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Zur Methodik dieser Arbeit

  • Ulrich Schütte

Zusammenfassung

Dieser Satz von Georg Andreas Böckler (1648) reflektiert zum einen die im 17. Jahrhundert weitverbreitete und auch noch im 18. Jahrhundert fortwirkende handwerkliche Tradition der Architektur, die sich nur partiell der theoretischen Rechtfertigung bedient — allerdings setzt gerade Böckler mit seiner Palladio-Rezeption und durch seine Buchveröffentlichungen hier neue Maßstäbe —, zum anderen verweist er auf ein grundsätzliches methodisches Problem der Architekturinterpretation: auf die Differenz zwischen den Gebäuden als real vorhandenen und als durch ‚Worte‘ beschreib- und analysierbaren Gegenständen.

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Literatur

  1. 1.
    Böckler 1648, 4. S. d. Vorrede; zu Böckler s. Vollmar 1983 und dazu die Rezension in Arte veneta 38 (1984) S. 232 f., Beyer 1984 jeweils mit weiterführender LiteraturGoogle Scholar
  2. 2.
    Zur Begriffsgeschichte s. Koselleck 1967; ders. 1972; Meier 1971; Sommer 1972; Schultz 1973; Lewandowski 1976; unergiebig: Rassem 1952Google Scholar
  3. 3.
    Lewandowski 1976, 3. Bd. S. 732 schreibt: „Wenn ein Wort zum Terminus wird, spezialisiert und verengt sich seine (bisherige) Bedeutung, es tritt (in der neuen Bedeutung) aus den bisherigen semantischen Beziehungen heraus... Zwischen dem Terminus und dem Wortschatz der Umgangssprache befindet sich ein Übergangsbereich, in dem umgangssprachlich gebrauchte Termini allmählich ihre definitiv-begriffliche Schärfe verlieren.”Google Scholar
  4. 4.
    In diesem Sinne sind „Begriffe nichts qualitativ andres als Wörter, sondern nur Wörter bestimmter Generalisierungsstufe”, Schultz 1973, S. 227, s. auch Koselleck 1972, S. XXIIGoogle Scholar
  5. 5.
    Koselleck 1972, S. XIX; s. auch die Kritik von M. Steinhauser an Germann 1974 in: Kritische Berichte 3. Jg. Heft 5/6 (1975), S. 109 ff.Google Scholar
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    Schultz 1973, S. 228Google Scholar
  7. 7.
    Als Beispiele können die Arbeiten von Habicht 1916 und Döry 1962 dienen.Google Scholar
  8. 8.
    Ansätze bei Elias 1969, bes. S. 86 ff.; s. dazu Kemp 1975, S. 131; s. auch Ehalt 1980 mit weiterführender Literatur.Google Scholar
  9. 9.
    In Goethes Xenie Säule findet sich eine Verarbeitung des in der Architekturtheorie wichtigen Stütze-Last-Prinzip: Müßig gelt ich nichts, ich gefalle nur, wenn ich trage,/Herrlich im glänzenden Reihn schmückt mich die glänzende Last; Goethe 1961, 4. T. S. 169. Sehr oft steht in Gedichten die Säule als Inbegriff der fürstlichen und städtischen Pracht und bildet so ein negatives Pendant zur ländlichen Einfachheit. Zernitz schreibt in Das Landleben: Die Bequemlichkeit ist hesser, Als die Pracht corinthscher Schlösser...; Zernitz 1742, S. 318. Auch in dem anonymen Gedicht An Chloris, Auf das Landleben heißt es zur Stadt: Wo hier, in stolzer Seulen Reihen, Der Künstler kluge Baukunst prangt, da herrscht Verstellung, Pracht und Unlust. Auf dem Lande dagegen — wo ein gesuchter Zierrath fehlt — regiert der Schutzgeist niedrer Schäferhütten; s. Belustigungen VII. Bd. (1744), S. 389 f.Google Scholar
  10. 10.
