispiel Hermann Scheer, Die nachgeholte Parteibildung und die politische Säkularisierung der CDU, in: Wolf-Dieter Narr (Hrsg.), Auf dem Weg zum Einparteienstaat, Opladen: Westdeutscher Verlag 1977, S. 149–172;CrossRefGoogle Scholar
  66. 37b.
    Schönbohm, Die CDU wird moderne Volkspartei (Anm. 35);Google Scholar
  67. 37c.
    Mintzel, Die CSU (Anm. 20);Google Scholar
  68. 37d.
    ders., Geschichte der CSU, Opladen: Westdeutscher Verlag 1977.CrossRefGoogle Scholar
  69. 38a.
    Wichtige Literatur zur Tertiarisierungsproblematik: Daniel Bell, The Coming of Post-Industrial Society, New York: Basic Books 1973 (dt. Ausgabe: Die nachindustrielle Gesellschaft, Frankfurt a. M./New York: Campus 1975);Google Scholar
  70. 38b.
    Colin Clark, The Conditions of Economic Progress, New York/London: Garland Publishing Inc. 1983 (Erstausgabe 1940);Google Scholar
  71. 38c.
    Jean Fourastié, Die große Hoffnung des zwanzigsten Jahrhunderts, Köln-Deutz: Bund-Verlag 1954;Google Scholar
  72. 38d.
    George Friedman, Zukunft der Arbeit, Köln: Bund-Verlag 1953;Google Scholar
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    John Kenneth Galbraith, Die moderne Industriegesellschaft, München/Zürich: Droemer Knaur 1968;Google Scholar
  74. 38f.
    Jonathan J. Gershuny, Die Ökonomie der nachindustriellen Gesellschaft, Frankfurt a. M./New York: Campus 1981.Google Scholar
  75. 39a.
    Im Hinblick auf die Tertiarisierungsprozesse in der Bundesrepublik Deutschland und ihre analytische Konzeptualisierung und empirisch-quantitative Erfassung s. Johannes Berger/Claus Offe, Zur Entwicklungsdynamik des Dienstleistungssektors, in: Leviathan, H. 8, 1980;Google Scholar
  76. 39b.
    Peter Gross, Die Verheißungen der Dienstleistungsgesellschaft, Opladen: Westdeutscher Verlag 1983;CrossRefGoogle Scholar
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    Siehe zum Beispiel: Schmitt, Das Parteiensystem (Anm. 7), S. 51;Google Scholar
  87. 40a.
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  88. 41a.
    Vgl. Schmitt, Das Parteiensystem (Anm. 7), S. 51;Google Scholar
  89. 41a.
    Schönbohm, Die CDU wird moderne Volkspartei (Anm. 35), Beispiel Wulf Schönbohm, Die CDU wird moderne Volkspartei, Stuttgart: Klett-Cotta 1985, S. 298 f.Google Scholar
  90. 42.
    Siehe Schmitt, Das Parteiensystem (Anm. 7), S. 51.Google Scholar
  91. 43.
    Auf der Grundlage von Schedl/Vogler-Ludwig, Strukturverlagerungen (Anm. 39).Google Scholar
  92. 44a.
    Auf diese Entwicklungen habe ich schon früher hingewiesen. Vgl. Mintzel, Die CSU (Anm. 20), S.515–525;Google Scholar
  93. 44b.
    ders., Zur Entwicklung des Parteiensystems (Anm. 20), S.172.Google Scholar
  94. 45a.
    Siehe im einzelnen Schönbohm, Die CDU wird moderne Volkspartei (Anm. 35), S. 265–280;Google Scholar
  95. 45b.
    Mintzel, Geschichte der CSU (Anm. 37), 136–142.CrossRefGoogle Scholar
  96. 46a.
    Siehe Schönbohm, Die CDU wird moderne Volkspartei (Anm. 35), S. 218–239;Google Scholar
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    Mintzel, Die CSU (Anm. 20), S. 437–464, 511 f., 522;Google Scholar
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  105. 50b.
    Alvin W. Gouldner, “Disziplinäre” und “repräsentative” Demokratie, in: Mayntz, Bürokratische Organisation (Anm. 49), S. 429–436.Google Scholar
  106. 51a.
    Vgl. Bodo Zeuner, Innerparteiliche Demokratie, Berlin: Colloquium-Verlag 1969, S. 85–90;Google Scholar
  107. 51b.
    Ulrich Lohmar, Innerparteiliche Demokratie, Stuttgart: Enke 1968 (2. Aufl.), S. 55–66.Google Scholar
  108. 52.
