Theorie und Praxis

  • Erich Wittmann

Zusammenfassung

Der Übergang von den für die Didaktik grundlegenden Wissenschaften zu den Einzelfragen des Mathematikunterrichts (z. B. zur Behandlung der Teilbarkeit in Klasse 5) sollte nicht in einem Sprung vollzogen werden. Ebenso wie in anderen Wissenschaften empfiehlt sich aus Gründen der Ökonomie, der Übersicht, der gegenseitigen Befruchtung verschiedener Teilgebiete sowie aus Gründen einfacherer Darstellbarkeit und Lehrbarkeit die Einschaltung eines Zwischenniveaus, nämlich einer mathematischen Unterrichtstheorie, in welcher mathematikdidaktische Aussagen mit einem hohen Grad an Allgemeinheit formuliert werden. In der Lehrerbildung kann von einer solchen Warte aus auf ein übergreifendes Verständnis des Unterrichts hingearbeitet werden, das dauerhafter ist, flexiblere Lehrstrategien vermittelt und daher für den Lehrer letzten Endes effektiver ist, als im Gegensatz dazu eine Programmierung auf feste Stoffparzellen und darauf zugeschnittene feste Methoden. Die Didaktik darf aber nicht auf dem Zwischenniveau stehenbleiben, sondern muß tatsächlich zu Unterrichtskonzeptionen und ihrer Realisierung vorstoßen (wobei auch solche Punkte nicht übersehen werden, wie z. B. der zeitliche und intellektuelle Aufwand, den Erstklässler zum Einpacken der Merkmalklötze benötigen).

Copyright information

© Friedr. Vieweg & Sohn Verlagsgesellschaft mbH, Braunschweig 1974

Authors and Affiliations

  • Erich Wittmann
    • 1
  1. 1.Pädagogischen Hochschule Ruhr - Abteilung DortmundDeutschland

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