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Preispolitik pp 175-225 | Cite as

Dyopol und Oligopol

  • Herbert Jacob
Chapter

Zusammenfassung

Von einem Angebotsoligopol sprechen wir dann, wenn auf einem Markte wenige Anbieter — „wenige“ im Sinne der Definition des zweiten Kapitels — auf viele Nachfrager treffen. In unserer heutigen Wirtschaft ist diese Marktform neben der polypolistischen Konkurrenz auf unvollkommenen Märkten am häufigsten anzutreffen; ein wesentlicher Teil des Güteraustausches spielt sich auf Märkten dieser Art ab. Man denke z. B. an den Markt für Automobile, für Fernsehgeräte, Kühlschränke, Elektroherde, Treibstoffe, Heizöle usw.

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Literatur

  1. 1).
    Quelle: Verband der Zigarettenindustrie.Google Scholar
  2. 2).
    In den letzten zehn Jahren ergaben sich allerdings hinsichtlich der Marktanteile der fünf führenden Firmen erhebliche Verschiebungen.Google Scholar
  3. 3).
    Vgl. „Zeit“ vom 20.11.1970.Google Scholar
  4. 4).
    W. Fellner, Competition among the Few, New York 1949, S. 18.Google Scholar
  5. 5).
    Zur Entwicklung der Theorie des Angebots-Dyopols und-Oligopols siehe E. Schneider, Einführung in die Wirtschaftstheorie, 4. Teil, Bd. I, Tübingen 1962, S. 356 ff. Zur Theorie des Oligopols siehe u.a.: W. Krelle, Preistheorie, Tübingen-Zürich 1961; K. Brandt, Preistheorie, Ludwigshafen 1960; R. Richter, Das Konkurrenzproblem im Oligopol, Berlin 1954; W. Fellner, a. a. O.Google Scholar
  6. 6).
    Vgl. W. Adams, The Structure of American Industry, New York 1954.Google Scholar
  7. 7).
    Handler, Cases and other Materials on Trade Regulation, Brooklyn 1951, S. 324 ff.Google Scholar
  8. 8).
    Stoffel, Die Absatzprobleme der schweizerischen Suppenindustrie, Diss. St. Gallen, Einsiedeln 1957.Google Scholar
  9. 9).
    PA,o ist der Cournotsche Preis, der zur Nachfragekurve NA-PB,O, also zu der Nachfragekurve gehört, der sich A gegenübersieht, wenn B den Preis PB,O fordert.Google Scholar
  10. 10).
    Sie könnte darum auch als die Kurve der Cournotsehen Preise des Anbieters A bezeichnet werden.Google Scholar
  11. 11).
    Vgl. hierzu insbesondere H. v. Stackeiberg, Marktform und Gleichgewicht, Wien und Berlin 1934, S. 44 ff., der diese Art der Analyse des Dyopols eingeführt hat.Google Scholar
  12. 12).
    Aus der Praxis ist bekannt, daß Preisänderungen der Konkurrenten auf einem dyopolistiseh oder auch oligopolistiseh strukturierten Markt sehr oft zeitlich zusammenfallen. ändert einer der Anbieter seinen Preis, so paßt sich der oder passen sich die anderen schnell an; es vergeht jedoch eine bestimmte Zeitspanne, bevor der erste Anbieter seinen Preis erneut korrigiert. Vgl. hierzu insbes. G. J. Stiegler, The Kinky Oligopoly Demand Curve and Rigid Prices, Journal of Political Economy 1947, S. 432 ff.Google Scholar
  13. 13).
    Es sei nicht verkannt, daß die Abnehmer auf Preisheraufsetzungen anders reagieren werden als auf Preissenkungen. In einem Fall stehen sie vor einer angenehmen, im anderen vor einer bitteren überraschung. Von diesem Unterschied sei hier jedoch zunächst abgesehen. Wir nehmen an, daß derjenige, der seinen Preis geändert, und zwar erhöht oder gesenkt hat, an den neuen Preis für die Dauer der zugrunde gelegten Periode gebunden ist.Google Scholar
