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Zum Verständnis von Krisen und politischen Revolutionen

Einige Bemerkungen aus kybernetischer Sicht (Tonbandtranskript)
  • Karl W. Deutsch
Part of the Uni-Taschenbücher book series (UT23, volume 189)

Zusammenfassung

Zunächst eine Vorbemerkung zur bisherigen Diskussion des Krisenbegriffs: Es ist vielleicht nützlich, darauf hinzuweisen, daß Abstraktionen, die uns durch längere Lektüre vertraut sind, selten als unhistorisch auffallen. Wahrscheinlich hat jeder in diesem Raum einmal das Kommunistische Manifest gelesen und darin den ersten Satz bemerkt, in dem es heißt: Alle bisherige Geschichte sei eine Geschichte von Klassenkämpfen. Und wenige von Ihnen haben an den Rand geschrieben: Wie unhistorisch! Wie kann man denn moderne Geschichte und vergangene Geschichte vergleichen! Es wird dann sofort ärger: ≫Patrizier und Plebejer≪, beginnt der nächste Satz, Bürger und Geselle im Mittelalter. Es wird also über alle möglichen verschiedenen Geschichtsepochen hinweg verglichen. Später im Text heißt es dann, daß die billigen Preise des englischen Kattuns die schwere Artillerie wären, welche, so sagt Marx die Chinesische Mauer in Grund und Boden schießt. (Inzwischen ist Henry Kissinger auf der Chinesischen Mauer fotografiert worden.) Sie sehen, daß sich niemand daran stößt, Begriffe wie Klasse oder Klassenkampf über Kontinente und Jahrtausende hinweg anzuwenden. Das ist aber keineswegs nur eine Besonderheit der verschiedenen Spielarten der marxistischen Anschauung.

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag Opladen 1973

Authors and Affiliations

  • Karl W. Deutsch
    • 1
  1. 1.HarvardUSA

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