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Einleitung: Gewalt als geschichtliches Substrat der Szenesubkultur

  • Peter Noller

Zusammenfassung

Die Untersuchung stellt den Versuch dar, die materielle Kultur1 der Heroinszene als ambivalente Ausdrucksform einer subkulturellen Lebensweise zu deuten, die bestimmte Subjektivitätsformen wie auch deren Verhinderung hervorbringt: Rebellion und Knechtschaft. Der Schwerpunkt liegt auf der Beschreibung der materiellen Erkenntnis, die die Heroinszene über die soziale wie die eigene Welt hervorbringt. Die Erfahrung von Gewalt wird dabei als konstitutives Element begriffen für die Beschränkungen, denen sich die Fixer auf der Subkultur unterwerfen, wie auch für ihre Lebensentwürfe zur Überschreitung des Gegebenen. Die Arbeit greift diesen Zusammenhang unter der Fragestellung auf: wie kann auch noch in einer von Gewalt beherrschten Szene wie der Heroinszene die Möglichkeit sich befreiender Subjektivität gedacht werden? Ich versuche, diese Frage aus einer doppelten Perspektive zu beantworten: auf der einen Seite wird der Prozess der 》Subjektivierung von Randständigen《 (K. Dörner 1988)2 ernst genommen, auf der anderen Seite wird deutlich gemacht, wie Fixer, die sich als Fixer bekennen, der herrschenden Kultur einen Spiegel über ihre eigene Verfaßtheit vorhalten. Mit der Verbindung beider Seiten in der Analyse möchte ich schließlich zeigen, daß die Anerkennung der 》anderen《 Kultur der Heroinszene die Grenzziehung der Bürger gegen die Randständigen als ihre Objekte und Opfer unbrauchbar macht, und die Voraussetzung für einen nicht repressiven Umgang mit dem sozialen Problem Heroinabhängigkeit sowie für die Selbstbefreieiung der Fixer schafft.

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© Deutscher Universitäts-Verlag GmbH, Wiesbaden 1989

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  • Peter Noller

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