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Militärpolitik/Sicherheitspolitik

  • Dieter Dettke

Zusammenfassung

Gegenwärtige Problematik — Sicher zu sein ist für jede Gesellschaft ein legitimes Ziel, dem in der Rangfolge politischer Prioritäten in der Regel große Bedeutung zugemessen wird. Die Mittel, die in jeder einzelnen Gesellschaft zur Gewährleistung der Sicherheit aufgewendet werden, machen einen erheblichen Anteil an den Staatsausgaben und am Bruttosozialprodukt aus. Im Rahmen der → Außenpolitik eines Staates orientiert sich Sicherheitspolitik mehr oder weniger am Zustand der Unverwundbarkeit der jeweiligen Gesellschaft. Nur wenige Gesellschaften sind jedoch heute in der Lage, ihre Sicherheit autonom zu gewährleisten. Aboslute Sicherheit im Sinne von Unverwundbarkeit ist angesichts nahezu beliebig vieler Möglichkeiten der Verletzung durch militärische und/oder wirtschaftliche Mittel oder durch Terror, Erpressung, Druck und Drohung eine Illusion. Die Sicherheit einer Gesellschaft kann auf sehr verschiedene Weise verloren gehen: militärisch, wirtschaftlich, auf dem Wege ideologischer Beherrschung oder durch inneren Zerfall. Die Mittel, die sich in dieser Situation zur Reduzierung von Verwundbarkeit finden und einsetzen lassen, können also nicht nur auf militärischen Schutz abgestellt sein. Sie müssen auch auf die Schaffung friedlicher Außenbeziehungen gerichtet sein und/oder die Kosten einer Verwundung zu erhöhen trachten. Im militärischen Verhältnis zwischen den USA und der UdSSR stellt gegenseitige Verwundbarkeit sogar ein stabilisierendes Element der Sicherheit dar. Sicherheit könnte angesichts der faktischen regionalen und weltweiten Interdependenz zahlreicher Lebensbereiche und der damit verbundenen größeren Verwundbarkeit jeder Einzelgesellschaft prinzipiell auch durch bewußtes Akzeptieren gegenseitiger Verwundbarkeit gewährleistet werden.

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Literatur

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1977

Authors and Affiliations

  • Dieter Dettke

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