  14. 14).
    Siehe dazu Abschnitt A II, 2.Google Scholar
  15. 15).
    Um Mißverständnissen vorzubeugen: nicht nur die in Abbildung 39 gezeigten Iso-Gewinnkurven.Google Scholar
  16. 16).
    Zu P′ gehören die Gewinne GA = 65 und GB = 50, zur Kombination P1 die Gewinne GA = 78,5 und GB = 36,5 und zur Kombination P2 die Gewinne GA = 40 und GB = 75. Bei jeder Preiskombination auf der Linie H zwischen P1 und P2 stehen sich somit beide Firmen zusammen gesehen besser als bei der Verwirklichung der Kombination P.Google Scholar
  17. 17).
    Zum Problem der Koalition und des Kollektivmonopols siehe insbesondere Fellner, Competition among the Few, New York, 1949; eine ausführliche Darstellung findet sich ferner bei W. Krelle, a. a. O., S. 282 ff. An weiterer Literatur seien genannt: R. Trieb, Die Bestimmung des Monopolpunktes beim kollektiven Angebotsmonopol, Schweizerische Zeitschrift für Volkswirtschaft und Statistik, Jg. 86 (1950), S. 249 ff.; W. A. Jöhr, Theoretische Grundlagen der Wirtschaftspolitik, Bd. I, St. Gallen 1943, S. 157 ff.; ders.,Die verschiedenen Varianten des Kollektivmonopols, Schweizerische Zeitschrift für Volkswirtschaft und Statistik, Jg. 87 (1951), S. 281 ff.; W. Eucken, Grundsätze der Wirtschaftspolitik, 2. Aufl., Tübingen, Zürich 1955, S. 35 ff.; F. Voigt, German Experience with Cartels and their Control during Pre-War and Post-War Periods, in „Competition, Cartels and thier Regulation“, edited by J. P. Miller, Amsterdam 1962, S. 169 ff.Google Scholar
  18. 18).
    Einen Absatz in Höhe von 40 Einheiten kann A z. B. erzielen bei der Preiskonstellation PA = 5 und PB = 6. Der gleiche Absatz wird erreicht, wenn der Anbieter A den Preis PA = 3 und B den Preis PB = 2 setzt usw.Google Scholar
  19. 19).
    Ist der Fall gegeben, daß nicht nur A, sondern auch B eine innerbetriebliche Schranke beachten muß, so hängt die Lage der Lösungspunkte von der Lage der begrenzenden Isoquanten XB ab. Drei Fälle sind zu unterscheiden: 1. Liegt die begrenzende Isoquante XB links von der Kammlinie LB, SO gilt die oben abgeleitete Lösung unverändert. 2. Verläuft sie zwischen den beiden Kombinationen S und T, so wird A versuchen, die Preiskombination zu realisieren, die dem Schnittpunkt der beiden begrenzenden Isoquanten entspricht. B wird nach wie vor die Kombination T anstreben. 3. Liegt die begrenzende Isoquante XB schließlich rechts vom Punkte T, so wird B versuchen, die Preiskombination des Schnittpunktes der beiden begrenzenden Isoquanten zu realisieren, während A je nach der Lage der begrenzenden Isoquanten XA danach trachten wird, entweder ebenfalls diesen Schnittpunkt oder aber die Preiskombination zu erzwingen, die durch den Tangierungspunkt einer seiner Iso-Gewinnkurven mit der Isoquanten XB determiniert ist. Die Begründung folgt aus dem Kurvensystem der Abbildung 40.Google Scholar
  20. 20).
    Diese Voraussetzung muß gemacht werden, um. in aller Klarheit die Zusammenhänge aufzeigen zu können, die letztlich für das Verhalten der Unternehmen bestimmend sind. Die Besonderheiten, die sich ergeben, wenn diese Voraussetzung nicht erfüllt ist, sind unten in Abschnitt A III dieses Kapitels dargestellt.Google Scholar
  21. 21).