    Vgl. Alf Mintzel, Funktionär, in: Görres-Gesellschaft (Hrsg.), Staatslexikon, 7. völlig neu bearb. Aufl., Freiburg i. Br.: Herder 1986, Bd. 2, S. 776 – 778.Google Scholar
  109. 53.
    Lohmar, Innerparteiliche Demokratie (Anm. 51), S. 62.Google Scholar
  110. 54.
    Vgl. Zeuner, Innerparteiliche Demokratie (Anm. 51), S. 86.Google Scholar
  111. 55a.
    Lohmar, Innerparteiliche Demokratie (Anm. 51), S. 82Google Scholar
  112. 55b.
    vgl. auch Zeuner, Innerparteiliche Demokratie (Anm. 51), S. 86.Google Scholar
  113. 56.
    Vgl. Grube/Richter/Thaysen, Politische Planung (Anm. 48), S. 169–216.Google Scholar
  114. 57.
    Vgl. Heino Kaack, Geschichte und Struktur des deutschen Parteiensystems, Opladen: Westdeutscher Verlag 1971, S. 508.CrossRefGoogle Scholar
  115. 58.
    Vgl. Lohmar, Innerparteiliche Demokratie (Anm. 51), S. 61 f.Google Scholar
  116. 59a.
    Vgl. Kaack, Geschichte und Struktur des deutschen Parteienystems (Anm. 57), S. 505–508CrossRefGoogle Scholar
  117. 59b.
    Scheer, Die nachgeholte Parteibildung (Anm. 37), S. 154–171Google Scholar
  118. 59c.
    Lohmar, Innerparteiliche Demokratie (Anm. 51),S. 55–66Google Scholar
  119. 59d.
    Zeuner, Innerparteiliche Demokratie (Anm. 51), S. 85–90;Google Scholar
  120. 59e.
    Mintzel, Hauptaufgaben der Parteienforschung (Anm. 28), S. 232 f.Google Scholar
  121. 60.
    Vgl. hierzu allgemein von Beyme, Parteien in westlichen Demokratien (Anm. 36), S. 203.Google Scholar
  122. 61.
    Vgl. hierzu Roth/Wiesendahl, Das Handlungs- und Organisationsmuster politischer Parteien (Anm. 33), S. 60–66.Google Scholar
  123. 62.
    Vgl. Renate Mayntz, Soziologie der Organisation, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1963, S. 116.Google Scholar
  124. 63.
    Die Problematik der “Qualifikation” der Beitrittswilligen bzw. Neumitglieder wird auch bei Roth/Wiesendahl, Das Handlungs- und Organisationsmuster politischer Parteien (Anm. 33), nicht direkt und systematisch mit in die Untersuchung einbezogen. Die Frage der “Qualifikation” (für den potentiellen “politischen Beruf”) gerät nur insoweit in den Horizont der Untersuchung, als in der Bremer Mitgliederanalyse danach gefragt wurde, auf welchem politischen Gebiet das Mitglied sich als “Fachmann”, also mit sachpolitischer Kompetenz ausgestattet, sieht. Insgesamt verneinten 68,0 Prozent der Befragten, auf einem politischen Gebiet über sachpolitische Kompetenz zu verfügen. Der Rest streute sehr weit nach politischen Gebieten, wobei die Wirtschaftspolitik mit 6,4 Prozent und die Sozialpolitik mit 6,0 Prozent deutliche Schwerpunkte waren. Vgl. ebd., S. 107.Google Scholar
  125. 64a.
    Zu den “schwachen Mitgliedschaftsanforderungen” sogenannter “demokratischer ehrenamtlicher freiwilliger Vereinigungen” in der allgemeinen Organisationssoziologie s. zum Beispiel Heinz-Dieter Horch, Strukturbesonderheiten freiwilliger Vereinigungen, Frankfurt a. M./New York: Campus 1982, S. 102–109.Google Scholar
  126. 64b.
    Es gibt also nicht nur die Ansicht, daß eine hohe Mitgliederdichte instrumenteile Vorteile für die Wählermobilisierung bietet. Vgl. auch von Beyme, Parteien in westlichen Demokratien (Anm. 36), S. 230: vgl. das Zitat in Anm. 66. Selektionsnotwendigkeiten sind bei der Mitgliederwerbung ebenso im Spiel.Google Scholar
  127. 65a.
