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Einleitung

  • Ulrich Schütte
Chapter

Zusammenfassung

Die Formulierung des Themas dieser Arbeit ist Ergebnis und war nicht Ausgangspunkt. Ursprünglich bestand die Absicht, die Kritik an der Rocaille als zentrales Problem abzuhandeln, da die zu diesem Thema wichtigen Texte in der kunsthistorischen Literatur zwar immer wieder erwähnt, aber selten analysiert werden. Bei dieser Fragestellung hätte sich die Arbeit auf einen Zeitraum von ca. 1740 bis ca. 1770 beschränkt.1 Allerdings erwies sich schnell, daß die Kritik an der Rocaille nur als Teil der Kritik am gotischen und grotesken, bzw. arabesken Schmuck zu verstehen ist. Diese wiederum bezieht ihre Kriterien aus einem Ornament- und Architekturbegriff, der — dies ist eine wichtige These dieser Arbeit — stark von der Theorie der architektonischen Ordnung geprägt ist, wie sie sich in den Theorien über die Säulenordnungen konkretisiert. Ordnung ist für jede Architektur konstitutiv; Unordnung jeder Architektur fremd. Die Verzierung als Summe der den Gebäuden applizierbaren Objekte hat sich diesem Prinzip zu fügen und unterliegt dem Verdikt der Architekturfeindlichkeit, wenn sie unordentlich, regellos, willkührlich und beliebig ist. Die Gestaltung der Gebäude und der Verzierungen bleibt also auf Regeln verpflichtet und ist kein Produkt der individuellen Phantasie. So jedenfalls nach einem Architekturverständnis, wie es sich mit dem ‚Rationalismus‘ des frühen 18. Jahrhundert durch den Philosophen und Mathematiker Christian Wolff herausbildet und fast im ganzen 18. Jahrhundert fortwirkt. An diesem wird die Rocaille und jedes andere groteske Ornament gemessen.

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Literatur

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Copyright information

© Friedr. Vieweg & Sohn Verlagsgesellschaft mbH, Braunschweig/Wiesbaden 1986

Authors and Affiliations

  • Ulrich Schütte

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