    Es bedarf keines Hinweises, daß der Lösungspunkt S eine andere Lage aufweist und das generelle Gleichgewichtsgebiet, sofern überhaupt eines existiert, anders aussieht, wenn andere Mindestgewinngrenzen unterstellt werden. Es bleibe dem Leser überlassen, z. B. den Gleichgewichtspunkt S bzw. das generelle Gleichgewichtsgebiet für den Fall abzuleiten, daß A statt nach 40 nach einem Mindestgewinn von 80 Geldeinheiten strebt, während B einen Mindestgewinn von 15 Geldeinheiten ansteuert.Google Scholar
  22. 22).
    Eine sehr ausführliche und gründliche Analyse von Kampfsituationen im Dyopol bringt Krelle, Preistheorie, a. a. O., S. 308 ff.Google Scholar
  23. 23).
    Mit A sei hier stets das angreifende, mit B das angegriffene Unternehmen bezeichnet.Google Scholar
  24. 24).
    Dieser von A zu schätzende Preis entspricht in etwa dem Limit-Preis Bains, wie er im vierten Kapitel beschrieben wurde.Google Scholar
  25. 25).
    Es sei denn, A könnte B auf allen Märkten erfolgreich bekämpfen (Transport-kogtenproblem).Google Scholar
  26. 26).
    Fehlen solche Erwartungen gänzlich, so kann auch keine sinnvolle Preispolitik betrieben werden. Das Unternehmen hat dann entweder die Wahl, seinen Ausgangspreis beizubehalten oder Preisexperimente vorzunehmen, um auf diesem Wege Erfahrungen über die Reaktionsweise des Konkurrenten zu sammeln.Google Scholar
  27. 27).
    Zur Bedeutung der Erwartungen im Falle des Oligopols siehe auch E. Schneider, Wirklichkeitsnahe Theorie der Absatzpolitik, Weltwirtschaftliches Archiv, Bd. 56 (1942, II), S. 92 ff.Google Scholar
  28. 28).
    Es leuchtet ein, daß dem Problem der Unsicherheit hier besondere Bedeutung zukommt. Wir werden uns damit ausführlich im neunten Kapitel befassen.Google Scholar
  29. 29).
    Damit sich eine Reaktionskurve ergibt, die in etwa der erwarteten Reaktionslinie R2R2 entspricht, müßte erstens die Ausgangspreiskombination P im Gleichgewichtsgebiet des Anbieters B liegen, und gleichzeitig müßte die Möglichkeit bestehen, während der gleichen Periode kurz hintereinander mehrere Preisänderungen vorzunehmen.Google Scholar
  30. 30).
    Die Tabelle läßt sich beliebig erweitern, d. h. statt vier könnte der Anbieter A auch fünf oder mehr mögliche Preise ins Auge fassen.Google Scholar
  31. 31).
    Auch die erweiterte Tabelle 4 beruht noch auf der Voraussetzung, daß A seine Absatz-und Kostenlage genau kennt. Besteht auch hierüber Unsicherheit, hält also das Unternehmen A mehrere verschiedene Nachfrage-bzw. Kostenfunktionen für möglich, so muß die Tabelle entsprechend ergänzt werden (vgl. auch hierzu neuntes Kapitel).Google Scholar
  32. 32).
    Die Lösung ist dann möglich, wenn die hier implizite dargestellten Funktionen explizite gegeben sind. Bei der Rechnung ist zu beachten, daß die Funktion PB(PA) unter Umständen beim Ausgangspreis PA,O nicht differenzierbar ist.Google Scholar
  33. 33).
    PB(PA) und PC(PA) sind die analytischen Ausdrücke für die Reaktionskurven der Anbieter B und C.Google Scholar
  34. 34).
    Angenommen, der Anbieter C reagiere als letzter. Seine Reaktion hängt dann nicht nur von der Preisänderung des Anbieters A, sondern auch von der Preisänderung des Anbieters B ab. Da diese Preisänderung aber wiederum von der Preisänderung abhängt, die A zum Zeitpunkt to vornimmt, hängt auch PC allein von PA ab. Jedoch beeinflußt die Reihenfolge, in der die Firmen B und C reagieren, die Reaktionsfunktionen, die A seinen überlegungen zugrunde legen muß.Google Scholar
