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Ansätze zur Neuformulierung der Konjunkturtheorie im Sinne einer Instrumentalisierung der Politik — einer „Theorie der Konjunkturpolitik“

  • Reinhard Vilk

Zusammenfassung

Man kann gewiß nicht sagen, vor den Nationalsozialisten wäre nicht gewarnt worden, oder die, die sie wählten, hätten nicht wissen können, was zu erwarten war. Eine judenfeindliche Agitation, vorgeprägt vom völkisch-nationalistischen Umfeld1, durchzieht das ganze Schrifttum der Partei und bildet zusammen mit einer aggressiven Intoleranz die wesenstypischen Konstanten von Programm und Propaganda. Wie immer dies mit Blick auf die Gefolgschaft der Bewegung und ihre führenden Gestalten soziologisch oder psychologisch zu begründen sein mag, in der ideologischen Auseinandersetzung zwischen Parteiführung und Zielgruppen um Programmatisches erfüllte der Antisemitismus die primitive, aber wirksame Funktion, über die Hürde wahltaktisch unbequemer oder überholter Programmpunkte — bei formeller Unabänderlichkeit — durch Herunterspielen, als nur gegen das jüdische Element in Wirtschaft und Gesellschaft gerichtet, hinwegzuhelfen. Das galt für die Zins- wie für die Eigentumsfrage2 — Kristallisationspunkte der Ideologie — und dementsprechend lief dann auch in der Praxis der nationalsozialistischen Herrschaft die versprochene soziale Revolution letztlich auf nichts anderes hinaus als auf die Entrechtung der Juden als Vorstufe ihrer physischen Vernichtung.

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Anmerkungen zum Text

4.1.1

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  8. Vgl. Walther G. Hoffmann: Das Wachstum der Deutschen Wirtschaft seit der Mitte des 19. Jahrhunderts, Berlin, Heidelberg, New York 1965, S. 260.Google Scholar
  9. Vgl. Carl Landauer: Arbeitsbeschaffung, S. 1537, Sp. 2; in: Der Deutsche Volkswirt, 4. Jg., Nr. 45, Berlin 8. August 1930, S. 1535 ff.Google Scholar

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  8. Forstmann, Albrecht: Volkswirtschaftliche Theorie des Geldes. Bd. 1 Allgemeine Geldtheorie. Berlin 1943, S. 437.Google Scholar

4.3.1

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4.3.2

  1. Vgl. Alexander Mahr: Neutrales oder wertstabiles Geld, S. 24 f.; in: Weltwirtschaftliches Archiv, 38. Bd., 1933 II, S. 16 ff.Google Scholar
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4.3.3

  1. Gestrich, Hans: Neue Kreditpolitik. Heft 3 der Schriftenreihe: Ordnung der Wirtschaft, hrsg. von Franz Böhm, Walter Eucken, Hans Groimann-Doerth, Stuttgart und Berlin 1936, S. 2.Google Scholar
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4.3.4

  1. Reisch, Richard: Die neue Geld- und Kreditpolitik, S. 422; in: Zeitschrift für Nationa1akonomie. VIII. Bd. 1937, S. 409 ff.CrossRefGoogle Scholar

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© Deutscher Universitäts-Verlag GmbH, Wiesbaden 1992

Authors and Affiliations

  • Reinhard Vilk

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