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Zusammenfassung

Seit Mitte der 70er Jahre unterliegen die internationalen Finanzmärkte erheblichen Veränderungen, die sich vor allem in der stark wachsenden Bedeutung der sogenannten Finanzinnovationen widerspiegeln. In diesem einleitenden Kapitel soll zunächst die Entwicklung der Geld-, Kapital- und Kreditmärkte kurz umrissen werden, um die nachhaltigen, für Kreditinstitute relevanten Tendenzen an den Finanzmärkten zu identifizieren. Die so erkannten Markttendenzen konkretisieren sich in den einzelnen Finanzinnovationen, deren Ertragsoptimierung und Risikosteuerung Untersuchungsgegenstand der vorliegenden Arbeit ist. Eine Arbeitsdefinition des Begriffs “Finanzinnovation” schließt sich daher an. Das Kapitel endet mit einem Überblick über den Untersuchungsgang der Arbeit.

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Notes

  1. 1.
    Vgl. o.V. (1990d), S. 26.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. Cappellari (1990), S. 32.Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. Jeanneau (1989), S. 388.Google Scholar
  4. 4.
    So führta die Globalisierung zu Deregulierungen, die wiederum die Globalisierung unterstützten. Zu nennen ist auch der Kreislauf zwischen Regulierung und Marktinnovation: Regulierungen der Aufsichtsbehörden (Ursache) sind der Auslöser für die Einführung neuer Finanzinstrumente durch den Markt (Wirkung); die neuen Finanzinstrumente (Ursache) erfordern modifizierte Regulierungen der Aufsichtsbehörden (Wirkung) usw. Die Wirkung wird so zur Ursache der weiteren Entwicklung. Kane (1983), S. 96 f., spricht von “regulatory dialectic”.Google Scholar
  5. 1.
    Vgl. z.B. Bank for International Settlements (1986a), S. 7 f.Google Scholar
  6. 2.
    Vgl. Storck (1985), S.56.Google Scholar
  7. 3.
    Die Diskussion um den Wettbewerb zwischen den Welt-Finanzzentren wurde in den letzten Jahren insbesondere durch die stark wachsende Bedeutung Tokyos ausgelöst. In Europa versucht Frankfurt, den Vorsprung Londons, des wichtigsten Finanzpiatzes Europas, aufzuholen. Diese Bemühungen sind auch vor dem Hintergrund der Frage nach dem Standort einer (von einigen EG-Mitgliedern geforderten) europäischen Zentralbank wichtig.Google Scholar
  8. 4.
    Vgl. Walter (1989), S. 29.Google Scholar
  9. 5.
    Vgl. Schierenbeck (1987a), S. 202 f.Google Scholar
  10. 1.
    Nach wie vor gilt allerdings das Verankerungsprinzip, nach dem DM-Emissionen an einer deutschen Börse eingeführt werden müssen.Google Scholar
  11. 2.
    Vgl. Gerhardt (1985), S. 520 ff.Google Scholar
  12. 3.
    So Direktoriumsmitglied Köhler, in: o.V. (1990b), S. 21. Zusätzliche Deregulie-rungsmaßnahmen sind wünschenswert und werden (voraussichtlich) folgen: Novelle der §§ 795, 808a BGB, Wegfall der Börsenumsatzsteuer und der Mindestreserve, Modifizierung der Anlagerichtlinien für den Deckungsstock der Versicherungsgesellschaften, Genehmigung von Geldmarktfonds; vgl. Pohl (1989), S. 2 ff. Die Forderung nach einer Anpassung des Emissionsverfahrens des Bundes an moderne Handelstechniken wurde Mitte 1990 erfüllt; vgl. o.V. (1990h), S. 35.Google Scholar
  13. 4.
    Vgl. z.B. Bank for International Settlements, Ausschuß für Bankenbestimmungen und-Überwachung (1988), Follak (1988), Osborn/Evans (1988).Google Scholar
  14. 1.
    Vgl. Füllenkemper/Rehm (1985b), S. 511 f. Die Flexibilität äußert sich insbesondere in der Möglichkeit, Risiken aufsplitten und so effizient alloziieren zu können.Google Scholar
  15. 2.
    Vgl. Giersberg (1988), S. 2.Google Scholar
  16. 3.
    Ebenda. Hohe Zinssätze im kurzfristigen Bereich waren einer der entscheidenden Gründe für den Erfolg der Geldmarktfonds in den USA.Google Scholar
  17. 4.
    Vgl. Seipp (1987), S. B 33; Giersberg (1988), S. 3.Google Scholar
  18. 5.
    Zu nennen ist in diesem Zusammenhang insbesondere die Refinanzierung der hohen Staatshaushaitsdefizite großer Industrieländer, namentlich der USA. Vgl. Bank for International Settlements (1986a), S. 7 f.Google Scholar
  19. 6.
    Institutionelle Investoren machen an den wichtigen Finanzplätzen z.T. über 90% des Geschäftsaufkommens aus; vgl. Eberstadt (1990), S. B 7.Google Scholar
  20. 1.
    Zwischen diesen einzelnen Markttendenzen bestehen enge Verbindungen; so wird z.B. die Disintermediation unterstützt durch die Securitization.Google Scholar
  21. 2.
