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Chinesisch-sowjetischer Konflikt

  • Jürgen Domes

Zusammenfassung

Der Zerfall des im Februar 1950 abgeschlossenen Bündnisses zwischen der UdSSR und der VR China und die mit ihm verbundene Auseinandersetzung zwischen diesen beiden kommunistisch regierten Mächten hat seit den späten 50er Jahren dieses Jahrhunderts die Entwicklung der internationalen Politik maßgeblich mitbestimmt. Nach dem Sieg der Kommunisten im chinesischen Bürgerkrieg und der Gründung der VR China am 1. Oktober 1949 schien es zunächst, als werde sich eine enge und umfassende strategische Zusammenarbeit dieser beiden Mächte herausbilden. Das sino-sowjetische Vertragswerk vom Februar 1950 räumte neben einem auf 30 Jahre geschlossenen Verteidigungspakt der Sowjetunion Sonderrechte in China ein, vor allem in der Mandschurei und in Sinkiang. Außerdem gewährte die UdSSR der VR China Entwicklungskredite, und sowjetische Berater wirkten beim Aufbau der chinesischen Schwerindustrie sowie bei der Modernisierung der chinesischen Streitkräfte mit. Dennoch gestalteten sich die Beziehungen der beiden Staaten anders als jene zwischen der UdSSR und den kommunistisch regierten Ländern in Osteuropa: China konnte auch in den frühen 50er Jahren kaum als sowjetischer Satellit bezeichnet werden. Die chinesische Partei hatte sich seit 1927 weitgehend unabhängig vom sowjetischen Einfluß entwickelt, erst 1945/46 leistete die UdSSR den chinesischen Kommunisten in der Mandschurei maßgebliche materielle Hilfe.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1977

Authors and Affiliations

  • Jürgen Domes

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