Advertisement

Zusammenfassung

Bestimmend für die Struktur der politischen Willensbildung in der Bundesrepublik Deutschland sind u. a. die Prinzipien der Volkssouveränität und Repräsentation. Volkssouveränität wird in dem Satz ausgedrückt: „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus." Damit in Zusammenhang gebracht, bedeutet Repräsentation, daß das Volk nicht unmittelbar herrscht, sondern mit Hilfe der Parteien rechtlich unabhängige, an keine Aufträge und Weisungen gebundene Repräsentanten wählt. Beide Prinzipien verbinden sich in verschiedener Weise. Eine dieser möglichen Verbindungen ist die parlamentarische Demokratie, deren Wesensmerkmal darin gesehen wird, daß die Regierung aus dem vom Volke gewählten Parlament hervorgeht und diesem gegenüber während seiner Amtszeit verantwortlich bleibt. Für sie hat sich das Grundgesetz (GG) entschieden. Es fügt jedoch der Volkssouveränität und Repräsentation noch das aus der deutschen Geschichte stammende Prinzip des Föderalismus hinzu. Das hat zur Folge, daß sich die politische Meinungs- und Willensbildung durch Meinungsbildung im Volk — Wahlakt und Mandatsübertragung an die Repräsentanten, legitimierte Formulierung des hypothetischen Volkswillens durch diese — nebeneinander in Bund und Ländern vollzieht, wobei durch den Bundesrat eine indirekte Verschränkung beider erfolgt.13

