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Aspekte einer Umsetzung des Konzeptes der konsolidierten Grenzplankostenrechnung in die betriebliche Datenverarbeitung

  • Michael Rein

Zusammenfassung

Die Verknüpfung von Kostenrechnung und betrieblicher Datenverarbeitung ist schon seit langem Gegenstand der ko-stenrechnungsbezogenen Literatur.1 Vorteile durch den Einsatz der Datenverarbeitung (DV) in der Kostenrechnung allgemein können in der hohen Verarbeitungsgeschwindigkeit, der Berechnungssicherheit und der Möglichkeit, kapa-zipativ unbegrenzte Speicher2 bereitzustellen, gesehen werden.3 Diese Vorteile treffen auch für das Konzept der konsolidierten Grenzplankostenrechnung zu, bedenkt man, daß die schon aus den modellhaften Darstellungen ersichtliche Datenfülle (vgl. insbesondere Modell 5, Kap. V) unter den Bedingungen der Realität, d. h. Hunderten von Kostenstellen und Kostenträgern sowie Tausenden von Kostenarten, ein Ausmaß annimmt, welches eine manuelle Handhabung verbietet. Die beim Einsatz von elektronischen Datenverarbeitungsanlagen (EDVA) stattfindende teilweise Substitution menschlicher durch maschinelle Arbeit und die Möglichkeit der nutzergerechten Zurverfügungstellung aktuellen Datenmaterials, gewinnen für die konsolidierte Grenzplankostenrechnung besondere Bedeutung, besteht doch in einem zentralen Konzept der Unternehmensführung, als welches das in Rede stehende kalkulatorische Rechenwerk gekennzeichnet wurde, die Gefahr einer führungsmäßigen Überlastung der Unternehmensspitze.1

