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Internationales Recht (iR)

  • Gerhard W. Wittkämper

Zusammenfassung

Begriff — Der Begriff des iR ist mehrdeutig. Einmal werden darunter Rechtsnormen verstanden, die nach ihrem räumlichen Geltungsbereich unter allen Staaten dieser Welt oder unter allen Staaten einer bestimmten Region eingeführt sind, etwa die UN-Konvention zur Verhütung des Völkermordes vom 9.12 1948 oder die Europäische Konvention zum Schutze der Menschenrechte vom 4.11.1950. Hier ist also der räumliche Geltungsbereich maßgebend für die Begriffsbildung. — Zum anderen werden darunter die Normen des Rechtsanwendungsrechts verstanden, das heißt die Normen des Rechts, welches bestimmt, was gelten soll, wenn eine Rechtsbeziehung oder ein Rechtsverhältnis über das Gebiet eines Staates und seine Gebietshoheit hinaus wirkt, etwa: Ein exilrussischer Messebesucher aus der Türkei will in München eine englische Sekretärin heiraten, die ihren dauernden Wohnsitz wegen Beschäftigung bei einem multinationalen Unternehmen in Mailand hat. In diesem Fall bestimmt das internationale Eherecht, welches Eherecht auf die Eheschließung Anwendung findet, und das internationale Verwaltungsrecht, in welchem Verwaltungsverfahren, falls überhaupt, eine solche Eheschließung erfolgen kann, ferner bestimmt wiederum das internationale Familienrecht, Teil Ehegüterrecht, welches Güterrecht in dieser Ehe gelten wird. In diesem zweiten Sinne bedeutet als iR die Gesamtheit der Normen, und zwar der Normen von Staaten, die in Fällen rivalisierender Rechtsordnungen bestimmen, welches Recht nach dem Willen des Staates gelten soll. — Viele Laien (und sehr wenige Juristen) verwenden den Begriff auch noch in einem dritten Sinn: Internationales Recht ist für sie das Völkerrecht, das sind alle Rechtsnormen, die für den Verkehr der Völkerrechtssubjekte untereinander und überhaupt für alle denkbaren Rechtsbeziehungen zwischen ihnen gelten, also insbesondere das Recht, welches zwischen den Staaten gilt.

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Literatur

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1977

Authors and Affiliations

  • Gerhard W. Wittkämper

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