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Zu einigen Problemen der historischen Protestforschung am Beispiel gemeinschaftlichen Protests in Norddeutschland 1815–1847

  • Hans-Gerhard Husung
Part of the Scriften des Zentralinstituts für sozialwissenschaftliche Forschung der Freien Universität Berlin book series (SZFB, volume 44)

Zusammenfassung

Vor dem Hintergrund der protestreichen 1920er Jahre und des Triumphes der westlichen Demokratien über den Nationalsozialismus erschien während der wirtschaftlich prosperierenden 1950er Jahre kollektiver Protest als Relikt einer überwundenen Vergangenheit. Diese eigene Erfahrung der westlichen Industrienationen sowie die Tatsache, daß kollektive Gewaltsamkeit und Revolution gehäuft in wirtschaftlich schwächeren Staaten, also vor allem in Kolonialländern, und in gerade aus der Kolonialherrschaft entlassenden Staaten auftraten, fanden Niederschlag in den Überlegungen von Soziologen und Politologen. Sie interpretierten kollektive Gewaltsamkeit als ein historisches Übergangsphänomen, das in der mehr oder weniger langen Phase zwischen einer vermeintlich integrierten vorindustriellen Gesellschaft mit sehr niedrigem Wohlstand und einer stabilen Industriegesellschaft mit sehr großem Wohlstand angesiedelt wurde. Dieses Paradigma mit der entwickelten westlichen Industriegesellschaft als Bezugspunkt diente insbesondere in den 1960er Jahren zur Erklärung von Unruhen und Revolutionen in den Ländern der sogenannten Dritten Welt. Im Vordergrund derartiger Erklärungsansätze stand die Frage nach den Auswirkungen schneller Industrialisierung als Hauptbestandteil einer allgemeinen Modernisierung auf Art und Häufigkeit von Protest. Diese Untersuchungen konzentrierten sich auf die Makroebene und versuchten, soziale, ökonomische und politische Strukturen mit dem Auftreten bzw. Ausbleiben von Protest in Verbindung zu setzen1.

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1984

Authors and Affiliations

  • Hans-Gerhard Husung

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