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Anmerkungen

  1. 12.
    12 a Als Kommunikations- und als Kooperationszentrum der Länderparlamente dient die Konferenz der Landtagspräsidenten. Trotz der von dieser ausgearbeiteten und zumeist einstimmig verabschiedeten Empfehlungen und Mustergesetzentwürfe weisen die parlamentsrechtlichen Regelungen von LandGoogle Scholar
  2. zu Land — so etwa zur Organisation und Arbeitsweise der Untersuchungsausschüsse — noch immer beträchtliche Unterschiede auf.Google Scholar
  3. 13.
    T. Ellwein: Das Regierungssystem der Bundesrepublik Deutschland, 3. Auflage, Opladen 1973, S. 105.Google Scholar
  4. 14.
    T. Maunz: Das Verhältnis von Bund und Ländern in verfassungsrechtlicher Sicht, in K. Low (Hrsg.): 25 Jahre Grundgesetz, Köln 1974, S. 131.Google Scholar
  5. 15.
    Theodor Eschenburg in: Verfassung und Verfassungswirklichkeit des Südweststaates, Stuttgart 1952, S. 42–44.Google Scholar
  6. 16.
    S. Mielke: Länderparlamentarismus, Bonn 1971, S. 12–15.Google Scholar
  7. 17.
    K. Loewenstein: Der Britische Parlamentarismus, Entstehung und Gestalt, Reinbek 1964, S. 145.Google Scholar
  8. 18.
    S. Mielke: Länderparlamentarismus, Bonn 1971, S. 15.Google Scholar
  9. 19.
    L. Rossmann: Der Bayerische Senat — Repräsentation der Stände oder ebenbürtige Zweite Kammer? in: R. A. Roth (Hrsg.): Freistaat Bayern. Die politische Wirklichkeit eines Landes der Bundesrepublik Deutschland, München 1975, S. 237ff.Google Scholar
  10. 20.
    Projektgruppe am Institut für Kommunikationswissenschaft der Universität München (Hrsg.): Politische Kommunikation — Eine Einführung, Berlin 1976, S. 88 ff.Google Scholar
  11. 21.
    D. Reiss: Schulreform im Abseits, in: Stuttgarter Zeitung, 13. März 1978.Google Scholar
  12. 22.
    H.-G. Wehling und R. Wehling: Parlamentsauflösung durch Volksabstimmung? Zur Volksabstimmung in Baden-Württemberg, in: ZParl 1/1972, S. 76–85Google Scholar
  13. 23.
    M. Abelein: Plebiszitäre Elemente in den Verfassungen der Bundesländer, in: ZParl 2/1971, S. 187.Google Scholar
  14. 24.
    A. Katz: Politische Verwaltungsführung in den Bundesländern — dargestellt am Beispiel der Landesregierung Baden-Württembergs, Berlin 1975, S. 73/75.Google Scholar
  15. 25.
    G. v. Waidenfels: Auf dem Wege zum Beamtenstaat? Erfahrungen und Hoffnungen eines Parlamentariers, in: K. Faltlhauser/E. Stoiber (Hrsg.): Politik aus Bayern, Stuttgart 1976, S. 260.Google Scholar
  16. 26.
    T. Ellwein: Das Regierungssystem der Bundesrepublik Deutschland, 3. Auflage, Opladen 1973, S. 60.Google Scholar
  17. 27.
    H. Laufer: Das föderative System der Bundesrepublik Deutschland, 2. Auflage, München 1974, S. 122 ff.Google Scholar
  18. 28.
    K. Frey: Konstruktiver Föderalismus, Weinheim/Basel 1976.Google Scholar
  19. 29.
    G. Lehmbruch: Parteienwettbewerb im Bundesstaat, Stuttgart 1976, S. 77.Google Scholar
  20. 30.
    F. W. Scharpf/B. Reissert/F. Schnabel: Politikverflechtung: Theorie und Empirie des kooperativen Föderalismus in der Bundesrepublik, Kronberg 1976, S. 13/22.Google Scholar
  21. 31.
    Ebenda, S. 22.Google Scholar
  22. 32.
    Stuttgarter Zeitung, 16. Juli 1977: „Lothar Späth sieht in der Gestaltung des Alltags Hauptaufgabe der Landespolitik."Google Scholar
  23. 33.
    Zur Bildung von Subsystemen A. Etzioni: The active society, 1968, S. 477 ff.Google Scholar
  24. 34.
    W. Leisner: Schwächung der Landesparlamente durch grundgesetzlichen Föderalismus, in: Die Öffentliche Verwaltung, H. 11–12/1968, S. 391.Google Scholar
  25. 35.
    Ebenda, S. 390.Google Scholar
  26. 36.
    H. Laufer: Der Bundesrat, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 2/72, S. 37.Google Scholar
  27. 37.
    W. Hennis: Parlamentarische Opposition und Industriegesellschaft. Zur Lage des parlamentarischen Regierungssystems, in: Gesellschaft-Staat-Erziehung, 5. Jg. (1956), S. 213 ff.Google Scholar
  28. 37a.
    T. Eschenburg: Parlamentarische Regierung in den Ländern, in ders. Zur politischen Praxis in der Bundesrepublik, Bd. 1 (1957–1961), München 1964, S. 208–212.Google Scholar
  29. 37b.
    W. Leisner: Schwächung der Landesparlamente durch grundgesetzlichen Föderalismus, in: Die öffentliche Verwaltung, H. 11–12, S. 390. Dazu auch Dr. Leuze (FDP/DVP) am 5. Februar 1969 im baden-württembergischen Landtag: „So hat sich der verfassungsrechtliche Status der deutschen Länder doch sehr stark dem Status der Schweizer Kantone angenähert. Es drängt sich der Gedanke auf, ob die deutschen Länder ihre Landesregierungen, dem Beispiel der Schweiz folgend, nicht als unabhängige oberste Verwaltungsbehörden konstituieren sollten, mit der Folge, daß auch die Landesparlamente in voller Unabhängigkeit und ohne jeden Zwang zur Koalitionsbildung den Landesregierungen gegenüberstehen würden. Der Gedanke wäre der Vertiefung wert…"Google Scholar
  30. 38.
    F. Schäfer/C. O. Lenz/E. Busch/G. Kretschmer/W. Zeh: Neue Herausforderungen an Politik und Verfassung. Anmerkungen zum Schlußbericht der Enquete-Kommission Verfassungsreform des Deutschen Bundestags, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 28/77.Google Scholar
  31. 39.
    W. Hennis: Parlamentarische Opposition und Industriegesellschaft. Zur Lage des parlamentarischen Regierungssystems, in: Gesellschaft-Staat-Erziehung, 5. Jg. (1956), S. 213 ff.Google Scholar
  32. 40.
    K. P. Siegloch: Kritik und Alternativen zum parlamentarischen Regierungssystem in den Bundesländern, in: ZParl 3/1972, S. 367 ff.Google Scholar
  33. 41.
    Dazu: J. Steiner: Das politische System der Schweiz, München 1971.Google Scholar
  34. 41a.
    G. Lehmbruch: Proporzdemokratie — Politisches System und politische Kultur in der Schweiz und in Österreich, Tübingen 1967.Google Scholar
  35. 42.
    G. Schmid: Föderalismus und Ständerat in der Schweiz, in: ZParl 3/1977, S. 342.Google Scholar
  36. 43.
    A. Riklin: Die Funktionen des Schweizerischen Parlaments im internationalen Vergleich, in: ZParl 3/1977, S. 384.Google Scholar
  37. 44.
    W. Freiberg: Grundfragen der Kommunalpolitik, Mainz 1970, S. 44.Google Scholar
  38. 45.
    Nach C. J. Friedrich: Politik als Prozeß der Gemeinschaftsbildung, Köln/Opladen 1970, S. 438.Google Scholar
  39. 46.
    P. Lerche: Föderalismus als nationales und internationales Ordnungsprinzip, in: WDStRL, H. 21/1964, S. 85–88.Google Scholar

Copyright information

© Leske Verlag + Budrich GmbH, Opladen 1979

Authors and Affiliations

  • Herbert Schneider

There are no affiliations available

Personalised recommendations