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Hinweise

  1. 1).
    Vgl. Bühner, Organisationslehre, a. a. O., S. 94; vgl. dazu auch Minning, C.: Einfluss der computergestützten Informations-und Kommunikationstechnologie auf das menschliche Informationsverhalten; Bern, Berlin, Frankfurt am Main u. a. 1991, S. 201-208; zu den die Entscheidungszentralisation begünstigenden Wirkungen des Einsatzes der betrieblichen Datenverarbeitung vgl. Grochla: Zur Diskussion über die Zentralisationswir-kung automatischer Datenverarbeitungsanlagen, in: ZfO, 38. Jg., 1969, S. 50 f. und Liedtke, U.: Controlling und Informationstechnologie, München 1991 (Zugl.: Frankfurt am Main, Univ., Diss), S. 165-169; ferner: Kubicek, H.: Informationstechnologie und organisatorische Regelungen, Berlin 1975, S. 156-197; Damit wird nicht ausgeschlossen, daß sich der Gebrauch der betrieblichen Datenverarbeitung auch unter anderen Bedingungen der Unternehmensaufbauorganisation und Unternehmensführung (konglomerate Konzernstruktur mit weitgehender Selbständigkeit der einzelnen Konzernbereiche) als nützlich erweist und mit anderen Argumenten begründet werden kann. Man denke hierbei an die Möglichkeiten umfangreicher Datenerfassung und (eigentlicher) Datenverarbeitung auf Ebene der einzelnen — voneinander unabhängigen — Sparten, die infolge der heutigen Verfügbarkeit leistungsstarker und kostengünstiger EDVA möglich ist. (Vgl. dazu Becker, R.: Der Wandel in der organisatorischen Gestaltung beim Einsatz von Informationstechnologien; Frankfurt am Main, Bern, Cirencester 1980, S. 119 ff. undGoogle Scholar
  2. Kober, H.: Die Unternehmensstruktur als bestimmender Faktor für Zentralisierung und Dezentralisierung in der Datenverarbeitung, in: HMD, 22. Jg., 1985, Heft 121, S. 50 f.)Google Scholar
  3. 1).
    Vgl. Griese, J.: Die Bedeutung von Informationssystemen im internationalen Wettbewerb, in: Wirtschaftsinformatik, 32. Jg. der edv/Angewandte Informatik, 1990, S. 138Google Scholar
  4. 2).
    Vgl. Albach: Kosten, Transaktionen und externe Effekte im betrieblichen Rechnungswesen, in: ZfB, 58. Jg., 1988, S. 1163; Die Bezeichnung eines Teils der Unternehmenskosten als ‘Koordinationskosten’ beruht auf der Untergliederung der Gesamtkosten nach dem Kriterium des durch die Kostenentstehung berührten strategischen Wettbewerbsvorteils. Gegenstücke der Koordinationskosten sind die Produktions-und die Transaktionskosten. Transaktionskosten sind dabei die Kosten, die im Zusammenhang mit der Planung und Durchführung von Beschaff ungs-oder Absatzbeziehungen im Rahmen sog. neo-klassicher Vertragsverhältnisse entstehen. Neoklassische Vertragsverhältisse berücksichtigen im Unterschied zu klassischen Verhältnissen u. a., daß Beziehungen zu Lieferanten oder Abnehmern auf Dauer angelegt sein können und nicht allein eng auf die Hauptleistung ausgerichtet sind, sondern weitere Dimensionen wie bspw. die Schulung von Kundenmitarbeitern oder die Ingangsetzung der gelieferten Anlagen erfassen, (vgl. ebenda, S. 1159 — 1163) Im Verhältnis zur Einteilung nach Primär-und Sekundärkosten, stellen Produktions-, Transaktions-und Koordinationskosten abgeleitete Kostenarten dar.Google Scholar
  5. 1).
    Vgl. dazu auch Klingler, B. F.; Wullenkord, A.: EDV-gestützte Konzernkostenrechnung, in: Controlling, 4. Jg., 1992, S. 2Google Scholar
  6. 1).
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  7. 2).
    Vgl. Kirsch, W.; Klein, H. K.: Management-Informationssysteme, Bd. 1 — Wege zur Rationalisierung der Führung; Stuttgart, Berlin, Köln, Mainz 1977, S. 15; zum Methodenbegriff vgl. auch Gans, C.: Strukturen der Informationsverarbeitung im Rechnungswesen, in: WISU, 15. Jg., 1986, S. 123; zum hier nicht weiter berücksichtigten Modellbegriff vgl. Zahn, Informationstechnologie, a. a. O., S. 241; zu weiteren informationstechnologischen Komponenten eines CIS vgl. Picot, Maier; a. a. O., Sp. 926-929Google Scholar
  8. 1).
    Steffen, R.: Kostenrechnung und CIM, in: Männel, W. (Hrsg.), Handbuch Kostenrechnung, Wiesbaden 1992, S. 1216–1220; vgl. zu Integrationsversuchen des Rechnungswesens mit anderen betrieblichen Funktionen weiterhin Plattner, H.; Kagermann, H.: Einbettung eines Systems der Plankostenrechnung in ein EDV-Gesamtkonzept, in: Scheer, A.-W. (Hrsg.), Grenzplankostenrechnung — Festschrift für Hans Georg Plaut zum 70. Geburtstag; 2., durchgesehene Auflage, Wiesbaden 1991, S. 137 ff.; zu Integrationsversuchen innerhalb des Rechnungswesens selbst vgl. Dechert, K.-H.: Erschließung strategischer Erfolgspotentiale durch ein voll integriertes DV-gestütztes Rechnungswesen, in: KRP, o. Jg., 1991, S. 298–301Google Scholar