    Die wichtigsten sind: Serlio 1608/09; Imhoff 1637; Böckler 1648; Liser 1673; Sandrart 1675 ff.; Füllisch 1681; Goldmann 1696; Dieussart 1697; Palladio 1698; Sturm, L.C. 1700; Sturm, J.C. 1702; Lauterbach 1706; Sturm, L.C. 1708; Decker 1711 ff.; Sturm, L.C. 1714; Sturm, L.C. 1718; Sturm, L.C. 1721b; Schübler 1732 ff.; Schübler (o.J.); Schübler (o.J.)a; Naumann 1736; Jugel 1744; Penther 1744 ff.; Sturm, L.C. 1745; Daviler 1747; Penther 1749; Succov 1751; Anweisung 1752; Hederich 1756; Laugier 1756; Rieger 1756; Belidor 1757 f.; LeClerc 1759; Eberenz 1761; Steingruber 1765; Angermann 1766; Laugier 1768; Izzo 1773; Anleitung 1776; Voch 1780a; Voch 1780 ff.; Voch 1781; Mayer 1782; Milizia 1784 ff.; Jester 1785; Helfenzrieder 1787; LeCamus 1789 f.; Erste Linien 1790; Schmidt 1790 ff.; Arnould 1791; Günther 1791; Cancrin 1792a; Stieglitz 1792 ff.; Birkner 1794; André 1797; Anfangsgründe 1797; Büsch 1800; Hirt, C.G. 1804; Schauff 1806; Weinbrenner 1810 ff.Google Scholar
  11. 11.
    S. dazu das Zitat aus der Sammlung nützlicher Aufsätze (1797); zitiert hier S. 15Google Scholar
  12. 12.
    Mathematik meint hier bis ins frühe 19. Jahrhundert hinein die Geometrie. Statische Berechnungen und damit die Anwendung der Algebra auf die Baukunst habe ich in den deutschen Traktaten des 18. Jahrhunderts nicht gefunden; s. dazu jetzt auch Müller, W. 1984.Google Scholar
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    Schwenter/Harsdörffer 1651; Gruber 1697; Sturm, J.C. 1702; Sturm, L.C. 1707; Sturm, L.C. 1710; Rohr 1713; Wolff 1716; Liebknecht 1724 ff.; Polack 1734; Schübler 1734; Jugel 1744; Wolff 1750 ff.; Schmidt, St. 1764; Lambrecht 1765; Hederich 1772; Clemm 1777; Mönnich 1781 ff.; Meinen 1788; Büsch 1800Google Scholar
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    Architektur als schöne Kunst: Sulzer 1759; Batteux 1762 f.; Algarotti 1769; Scheyb 1770; Scheyb 1774; Home 1775; Sulzer 1792 ff. Architektur als Zeichnungskunst: Reinhold 1784; Reinhold 1786 Zum Thema Architektur als schöne Kunst s. hier S. 25 ff.Google Scholar
  15. 15.
    Vignola-Ausgaben mit einem deutschen Text erscheinen: 1617, 1620, 1640, einige Ausgaben um 1650, 1650, 1651, 1660, 1664, 1694, 1699, einige Ausgaben um 1700, 1705, 1710, 1717, 1725, einige Ausgaben um 1750, 1771, 1781, 1782, 1787, 1788, 1795, einige Ausgaben um 1800, 1802, 1804, 1806, 1815, 1818, 1819, 1822, einige Ausgaben um 1825, 1828, 1829, einige Ausgaben um 1830, 1832, 1836, 1845, 1850, 1864; s. Schütte 1979, S. 228 Anm. 16 Traktate, die sich ausschließlich mit den Säulenordnungen befassen: Schöfferle 1671; Böckler 1684; Leuthner (o.J.); Person 1691; Seyler 1696; Lauterbach 1706; Indau 1722; Wagner 1728; Schübler 1728; Sturm, L.C. (o.J.); Schübler 1741; Nonnenmacher 1751; Bergmüller 1752; Stettner (o.J.); Wagener 1768; Beuther (o.J.); Voch 1778b; Voch 1779; De Montalegre (o.J.); Schauff 1790Google Scholar
  16. 16.
    Voch 1783; Stieglitz 1790; Moritz 1793; Böttiger 1795; Semler 1806 Der Text von Krubsacius 1759a ist nichts anderes als ein in Buchform veröffentlichter Nachdruck eines Zeitschriftenaufsatzes.Google Scholar
  17. 17.
    Fast alle Vorlagen der Rokokoornamentik sind auf diese Weise verbreitet worden. Vorlagebücher um 1800: Artistische Blätter 1800 f.; Bussler (o.J.); Heine (o.J.); Ruhl (o.J.); Wölfer (o.J.); Bau=Zierden 1820Google Scholar
