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Die „Theorie der Konjunkturpolitik“ und das nationalsozialistische Wirtschaftskonzept der „gelenkten Ordnung“

  • Reinhard Vilk

Zusammenfassung

In den hier vorgestellten konjunkturpolitischen Theorien von Nöll V. d. Nahiner bis Forstmann konzentriert sich das seinerzeit modernste, die Realität gesellschaftlicher Machtverhältnisse ausdrücklich einbeziehende, nach klassische ökonomische Denken in Deutschland, als zusammenhängend ausgewiesen durch den monetären Grundzug sowie eine betont makroökonomische Perspektive. Die damit begründeten wirtschaftspolitischen Handlungskonzepte hatten ihre Basis in den vielen, im Kern quantitätstheoretisch argumentierenden, auf die Notwendigkeit und den theoretischen Beweis der Durchführbarkeit einer monetären Expansion zielenden Vorschlägen zur Krisenüberwindung Anfang der Dreißiger Jahre, wie sie schließlich auch mehr zufällig als geplant in die nationalsozialistische Beschäftigungspolitik eingegangen waren. Dieser Umstand sowie eine gewisse Affinität einer solchen »volkswirtschaftlichen« Betrachtung mit dem von den Nationalsozialisten propagierten gesellschaftlichen Gemeinschaftsideal ließ manchen der genannten Ökonomen an einen gemeinsamen Weg mit den neuen politischen Kräften glauben, völlig verkennend, daß die zwar allseits angestrebte wirtschaftliche Erholung denen doch ganz andere Ziele als den friedvollen Waren tausch prinzipiell frei entscheidender Wirtschaftsbürger erschließen sollte.

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Anmerkungen zum Text

5.1

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5.2

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Copyright information

© Deutscher Universitöts-Veriag GmbH, Wiesbaden 1992

Authors and Affiliations

  • Reinhard Vilk

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