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Psychologische Mobilmachung gegen Polen

  • Jutta Sywottek
Chapter
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Part of the Studien zur modernen Geschichte book series (SMG, volume 18)

Zusammenfassung

Es bleibt die antipolnische Propagandakampagne als die der Auslösung des Krieges unmittelbar vorausgehende Komponente der psychologischen Mobilmachung zu untersuchen. Im Gegensatz zu der propagandistischen Vorbereitung des im letzten Augenblick verhinderten Angriffs auf die Tschechoslowakei und ganz offensichtlich als Ergebnis des danach einsetzenden Lernprozesses wurde der Verteufelung des künftigen Aggressionsobjektes diesmal keine zentrale Rolle zugewiesen. Neben der Kampagne zur Stärkung des Vertrauens in die Unüberwindbarkeit der Militär- und Wirtschaftsmacht des Deutschen Reiches und seiner Verbündeten und der gezielten Verbreitung der These, der deutschen Bevölkerung werde nicht nur der ihr zustehende Lebensraum vorenthalten, sondern sie sei auch von mißgünstigen Neidern eingekreist, stellte die antipolnische Polemik lediglich einen, und zwar den zuletzt eingesetzten Faktor der propagandistischen Vorbereitung der deutschen Bevölkerung auf den Krieg dar. Der relativ späte Rückgriff auf die geläufigen Parolen der Volkstums-propaganda, die überdies hier noch mit von der Bevölkerung größtenteils akzeptierten Revisionsforderungen gekoppelt werden konnten, erklärt sich nicht nur aus dem Bestreben der Propagandaführung, die gegen Polen zu provozierenden Haßgefühle weit mehr als im Vorjahr die entsprechenden antitschechischen Emotionen mit einem möglichst unerschütterlichen Selbstvertrauen zu untermauern (1) und den sattsam bekannten Vorwürfen der Unterdrückung im Ausland lebender Deutscher durch ihre Integration in ein behauptetes weltweites System antideutscher Repressionen größeren Nachdruck zu verleihen, sondern spiegelt auch die erst im Frühjahr 1939 erfolgte Neufestsetzung der Rolle, die Polen im Konzept deutscher Expansionspolitik zugedacht war, wider.

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1976

Authors and Affiliations

  • Jutta Sywottek

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