  9. 1).
    Vgl. Niedereichholz, Kaucky; a. a. O., S. 19-25 und Lausen, G.; Marx, B.: Das Relationenmodell und die Normalisierung, in: HMD, 27. Jg., Heft 152, 1990, S. 30 ff.Google Scholar
  10. 3).
    Vgl. Bauer, M.: Hierarchische, vernetzte oder relationale DB?, Teil 3, in: Online, Heft 6, o. Jg., 1984, S. 35 f.Google Scholar
  11. 1).
    Vgl. Mertens, P.; Hansen, K.; Rackelmann, G.: Selektionsentscheidungen im Rechnungswesen — Überlegungen zu computergestützten Kosteninformationssystemen, in: DBW, 37. Jg., 1977, S. 77 ff.Google Scholar
  12. Wedekind, H.; Ortner, E.: Der Aufbau einer Datenbank für die Kostenrechnung, in: DBW, 37. Jg., 1977, S. 533 ff.; Puhl, W.: Entwurf und Realisierung eines computergestützten Kosten-und Erlösinformationssystems auf der Basis einer Datenbank und einer Methodensammlung, Diss., Erlangen-Nürnberg 1983; Haun, P.: Entscheidungsorientiertes Rechnungswesen mit Daten-und Methodenbanken, Heidelberg 1987 (Zugl.: Erlangen-Nürnberg, Univ., Diss.); Sinzig: Datenbankorientiertes Rechnungswesen, 3. Auflage; Berlin, Heidelberg, New York u. a. 1990; Fischer, R.; Rogalski, M.: Datenbankgestütztes Kosten-und Erlöscontrolling, Wiesbaden 1991 (Zugl.: Bremen, Univ., Diss. 1990)Google Scholar
  13. 4).
    Vgl. Kilger, Grundrechnung, a. a. O., S. 428; Die Auffassung Kilgers zur Gestaltung der Grundrechnung ist nicht ohne Widerspruch geblieben. Andere Meinungen beschränken den Umfang der Grundrechnung allein auf die Kostenartenrechnung, (vgl. bspw. Haun, a. a. O., S. 12) Die Kostenstellenrechnung zählt nach diesen Meinungen zu den Sonderrechnungen. Begründet werden kann die Beschränkung der Grundrechnung auf die Kostenartenrechnung damit, “daß Kostenverrechnungen innerhalb der Grundrechnung (wie sie Rahmen der Verrechnung innerbetrieblicher Leistungen durch die Kostenstellenrechnung vorgenommen werden; A. d. V.) die Ermittlung der entscheidungsrelevanten Kosten für andere als die vorgedachten Zwecke unmöglich machen” (Haun, a. a. O., S. 14; vgl. dazu auch die Ausführungen Riebels zum Charakter der Grundrechnung, Riebel: Zum Konzept der zweckneutralen Grundrechnung, in: ZfbF, 31. Jg., 1979, S. 791 ff.)Google Scholar
  14. 1).
    Hansen, a. a. O., S. 526; vgl. zur Begriffassung auch: Bayer, R.; Elhardt, K.; Kießling, W.; Killar, D.: Verteilte Datenbanksysteme, in: Informatik-Spektrum, Bd. 7, 1984, S. 1Google Scholar
  15. 3).
    Reuter, A.: Verteilte Datenbanksysteme, in: Valk, R. (Hrsg.), Gesellschaft für Informatik: GI Jahrestagung vom 17.–19. Oktober 1988 in Hamburg — Vernetzte und komplexe Informatik-Systeme, Bd. I; Heidelberg, Berlin, New York u. a. 1988, S. 17Google Scholar
  16. 5).
    Vgl. Bues, M.: Anforderungen an verteilte Datenbanken, in: HMD, 28. Jg., 1991, Heft 157, S. 37Google Scholar
  17. 1).
    Vgl. Chen, P. P.-S.: The Entity-Relationship Model — Toward a Unified View of Data, in: Association of Computing Machinery — Transactions on Database Systems, Vol. 1, No. 1, März 1976, S. 9 ff.; zu den Erweiterungen des Entity-Relationship Modells vgl. Scheer, Wirtschaftsinformatik, a. a. O., S. 32 und die dort angegebene LiteraturGoogle Scholar
  18. 3).
    Vgl. Schwarze, a. a. O., S. 156-158 und Tanenbaum, A. S.: Computer-Netzwerke, 2. Auflage, Attenkirchen 1990, S. 139; zur Benutzung von WANs durch Unternehmen als sog. ‘Corporate Networks’ vgl. Reuber, C.: Vernetzung ohne Grenzen, in: Personal Computer, o. Jg., Heft 8, 1992, S. 32–34Google Scholar
  19. 1).
    Zu den Funktionen der Schichten ausführlich vgl. Effelsberg, W.; Fleischmann, A.: Das ISO-Referenzmodell für offene Systeme und seine sieben Schichten, in: Informatik-Spektrum, Bd. 9, 1986, S. 280 ff.; Tanenbaum, a. a. O., S. 18-24Google Scholar
  20. 1).
    Zu MAP vgl. Kauffels: Rechnernetzwerksystemarchitekturen und Datenkommunikation; 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage; Mannheim, Wien, Zürich 1991, S. 391-397 und Scholz, B.: CIM-Seminar — Heterogene lokale Netze: MAP, in: CIM-Management, o. Jg., 1990, S. 25 ff.Google Scholar

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© Deutscher Universitäts-Verlag GmbH, Wiesbaden 1993

Authors and Affiliations

  • Michael Rein

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