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Richard Döcker ab 1933

  • Friederike Mehlau-Wiebking

Zusammenfassung

Die Machtergreifung der Nationalsozialisten bedeutete für viele Architekten des Neuen Bauens eine Unterbrechung ihrer Tätigkeit oder Emigration. Einer von ihnen war Richard Döcker. Ihm brachte diese Entwicklung ab 1933 den Stillstand seines beruflichen Schaffens. Durch seine Mitwirkung an der Weißenhofsiedlung, den Bau der Siedlung Im Wallmer und zahlreichen anderen Flachdachbauten hatte er seine fortschrittliche Baugesinnung dokumentiert und galt nun als ‚entartet‘ und ‚undeutsch‘. Ein Signal der politischen Wende war für ihn das Ergebnis der Auseinandersetzungen um die geplante Kochenhofsiedlung im Jahre 1933. Ein Anstoß für die Planung dieser Siedlung war zwei Jahre zuvor von Bodo Rasch ausgegangen. Im Anschluß an einen Vortrag Döckers im Club der Geistesarbeiter, in dem er auf die immer noch bestehende Wohnungsnot bei gleichzeitiger Arbeitslosigkeit hingewiesen hatte, schlug Bodo Rasch vor, die ungenutzten Holzvorräte als Baustoff zu verwenden, womit Hand in Hand auch Arbeitsplätze geschaffen werden könnten.1 Im folgenden Jahr konnte der Deutsche Werkbund als Schirmherr für dieses Bauvorhaben gewonnen und die Kochenhofsiedlung als Ausstellung Deutsches Holz für Hausbau und Wohnung geplant werden. Als Bauplatz war ein Gelände am Stuttgarter Killesberg, unweit der Weißenhofsiedlung, ausgewählt worden. Der DWB übertrug Döcker dieses Projekt.2 Weitere mitwirkende Architekten, die neben Döcker unentgeltlich Entwürfe für die Siedlungshäuser in Holzbauweise einreichten,3 waren u. a. die Stuttgarter Eisenlohr & Pfennig, Herre, Keuerleber, Körte, Rasch, Schneck, Wagner sowie, von außerhalb kommend, Häring, W.M. Moser & Steiger und Neufert. Der DWB konnte generell keine Honorare für Planungsarbeiten zahlen und so mußten erst sogenannte Bauliebhaber gewonnen werden.

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Copyright information

© Friedr. Vieweg & Sohn Verlagsgesellschaft mbH, Braunschweig 1989

Authors and Affiliations

  • Friederike Mehlau-Wiebking

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