  35. 35).
    Vgl. neuntes Kapitel.Google Scholar
  36. 36).
    Die Reaktionserwartungen der Anbieter werden sich in der Regel im Zeitablauf ändern; die Reaktionsfunktion PA(PB) beispielsweise wird im Zeitpunkt t0 anders aussehen als im Zeitpunkt t1.Google Scholar
  37. 37).
    Es würde hier zu weit führen, diese Berechnungen im einzelnen vorzunehmen. Überdies handelt es sich dabei weniger um eine preispolitische als vielmehr um eine preistheoretische Aufgabe.Google Scholar
  38. 38).
    Vgl. hierzu W. Krelle, a. a. O., S. 284.Google Scholar
  39. 39).
    Vgl hierzu M. H. Spencer und L. Siegelman, Managerial Economics, Home-wood, Illinois, 1959.Google Scholar
  40. 40).
    Strenggenommen müßte der Preis p als gewogener Durchschnitt der Einzelpreise ermittelt werden. Die dabei verwendeten Gewichte wären proportional dem Einfluß der Einzelpreisänderungen auf den Absatz des in Frage stehenden Anbieters anzusetzen. In Wirklichkeit kann eine solche Berechnung nicht durchgeführt werden; p resultiert hier lediglich aus einer gedanklichen Zusammenfassung der Einzelpreise.Google Scholar
  41. 41).
    Bei der Gewichtung kommt es nur auf das relative Verhältnis, nicht aber auf die absolute Größe der Gewichte an. Die Gewichte können auch von der jeweils betrachteten Preisänderung des Anbieters A abhängig sein.Google Scholar
  42. 42).
    Für den Fall, daß ein Unternehmen auch seine Nachfrage-und Kostensituation nicht voll überschaut, muß für jede mögliche Datenkonstellation eine besondere Gewinntabelle aufgestellt werden. Vgl. hierzu die Fußnote 31, S. 186.Google Scholar
  43. 43).
    Für den Verlauf der Analyse ist das Aufteilungsverhältnis irrelevant. Den folgenden überlegungen könnte darum ohne weiteres auch eine andere Markt-aufteilung zugrunde gelegt werden, wenn dazu Veranlassung bestünde.Google Scholar
  44. 44).
    Vgl. z. B. W. Krelle, a. a. O., S. 356 ff.Google Scholar
  45. 45).
    Man denke z. B. an ein Großunternehmen der Stahlindustrie, das mit seinem Preis vorgeprescht ist, dessen Konkurrenten aber nicht nachziehen.Google Scholar
  46. 46).
    Der Einfachheit halber ist wiederum eine Aufteilung der Nachfrage im Verhältnis 1:1 angenommen.Google Scholar
  47. 47).
    Verfügt der Anbieter A über die günstigere Kostenlage, so liegt sein Cour-notscher Preis unter dem des Anbieters B. Infolge der Kapazitätsgrenze kann jedoch A die zum Preise PA,C auftretende Nachfrage gegebenenfalls nicht voll befriedigen. Für B kann es unter diesen Umständen vorteilhaft sein, eincn über PA,C liegenden Preis zu fordern. A wird sich diesem höheren Preis anpassen, jedoch so, daß seine Kapazität nach wie vor voll ausgelastet ist.Google Scholar
  48. 48).
    Vgl. zu dieser Frage z. B. K. Brandt, Preistheorie, a. a. O., S. 121/122 und W. Krelle. a. a. O., S. 363/364.Google Scholar

Copyright information

© Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler, Wiesbaden 1971

Authors and Affiliations

  • Herbert Jacob
    • 1
  1. 1.Universität zu HamburgDeutschland

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