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Einführung Zum Begriff „Preispolitik“

  • Herbert Jacob
Chapter

Zusammenfassung

Eine Erläuterung des Begriffes „Preispolitik“ knüpft zweckmäßigerweise an die Bestandteile dieses Begriffes an: Politik im weitesten Sinne des Wortes bedeutet, Ziele zu setzen, die das Leben innerhalb der menschlichen Gesellschaft betreffen, und Mittel und Wege zu bestimmen, die zur Erreichung dieser Ziele geeignet erscheinen1).

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Literatur

  1. 1).
    Vgl. A. Amonn, Leitfaden zum Studium der Nationalökonomie, Bern 1945, S. 115.Google Scholar
  2. 2).
    Vgl. Hierzu J. Fettel, Marktpreis und Kostenpreis, 2. Aufl., Meisenheim a. Glan 1957, S. 7 ff., der sich mit der Frage der Definition eingehend befaßt.Google Scholar
  3. 3).
    Briefmarkensammler beispielsweise tauschen ihre Marken auf der Basis von Michelmark, einer fiktiven Währung, die auch in der Zeit zwischen Kriegsende und Währungsreform einen gültigen Tausehmaßstab darstellte.Google Scholar
  4. 4).
    Es mag hier die Frage auftauchen, ob es zur Entstehung eines Preises tatsächlich immer des Willens und des Entschlusses zweier Parteien bedarf. Widerspricht dem nicht die Erfahrung, die wir täglich machen? Schließlich kostet z. B. ein Päckchen Zigaretten 1,— DM oder eine Flasche Weinbrand bestimmter Art 15,— DM. Diese Preise sind festgelegt und — wie es auf den ersten Blick scheinen mag — jeglicher Einfluß-nahme des Nachfragers entzogen. Bei näherem Zusehen erkennt man jedoch, daß die vom Anbieter unverrückbar festgesetzten Preise letzten Endes nichts anderes als Preisforderungen sind. Zu Preisen werden sie erst dann, wenn sich Käufer finden, die bereit sind, das angebotene Gut zu den festgesetzten Bedingungen zu erwerben. Es ist auch nicht richtig zu behaupten, daß in den hier betrachteten Fällen die Preisgebote der präsumtiven Käufer die Preisforderung und den Preis nicht beeinflußten. Zwar wird der Preis hier nicht auf Grund bereits vorliegender Preisforderungen und Preisgebote ausgehandelt, aber der Anbieter wird zweifellos schon bei der Festsetzung seiner Preisforderung die „erwarteten“ Preisgebote der Nachfrager gebührend berücksichtigen. Vgl. J. Fettel, a. a. O., S. 10 ff.; ders., Preispolitische Ratschläge und ihre Fragwürdigkeit, Betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis, 1950, S. 393 ff. Lediglich dann, wenn beispielsweise der Staat einen Preis festlegt, den sowohl der Anbieter wie auch der Nachfrager akzeptieren muß, kommt der Preis durch einen einseitigen Akt zustande. Die Einigung zwischen Anbieter und Nachfrager wird hier durch den Staatszwang ersetzt.Google Scholar
  5. 5).
    Preispolitik, wie sie hier verstanden ist, können nur solche Wirtschaftseinheiten betreiben, die in ein marktwirtschaftliches System eingeordnet sind, nach der Terminologie Gutenbergs also Unternehmungen; nicht dagegen solche Betriebe, denen im Rahmen einer planwirtschaftlichen Ordnung die Preise vorgegeben werden. Zwar kann die Bestimmung dieser planwirtschaftlichen Preise ebenfalls als eine Aufgabe der Preispolitik aufgefaßt werden, jedoch handelt es sich dabei um eine andere Art von Preispolitik, die, im Gegensatz zu der betrachteten einzelwirtschaftlichen, als gesamtwirtschaftliche Preispolitik bezeichnet werden könnte.Google Scholar
  6. 6).
    E. Gutenberg, Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre, Bd. II: Der Absatz, 5. Auflage, Berlin, Göttingen, Heidelberg 1962.Google Scholar

Copyright information

© Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler, Wiesbaden 1971

Authors and Affiliations

  • Herbert Jacob
    • 1
  1. 1.Universität zu HamburgDeutschland

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