    Ergebnis eigener empirischer Recherchen. Vgl. Oskar Niedermayer, Die deutsche Sozialdemokratie nach 1965. Mitgliederentwicklung und Sozialstruktur, in: Oskar Niedermayer/Karlheinz Reif/Hermann Schmitt (Hrsg.), Neumitglieder in der SPD, Neustadt, Weinstraße: Neue Pfälzer Post 1987, S. 12;Google Scholar
  128. 65b.
    Schmitt, Das Parteiensystem (Anm.7), S. 63–64Google Scholar
  129. 65c.
    Schmitt, Das Parteiensystem (Anm.7), S. 66.Google Scholar
  130. 66a.
    Siehe Kirchheimer, Der Wandel des westeuropäischen Parteiensystems (Anm. 3), S.32.Google Scholar
  131. 66b.
    Kirchheimer meinte eine “Entwertung der Rolle des einzelnen Parteimitgliedes” feststellen zu können und meinte, die Rolle des Parteimitgliedes werde als “historisches Überbleibsel angesehen”. Vgl. dazu von Beyme, Parteien in westlichen Demokratien (Anm. 36), S.208: “Die modernen Massenparteien haben… überwiegend nach der Hypothese gehandelt, daß eine hohe Mitgliederdichte sich in Vorteile bei der Wählermobilisierung umsetzt. Sie haben daher mehr Interesse an der Mitgliederwerbung behalten, als es den entideologisierten Volksparteien in der Literatur vielfach unterstellt worden ist.” Vgl. auch ebd., S. 230.Google Scholar
  132. 67.
    Vorbereitung und Schulung im Rahmen des parteilichen “Vorbereitungsdienstes” werden zum Teil in verdeckter Form durch besondere Seminare der parteilichen Stiftungen unterstützt und durchgeführt. Auch dieser Aspekt der Organisationswirklichkeit der modernen Großparteien ist wenig erforscht. Vgl. den Text bei Wildenmann, Volksparteien (Anm. 1), S. 119–120.Google Scholar
  133. 68a.
    Die “Logik des kollektiven Handelns”, wie sie Mancur Olson mit einer Theorie der Anreize zur Förderung der Organisationsbereitschaft für die Verbände entwickelt hat, läßt sich auf politische Parteien nicht ohne weiteres übertragen. Auf diese Problematik will ich hier nicht näher eingehen. Vgl. Mancur Olson, Die Logik des kollektiven Handelns, Tübingen: J.B. Mohr/Paul Siebeck 1968.Google Scholar
  134. 68b.
    Vgl. zur speziellen Problematik von Beyme, Parteien in westlichen Demokratien (Anm. 36), S.203 f.Google Scholar
  135. 69a.
    Roth/Wiesendahl, Das Handlungs- und Organisationsmuster politischer Parteien (Anm. 33), S. 192, sprechen von einer “anreizarmen Mitgliederschaft”.Google Scholar
  136. 69b.
    Vgl. den Text bei Wildenmann, Volksparteien (Anm. 1), S. 119–120.Google Scholar
  137. 70a.
    Vgl. hierzu als Beispiel die Ausführungen von Hans-Jochen Vogel, SPD und Gewerkschaften, in: Gewerkschaftliche Monatshefte, H. 7, 1988, S. 385–398;Google Scholar
  138. 70b.
    Peter Glotz, Zukunft der ArbeitZukunft der Gewerkschaften?, hektographierte Rede auf dem Zukunftskongreß der IG Metall am 28.10.1988, S. 1–20.Google Scholar
  139. 70c.
    Vgl. den Text bei Wildenmann, Volksparteien (Anm. 1), S. 119–120.Google Scholar
  140. 71.
    Hermann Schmitt/Michael Kus, Politische Generationen, Beitrittserwartungen und Mitgliedschaftszufriedenheit, in: Niedermayer/Reiif/Schmitt (Hrsg.), Neumitglieder in der SPD (Anm. 65), S. 92.Google Scholar
  141. 72.
    Ebd., S. 93.Google Scholar
  142. 73.
    Ebd., S. 83. Vgl. den Text bei Wildenmann, Volksparteien (Anm. 1), S. 121–122.Google Scholar
  143. 74.
    Vgl. hierzu allgemein Roth/Wiesendahl, Das Handlungs- und Organisationsmuster politischer Parteien (Anm. 33), S. 41–43.Google Scholar
  144. 75.
