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Die gesetzliche Krankenversicherung

  • Joseph Scholmer
Chapter

Zusammenfassung

Nach den Bestimmungen der Reichsversicherungsordnung (RVO) werden allgemein Arbeiter, Angestellte und Rentner für den Krankheitsfall versichert. Durch das Gesetz zur Weiterentwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung wurde diese am 1. Januar 1971 ferner für den bis dahin ausgeschlossenen Kreis der besser verdienenden Angestellten geöffnet; die Versicherungspflichtgrenze wurde von DM 1200,— auf DM 1425,—, (am 1. 1. 73 auf DM 1725,—) monatlich angehoben. Angestellten mit noch höherem Einkommen stand es bis zum 31. März 1971 frei, sich ohne Rücksicht auf Alter und Gesundheitszustand ebenfalls der gesetzlichen Krankenversicherung anzuschließen. Sogar Selbständige können seit dem 1. 1. 71 der gesetzlichen Krankenversicherung beitreten, sofern ihr monatliches Einkommen zum Öffnungszeitpunkt nicht höher als DM 1425,— war (inzwischen trat hier ebenfalls Dynamisierung ein). Für Lohn- und Gehaltsempfänger in abhängiger Tätigkeit unterhalb dieser Einkommensgrenze ist der Beitritt zur sozialen Krankenversicherung gesetzlich vorgeschriebene Pflicht. Die Krankenversicherungsbeiträge werden in der Regel je zur Hälfte vom Arbeitnehmer und vom Arbeitgeber getragen.

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Anmerkungen

  1. 1.
    So die Reichsversicherungsordnung in § 368Google Scholar
  2. 2.
    Gerhard A. Friedl, Die Selbstverwaltung demonstriert ihre Ohnmacht in: »Die Zeit« vom 8.12. 1972Google Scholar
  3. 3.
    Zitiert nach Gerhard A. Friedl, ebd.Google Scholar
  4. 4.
  5. 5.
    Günther Wollny, Eine Schule für Kompromisse, Bayerischer Rundfunk, 1. Programm vom 18. 5. 1973Google Scholar
  6. 6.
    Detaillierte Angaben dazu s. Tabellarischer Teil, Tabellen 1 und 2Google Scholar
  7. 7.
    Eine Ubersicht über die Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung s. Tabellarischer Teil, Tabelle 3Google Scholar
  8. 8.
    Hier sind im Gegenteil noch viele Notwendigkeiten offen. Erst im Frühsommer 1973 gab die DAG ein Memorandum zur Gesetzlichen Krankenversicherung heraus, in dem u. a. folgende weitere Leistungen für die Versicherten gefordert wurden: * Ausbau der Vorsorgeuntersuchungen * Volle Einbeziehung der prothetischen Versorgung durch den Zahnarzt in das Sachleistungssystem, ebenso der Leistungen der Kriegsorthopäden * Beratung über SchwangerschaftsVerhütung * Übernahme der Kosten beim Schwangerschaftsabbruch aus medizinischen Gründen oder bei aufgezwungener Schwangerschaft (Vergewaltigung) In den Regierungsfraktionen sind als neue Leistungen im Gespräch: * Einführung eines Rechtsanspruches auf zeitlich unbegrenzte Gewährung von Krankenhauspflege statt der 78 Wochen Limitierung bisher. * Zahlung von Krankengeld bei einem Verdienstausfall, wenn ein erkranktes Kind bis zu 8 Jahren zu Hause betreut werden muß. * Eine Haushaltshilfe, wenn wegen eines Krankenhaus- oder Kuraufenthaltes dem Versicherten oder dem Ehegatten die Haushaltsführung nicht möglich ist und ein Kind unter 8 Jahren oder ein auf Hilfe angewiesenes Kind zum Haushalt gehört. Darüber hinaus gibt es Überlegungen, daß die gesetzlichen Krankenkassen in jedem Falle die Kosten des legalisierten Schwangersdiaftsabbruches über-nehmen sollen.Google Scholar
  9. 9.
    Prof. Dr. Bruno Molitor, Sozialpolitische Experimente: Krankenschein-Prämie und prozentuale Rezeptgebühr in »Soziale Sicherheit« vom Januar 1973Google Scholar
  10. 10.
    Eine Übersicht über das Verhältnis von Mitgliedern und Rentnern in der AOK nach Ländern geordnet, s. Tabellarischer Teil, Tabelle 4Google Scholar
  11. 11.
    Zit. nach »Die Krankenversicherung«, herausgegeben vom Bundesverband der Innungskrankenkassen, März 1973Google Scholar
  12. 12.
  13. 13.
    Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Wochenbericht 18/73 vom 3. Mai 1973Google Scholar
  14. 14.
    Eine Übersicht über den Krankenstand der Pflichtmitglieder nach Kassenarten von 1969 bis 1972 s. Tabellarischer Teil, Tabelle 5Google Scholar
  15. 15.
    Detaillierte Angaben dazu s. Tabellarischer Teil, Tabelle 6Google Scholar
  16. 16.
    DIW-Wochenbericht 18/73 vom 3. Mai 1973Google Scholar
  17. 17.
  18. 17a.
    Eine Fortschreibung des Ausgabenanstiegs der GKV bis 1985 am Beispiel der Leistungsausgaben je Mitglied s. Tabellarischer Teil, Tabelle 11Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH Opladen 1973

Authors and Affiliations

  • Joseph Scholmer

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