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Eine interpretative Soziologie der Technik

  • Christiane Bender
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Zusammenfassung

Wir wollen mit einigen theoretischen Überlegungen zum Verständnis der Technik beginnen. Es geht uns dabei nicht darum, einen neuen Technikbegriff zu definieren. Wir wollen vielmehr auf die Notwendigkeit hinweisen, die Analyse der Technik aus der Rekonstruktion nicht-technischer sozialer und kultureller Handlungszusammenhänge vorzunehmen. Dabei zeigt sich, daβ das Technikverständnis der Gesellschaft die Genese konkreter Technik und Technologie prägt. Das erste Kapitel skizziert die Theorie zu der im zweiten Kapitel dargestellten empirischen Analyse der Implementation von neuen Technologien in zwei Unternehmen. Im dritten Kapitel entfalten wir das methodologische Konzept unserer Datenerhebung und -aus- wertung. Somit stehen alle drei Kapitel in enger gedanklicher Verbindung, wobei dennoch alle Kapitel als eigenständige Beiträge gelesen werden können. Der öffentliche Diskurs über die Technik (Bungard/Lenk (Hg.), 1988) ist weitgehend von Stellungnahmen dominiert, die auf eine ebenso abstrakte wie prinzipialistische Weise Technik global bejahen oder negieren.

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Literaturverzeichnis

  1. 1.
    In “Wirtschaft und Gesellschaft” von M. Weber heiβt es: “Technik eines Handelns bedeutet uns den Inbegriff der verwendeten Mittel derselben im Gegensatz zu jenem Sinn oder Zweck, an dem es letztlich orientiert ist, »rationale« Technik eine Verwendung von Mitteln, welche bewuβt und planvoll orientiert ist an Erfahrungen und Nachdenken, im Höchstfall an der Rationalität: an wissenschaftlichem Denken.” Der folgende Satz Webers weist jedoch über eine eng geführte Handlungsanalyse hinaus: “Was in concreto als »Technik« gilt, ist also flüssig.” M. Weber, 1976, S.Google Scholar
  2. 2.
    Siehe dazu das Förderungsprogramm für Sozialwissenschaften des BMFT (1990) sowie den Richtlinienentwurf »Empfehlungen zur Technikbewertung. Grundlagen der Technikbewertung des VDI«, König (1988).Google Scholar
  3. 3.
    “Wird menschliches Verhalten (welcher Art auch immer) in irgendeinem Einzelpunkt in diesem Sinne technisch’ richtiger’ als bisher orientiert, so liegt ein’ technischer Fortschritt’ vor. Es gibt also in diesem Sinne, wohl gemerkt: einen eindeutig gegebenen Zweck, eindeutig feststellbare Begriffe von’ technischer’ Richtigkeit und von’ technischem’ Fortschritt in den Mittel (wobei hier Technik’ in einem allerwertesten Sinne als rationales Verhalten überhaupt auf allen Gebieten gemeint ist).” M. Weber, 1973, S. 294Google Scholar
  4. 4.
    Auf die Bedeutung dieses Deutungswandels für die interpretative Soziologie wird noch eingegangen.Google Scholar
  5. 5.
    Diese sehr allgemeine Formulierung trifft das Paradigma der prominentesten Forschungsinstitute, Institut für Sozialforschung in Frankfurt (IfS), Institut für sozialwissenschaftliche Forschung (ISF), Soziologisches Forschungsinstitut Göttingen (SoFi). In Hinblick auf den empirischen Teil der hier vorliegenden Arbeit, der sich mit der Einführung von CNC-Werkzeugmaschinen in Industriebetrieben befaβt, sind die Studien von Benz-Overhage u.a. (1982), Brandt u.a. (1977) am IfS sowie Schultz-Wild (1986), Schultz-Wild (1973) am ISF und Kern/Schumann (1970), Kern/Schumann (1984), Baetge/Oberbeck (1986) am SoFi einschlägig.Google Scholar
  6. 6.
    Bei Beck (1986) kommt diese Deutung in der Unterscheidung von einfacher und reflexiver Modernisierung zum Ausdruck.Google Scholar
  7. 7.
    An dieser Stelle können nicht alle wichtigen Deutungsimplikationen der handlungstheoretischen Disjunktion von Praxis und Poiesis entwickelt werden, die das “Weltbild” der Griechen charakterisieren.Google Scholar
  8. 8.
    Der Dichter F. Hölderlin hat darauf am eindringlichsten in seinem Gedicht “Saturn und Jupiter” aufmerksam gemacht.Google Scholar
  9. 9.
    Subjektivität gehört zweifellos zu den problembeladenen Begriffen der Soziologie. Gerade weil Subjektivität “sich der totalisierenden soziologischen Bestimmung” (Thomssen, 1990, S. 319) entzieht, verwenden wir diesen Begriff mit aller Vorsicht als Frage und Perspektive einer (alltäglichen und wissenschaftlichen) Betrachtung.Google Scholar

Copyright information

© Deutscher Universitäts-Verlag GmbH, Wiesbaden 1991

Authors and Affiliations

  • Christiane Bender

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