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Der volkseigene Industriebetrieb

  • Jürgen Straßburger

Zusammenfassung

Entsprechend der „Verordnung über die volkseigenen Kombinate, Kombinatsbetriebe und volkseigenen Betriebe vom 8. November 1979“ sind die Betriebe „Bestandteil der einheitlichen sozialistischen Volkswirtschaft“. Sie sind verpflichtet, daß ihnen anvertraute Volkseigentum zu schützen und zu mehren. Die grundlegende Aufgabe der Betriebe wird darin gesehen, einen maximalen Beitrag zur Erhöhung des materiellen und kulturellen Lebensniveaus des Volkes auf der Grundlage eines hohen Entwicklungstempos der sozialistischen Produktion, der Erhöhung der Effektivität, des wissenschaftlich-technischen Fortschritts und des Wachstums der Arbeitsproduktivität zu leisten. In der Praxis heißt das, daß die Stärke der sozialistischen Volkswirtschaft maßgeblich durch die Leistungen der Industriebetriebe, ihre Produktivität, ihre Warenproduktion sowie die Qualität ihrer Erzeugnisse bestimmt wird. „In den sozialistischen Industriebetrieben wird die Hauptmasse der zum Lebensunterhalt notwendigen Konsumgüter und der größte Teil der für die erweiterte Reproduktion erforderlichen Produktionsmittel hergestellt. In ihnen wird durch die Vereinigung der lebendigen Arbeit mit den Produktionsmitteln Nationaleinkommen geschaffen, das die Grundlage für die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen, den Erhalt und den Ausbau der immateriellen Sphäre sowie den gesellschaftlichen Fortschritt bildet. Durch die Mitwirkung der Werktätigen bei der Leitung und Planung der Betriebe verwirklichen sie unter Führung der marxistisch-leninistischen Partei die sozialistische Demokratie.“ (Der Industriebetrieb in der sozialistischen Volkswirtschaft. Berlin [DDR] 1974, S. 17.) Die Mitwirkung der Betriebe an der volkswirtschaftlichen Planung besteht in der Erstellung von Fünfjahr- und Jahresplänen, die auf staatlich (zentral) vorgegebenen Plankennziffern und anderen staatlichen Auflagen sowie betriebseigenen Analysen der wissenschaftlich-technischen Entwicklung und dem Bedarf basieren. Mit dem „Beschluß über die Durchführung des ökonomischen Systems des Sozialismus im Jahre 1971“ wurde nach einer Phase relativ großer Selbständigkeit der Betriebe mit Beginn des Fünfjahrplan-Zeitraumes 1971–1975 die Bedeutung und Autorität der staatlichen Volkswirtschaftspläne durch für die Betriebe verbindliche, teilweise in absoluten Größen vorgegebene Plankennziffern, staatliche Normative (relative Größen) und andere volkswirtschaftliche Berechnungskennziffern wieder hergestellt (Rezentralisierung). Konsequenterweise bedeutet die Eigenverantwortung der Industriebetriebe, Kombinate und VVB in erster Linie Lösung der wissenschaftlich-technischen und ökonomischen Aufgaben auf der Grundlage des Staatsplanes.

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag, Opladen 1979

Authors and Affiliations

  • Jürgen Straßburger

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