    Vgl. Stöss, Struktur und Entwicklung des Parteiensystems (Anm. 23), S.19. Die Anzahl der Parteien, die an Landtags-, Bundestags- und Europawahlen teilgenommen haben, hat sich bis 1989/90 noch vermehrt. Die Bundesrepublik ist unter diesem numerischen Gesichtspunkt immer ein Vielparteiensystem gewesen.Google Scholar
  145. 76.
    Richard Stöss hat die Koexistenz verschiedener Parteitypen bzw. Funktionstypen und die Wechselwirkungen spezifischer Funktionen unterschiedlicher Parteitypen in seinem funktionalistischen Modell des Parteiensystems der Bundesrepublik systematisch herausgearbeitet. Siehe Stöss, Struktur und Entwicklung des Parteiensystems (Anm. 23), S. 145–169, 233–309.Google Scholar
  146. 77.
    Inzwischen werden in mittel- und osteuropäischen Industriegesellschaften, zum Beispiel in Polen, Ungarn und in der Tschechoslowakei, Ansätze zu einem Mehrparteiensystem mit — wahrscheinlich- unterschiedlichen Organisationsformen sichtbar. In der Entwicklung einer parteistaatlich-demokratischen Herrschaftsorganisation westlichen Musters kann — mit gebotener Vorsicht — eine Modernisierung der mittel- und osteuropäischen Herrschaftssysteme gesehen werden. Dies ist ein faszinierender Umbruch in der Herrschaftsorganisation der früheren “Ostblockstaaten”.Google Scholar
  147. 78a.
    Vgl. Stöss, Struktur und Entwicklung des Parteiensystems (Anm. 23), S. 237,Google Scholar
  148. 78b.
  149. 78c.
    Vgl. den Text bei Wildenmann, Volksparteien (Anm. 1), S. 146–147.Google Scholar
  150. 79a.
    Die Problematik, ob das Parteiensystem der Bundesrepublik seit Eintritt der Grünen und der Republikaner als neue politisch “relevante Parteien” entsprechend der Klassifizierung Giovanni Sartoris noch ein Typus des gemäßigten Pluralismus ist, möge hier dahingestellt bleiben. Zum Typus des “gemäßigten Pluralismus” s. Giovanni Sartori, Parties and Party Systems, Bd. 1, Cambridge: Cambridge University Press 1984, S. 273–293.Google Scholar
  151. 79b.
    Zur speziellen Problematik s. Mintzel, Großparteien im Parteienstaat (Anm. 1)Google Scholar
  152. 79c.
    Schmitt, Das Parteiensystem (Anm. 7), S. 16–19.Google Scholar
  153. 79d.
    Kritisch zum Typus des “gemäßigten Pluralismus” vgl. von Beyme, Parteien in westlichen Demokratien (Anm. 36), S. 311. Vgl. den Text bei Wildenmann, Volksparteien (Anm. 1), S. 146–147.Google Scholar
  154. 80.
    Die Etikettierung “postindustrielle Rahmenpartei” stammt von Joachim Raschke (in Anlehnung an Maurice Duvergers Begriff der bürgerlich-liberalen “Rahmenpartei” zur Bezeichnung der linklökologischen Partei). Vgl. Joachim Raschke, Jenseits der Volkspartei, in: Das Argument, 25. Jg. 1983, Nr. 137, S. 61, 65.Google Scholar
  155. 81.
    Es wird immer wieder vergessen, daß Eduard Bernstein die sozialstrukturelle Öffnung der SPD und die Volkspartei-Problematik schon im Jahre 1905 in den Sozialistischen Monatsheften in seinem Artikel “Wird die Sozialdemokratie Volkspartei?” thematisiert hatte. Bereits bei Bernstein fallt der theoretische und analytische Schlusselbegriff der “größtmöglichen Stimmenzahl” auf, womit er bereits 1905 nichts anderes bezeichnete als das Prinzip der Stimmenmaximierung, wie es Anthony Downs fünfzig Jahre später in seiner “Economic Theory of Democracy” formuliert hat. Siehe Eduard Bernstein, Wird die SPD Volkspartei?, in: Sozialistische Monatshefte, H. 8, 1905, S. 663–671; vgl. hierzu R. Blank, Die soziale Zusammensetzung der sozialdemokratischen Wählerschaft Deutschlands, in: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, Bd. 20, 1905, S. 507–550. “Volksparteiliche” Entwicklungstendenzen waren vor 1933 auch schon in der Deutschen Zentrumspartei zu beobachten gewesen.Google Scholar
  156. 82a.
