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Demographie und Politik in Deutschland: Befunde der repräsentativen Wahlstatistik 1953 – 1990

  • Hans Rattinger
Chapter
Part of the Schriften des Zentralinstituts für sozialwissenschaftliche Forschung der Freien Universität Berlin book series (SZFB, volume 72)

Zusammenfassung

“Wer wählt wen?” ist die erste Grundfrage der Wahlforschung. Zum Wahlverhalten verschiedener Altersgruppen hat der unterlegene Kanzlerkandidat der SPD nach der Bundestagswahl vom 2. Dezember 1990 folgendes festgestellt: Seine Partei werfe nicht nur die wichtigen Fragen der Zukunft auf und sei zu ihrer Lösung kompetenter als andere, sondern jüngere Wähler neigten ihr auch in besonders hohem Maße zu. Der behauptete Unterschied in der Altersstruktur der Wählerschaften der deutschen Parteien läßt sich in der Tat feststellen. In der ersten Welle der “Wahlstudie 1987”1 lag das mittlere Lebensalter der wahlberechtigten Befragten bei repräsentativer Gewichtung bei 46,4 Jahren. Das Durchschnittsalter der Unionswähler betrug genau fünfzig Jahre, der SPD-Wähler 45,6, der FDP- Wähler 47,9 und der Wähler der Grünen 30,5 Jahre. Die Nachwahlbefragung der Forschungsgruppe Wahlen am 2. Dezember 1990 ergab, daß 32,7 Prozent der Unionswähler, 23,7 Prozent der SPD-Wähler, 23,9 Prozent der FDP-Wähler sechzig Jahre und älter waren, aber nur 3,5 Prozent derjenigen, die für die Grünen gestimmt hatten. Unter dreißig Jahre alt waren 16,6 Prozent der Unionswähler, 23 Prozent der SPD-Wähler, 17,9 Prozent der FDP-Wähler und schließlich 42,7 Prozent der Wähler der Grünen2.

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Literatur

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1994

Authors and Affiliations

  • Hans Rattinger

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