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    Sturm, L.C. 1716, 1718a-d, 1720a, 1721, 1721a; s. auch Schütte 1984Google Scholar
  19. 19.
    Zu den Gebäudetypen s. Hartmann 1688; Decker 1711 ff.; Architectura 1720; Le Roy 1768; Steingruber 1773 ff.; Bothmer 1779; Felbiger 1783; Rulffs 1785; Colberg 1792. Dige zunehmende Bedeutung der Landwirtschaft und damit der sogenannten Ökonomiegebäude schlägt sich von den Siebziger Jahren an auch in der Buchproduktion nieder. Sie findet ihren Höhepunkt in David Gillys Handbuch der Land-Bau-Kunst (1797 ff.); s. außerdem Sturm, L.C. 1715; Leopold 1759; Wynblad 1768; Beckmann 1775; Keferstein 1776; Lange 1779; Cointe-raux 1793; Meinen 1796 f.; Gilly, D. 1801; zum gesamten Thema s. auch Schütte 1984, S. 221 ff. Zum Dach- und Zimmerwerk s. Walter 1704; Wilhelm (o.J.); Wilhelm 1705; Vogel 1708; Schillinger (o.J.); Schübler 1731; Angabe 1736; Erläuterungen 1760; Zimmermann 1761; Herzberg 1774; Voch 1777; Gilly, D. 1797Google Scholar
  20. 20.
    Zum Baurecht: Voch 1780b; Reinhold 1784a; Nilson 1828; zur Feuersicherheit: Sorgsame Angabe 1736; D’Espie 1793; Arnhardt 1804; zum Baumaterial: Bosse 1767; Loriot 1775; Kahrel 1791; Cointeraux 1793; zu den Baukosten: Penther 1743, 1753, 1765; Voch 1778c; Arnhardt 1804.Google Scholar
  21. 21.
    Allgemein zur Antike: Winckelmann 1762; Caylus 1766; Caylus 1768 f.; Stieglitz 1792; Stieglitz 1801; Hirt 1809; Stieglitz 1820; Hirt 1821 ff. zur antiken Topographie: Schübler 1732; Montfaucon 1757; Sayer 1764; Cramer 1773; Murr/Kilian 1777 ff.; Martini 1779; Forster 1780; Baumgärtner 1781; Sayer 1782; Sayer 1782a; Erdmannsdorf 1805 Reisebeschreibungen: Volkmann 1777 ff.; Weinlig 1782 ff.; Bartels 1789 ff.Google Scholar
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    Zur vorgriechischen Architektur: Fischer von Erlach 1725; Goguet 1760 ff.; Paw 1774 zur mittelalterlichen Architektur: Goethe 1773; Arnould 1812; Costenoble 1812; Grohmann 1812; Goethe 1817 zusammenfassende Darstellungen von: Le Roy 1768; Stieglitz 1792; Racknitz 1796; Fiorillo 1798 ff.; Stieglitz 1801Google Scholar
  23. 23.
    Zur Bibliographie s. Kirchner 1969 ff. Zum Inhalt der Zeitschriften s. Beuther 1790. Zu den Kunstzeitschriften ist noch immer Lehmann 1932 am ergiebigsten.Google Scholar
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    Sammlung nützlicher A ufsätze 1797 ff., 1. Bd. S. VI der Vorr.Google Scholar
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    Ebenda S. III f.Google Scholar
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    Zu den frühen Architekturzeitschriften insgesamt s. Fuhlrott 1976.Google Scholar
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    Kunstzeitung Augsburg 1770–72; Journall zur Kunstgeschichte 1775 – 89; Miscellaneen artistischen Inhalts 1779 – 87; Monatsschrift von bildenden Künsten 1782; Museum für Künstler und Kunstliebhaber 1787–92; Neues Museum 1794–95; Neue Miscellaneen 1795 ff.Google Scholar
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    So z.B. zur Archäologie: Archäologische Hefte 1801; Archäologisches Museum 1801 zur Gartengestaltung und zur Zimmerdekoration: Magazin für Freunde des guten Geschmacks 1795–1800; Ideenmagazin für Liebhaber von Gärten 1796–1806Google Scholar