    Zum Begriff moderne Massen- und Apparatpartei vgl. Mintzel, Die CSU (Anm.20), S. 67–76Google Scholar
  157. 82b.
    ders,. Die Volkspartei (Anm.2), S. 327 f. Der Terminus stammt von Sigmund Neumann.Google Scholar
  158. 83.
    Dies brachten sogar Buchtitel zum Ausdruck. Vgl. Schönbohm, Die CDU wird moderne Volkspartei (Anm.35). Nach Schönbohms Ansicht entwickelte sich die CDU quasi von einer Volkspartei “älteren” Typus zu einer “modernen Volkspartei”. Dorothee Buchhaas stellte fest: “Zwischen 1950 und 1973 wurde die Christlich-Demokratische Union VOLKSPARTEI.” Vgl. Dorothee Buchhaas, Die Volkspartei, Düsseldorf: Droste 1981, S. 329.Google Scholar
  159. 84.
    Auch dafür liefert die in den Anm. 35, 37 und 83 genannte Literatur beredte Zeugnisse.Google Scholar
  160. 85.
    Siehe z.B. die Angaben in Anm. 86.Google Scholar
  161. 86a.
    Vgl. z.B. Peter Gluchowski/Hans-Joachim Veen, Nivellierungstendenzen in den Wähler- und Mitgliederschaften von CDU/CSU und SPD 1959 bis 1979, in: Zeitschrift für Parlamentsfragen, 10. Jg. 1979, H. 3, S. 312–331Google Scholar
  162. 86b.
    Wolfgang Falke, Die Mitglieder der CDU, Berlin: Duncker & Humblot 1982;Google Scholar
  163. 86c.
    Hans-Joachim Veen, Bewährung als Volkspartei, in: Die Politische Meinung, Nr. 238, Mai/Juni 1988, S.58–66;Google Scholar
  164. 86d.
    vgl. Manfred Güllner, Die Parteien: Mittler zwischen Politik und Basis, in: Transfer 2, Wahlforschung: Sonden im politischen Markt, 1976. Allerdings neigen die Autoren mit dem Hinweis auf eben diese Nivellierungstendenzen zur Bestätigung der Kirchheimerschen These von der “Allerweltspartei”.Google Scholar
  165. 87.
    Vgl. Franz Urban Pappi, Parteiensystem und Sozialstruktur in der Bundesrepublik, in: Politische Vierteljahresschrift, 14. Jg. 1973, H. 2, S. 191–213.Google Scholar
  166. 88.
    Vgl. z.B. Wildenmann, Volksparteien (Anm. 1), S. 62 ff.Google Scholar
  167. 89.
    Vgl. Schmitt, Das Parteiensystem (Anm. 7), S. 78 f.Google Scholar
  168. 90.
    Vgl. zu dieser Problematik allgemein Matthes (Hrsg.), Krise der Arbeitsgesellschaft? (Anm. 39).Google Scholar
  169. 91a.
    Vgl. zu dieser Problematik und Entwicklung allgemein zum Beispiel Bert Rürup, Wirtschaftliche und gesellschaftliche Perspektiven der Bundesrepublik Deutschland, München: C.H. Beck 1989;Google Scholar
  170. 91b.
    Horst Albach, Dienstleistungen in der modernen Industriegesellschaft, München: C.H. Beck 1989.Google Scholar
  171. 92a.
    Vgl. zu diesem Problemkomplex Hans-Otto Mühleisen (Hrsg.), Das Geld der Parteien, Zürich: Schnell und Steiner 1986;Google Scholar
  172. 92b.
    Karl-Heinz Naßmacher, Öffentliche Rechenschaft und Parteienfinanzierung, in: Aus Politik und Zeitgeschichte. Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament, B 11/1989, 10. 3. 1989, S.27–38.Google Scholar
  173. 93.
    Sigmund Neumann, Die Parteien der Weimarer Republik, Stuttgart: W. Kohlhammer 1970, S. 99.Google Scholar
  174. 94.
  175. 95.
    Insbesondere die Wahlerfolge der Republikaner in der Europawahl 1989 und die Tatsache, daß die Dominanz und die Zentralität der Großparteien einer gewissen Erosion unterliegen, gaben Anlaß, darüber nachzudenken, ob hierin nicht eher Entwicklungen zur Normalität zu sehen sind als Bedrohungen des Parteiensystems der Bundesrepublik. Vgl. z.B. die Äußerung Antje Vollmers (Die Grünen) zu den Republikanern, in: Süddeutsche Zeitung vom 18. 7. 1989, S. 4.Google Scholar

Copyright information

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Authors and Affiliations

  • Alf Mintzel

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