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    Kunstzeitung Augsburg 1770–72; Monats-Schrift der Akademie der Künste 1788 – 89; Annalen der Akademie der Künste 1791Google Scholar
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    Martens 1971, S. 17; s. Neue Beyträge 1744–49; Neuer Büchersaal 1745–50; Hamburgisches Magazin 1748 – 57; Neuestes aus der anmuthigen Gelehrsamkeit 1751 – 62; Bibliothek der schönen Wissenschaften 1751–65; Beyträge zum Nutzen 1753–57; Neue Bibliothek 1760–1806; Deutscher Merkur 1773–90; Göttingisches Magazin 1780–1806; Berlinische Monatsschrift 1783–96; Schwäbisches Magazin 1784–88; Westphälisches Magazin 1784–88; Schwäbischer Merkur 1785 ff.; Deutsche Monatsschrift 1789–95; Berlinisches Archiv 1795–1800 Magazine zu Spezialthemen: Magazin für Schulen 1766–72; Sammlung antiquarischer Aufsätze 1778–79; Journal des Luxus und der Moden 1786–1801; Neues Göttingisches historisches Magazin 1793; Journal für Fabriken 1797–1800Google Scholar
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    S. hier S. 134 ff.; allgemein zur Verzierung: Rost 1786; Zimmertapezierung 1787; Riedel d.Ä. 1797a; Bertuch/Kraus 1790; Verzierung 1792; Racknitz 1798; Bertuch 1799Google Scholar
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    Siehe dazu die Kritik von Krubsacius in der Neuen Bibliothek 14 (1773), S. 287–294 und von C.H. Schmidt in den Franckfurter Gelehrten Anzeigen vom 4.12.1772Google Scholar
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    Schreiben über die A usstellung 1768; Beurtheilung 1770, 1773, 1778Google Scholar
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    Die neuesten Nachrichten 1744; Winckelmann 1759; Sendschreiben 1776; Villaume 1788; Gedike 1790; Schmidt 1792; Weinlig 1796; Wolzogen 1798; Gilly, Fr. 1799, 1799a; Gentz 1800; Rode 1800a; Hirt 1805aGoogle Scholar
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    Ökonomisch-physikalische Abhandlungen 1751–63; Neue Abhandlungen 1751–63; Journal von und für Deutschland 1784–92Google Scholar
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    S. das Beispiel bei Martens 1972, S. 361, wo es nach einem Zitat aus dem Biedermann (1728–29) von der Wohnung eines ehrlichen und frommen Nachbarn heißt: Sein Haus ist kein Pallast, aber auch keine Strohhütte. Man erblickt daran eine edle Einfalt, die doch der Bequemlichkeit und Ordnung nicht Eintrag thut. Es ist mehr dauerhaft als zierlich erbauet, und die Regeln der Kunst sind nur so weit in acht genommen, als sie zur Festigung des Gebäudes und der geschickten Einrichtung der Zimmer unentbehrlich sind...Google Scholar
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    Besold 1641; Fritschen 1730; Zedier 1732 ff.; Fäsch 1735; Krünitz 1773 ff.; Adelung 1774 ff.; Deutsche Encyclopädie 177S ff.; Sulzer 1792 ff.; Heydenreich 1793 ff.; Watelet 1793 ff.; Eberhard 1802Google Scholar

Copyright information

© Friedr. Vieweg & Sohn Verlagsgesellschaft mbH, Braunschweig/Wiesbaden 1986

Authors and Affiliations

  • Ulrich Schütte

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