    Dombret definiert Securitization ais “Ablösung von Buchkrediten durch solche Kreditforderungen, die mit handelbaren Wertpapieren unterlegt sind”. Dombret (1988), S. 21. Vgl. auch Rettberg (1986), S. 19.Google Scholar
  22. 3.
    “Staatliche Regulierungsmaßnahmen sind eine der wichtigsten Ursachen für die Finanzinnovationen” (Giersberg (1988), S.4). Auch Silber vertritt eine solche “constraint-induced innovation hypothesis”; vgl. Silber (1983), S. 90. Regulierungen führen nach Bofinger solange zu “Ausweichreaktionen” der Marktteilnehmer, wie die Kosten des Ausweichens geringer sind als die Kosten der Regulierung; vgl. Bofinger (1987), S. 253.Google Scholar
  23. 4.
    Wertpapiere unterliegen z.B. nicht den Grundsatz I-Anforderungen, obwohl in Aktivbestände übernommene Industrieanleihen wirtschaftlich gesehen Kredite sind und somit auch einem Kreditrisiko unterliegen.Google Scholar
  24. 5.
    Die Regulation Q schrieb den US-Banken bis 1986 Höchstzinssätze für Einlagen vor; vgl. Schierenbeck (1987a), S. 112.Google Scholar
  25. 1.
    Vgl. Schierenbeck (1987a), S. 120.Google Scholar
  26. 2.
    Vgl. Walter (1989), S. 28.Google Scholar
  27. 3.
    Zwar können auch langfristige Wertpapiere jederzeit aus dem Bestand über die Börse verkauft werden, doch mit zunehmender Laufzeit steigt z.B. das Kursrisiko bei steigenden Zinsen.Google Scholar
  28. 4.
    Vgl. Francke (1985), S. 498.Google Scholar
  29. 5.
    Vgl. Süchting (1988), S. 147; sowie Storck (1987), S. 12; Gleske (1986), S. 282.Google Scholar
  30. 6.
    Die Verdrängung der Euronote-Facilities wurde auch durch die erforderliche Eigenkapitalunterlegung zu 50 % unterstützt; vgl. Seipp (1987), S. B 34 und Heintzeler (1988), S. 11.Google Scholar
  31. 1.
    Der Begriff der Dis intermediation kann damit sowohl für die Umgehung der Bank als Kreditgeber (Disintermediation im engeren Sinne) als auch für die Umgehung der Bank als Placeur (Disintermediation im weiteren Sinne) stehen. Zum In-House-Banking vgl. Füllenkemper/Rehm (1985a), S.568; Brown (1985), S.37; Crabbe (1986), S.28.Google Scholar
  32. 2.
    Zu nennen ist z.B. die Veränderung des Prozesses der Konditionenfindung im Emissionsgeschäft: Durch die Entwicklung vom “open pricing” zum “fixed pricing” ist der Lead Manager gezwungen, eine Anleihe zum vereinbarten Preis zu kaufen und unterliegt damit dem vollen Marktrisiko; vgl. Reimnitz (1987), S. 18. Ein weiteres Beispiel ist die Ablösung des Relationship Banking durch das Deal Based Banking; vgl. ebenda, S. 23.Google Scholar
  33. 3.
    So sanken z.B. die Margen für längerfristig syndizierte Eurokredite von 0,8% in 1981 auf 0,4–7% in 1984-; vgl. Storck (1986), S. 14.Google Scholar
  34. 1.
    Z.T. wird der technische Fortschritt auch als Ursache für die Finanzinnovationen und steigende Volumina an den internationalen Finanzmärkten angeführt; vgl. z.B. Deutsche Bundesbank (1985), S. 13; Lomax (1988), S. 59; Bank for International Settlements (1986a), S. 181 ff. So verweist die BIS darauf, daß die Transaktionskosten bis zu 98% verringert wurden (vgl. ebenda, S. 195). Nach Bofinger (1987), S. 254, treten zusätzliche Ausweichreaktionen auf Regulierungen in Form von Finanzinnovationen auf, falls die Kosten der Regulierung steigen, oder falls die Transaktionskosten der Ausweichreaktion sinken — z.B. aufgrund des technischen Fortschritts. Reither/Dennig (1986), S. 48, weisen darauf hin, daß angesichts gesunkener Transaktionskosten schon bei geringer Änderung der Marktdaten Portefeuille-Umschichtungen sinnvoll sein können.Google Scholar
  35. 2.
    Vgl. Fußnote 4, S. 1.Google Scholar
  36. 1.
    Zum Bogriff “Finanzinnovation” vgl. — neben den im folgenden angeführten Quellen — auch Burkart (1985), S. 1 ff.; Bigler (1988), S. 221; Dudler (1986), S. 474. Franzen (1988), S. 20, kommt in seiner Analyse der Literaturansätze zur Definition des Begriffs zum Schluß, “daß die begriffliche Grundlegung von Finanzinnovationen bislang unzureichend ist.”Google Scholar
  37. 2.
    Süchting spricht umfassender von “Neuerung”; vgl. Süchting (1982), S. 372.Google Scholar
  38. 3.
    So weist Åkermann schon 1934 in einer Besprechung von F.A. v. Hayeks “Preise und Produktion” darauf hin, daß “zuletzt überhaupt nichts wirklich neu (Ist) in der Nationalökonomie”. Åkermann (1934), S. 373.Google Scholar
  39. 4.
    Schumpeter unterscheidet folgerichtig zwischen Inventionen (technische Erfindungen eines neuen Produktes oder Verfahrens), Innovationen (Umsetzung einer Erfindung durch einen dynamischen Unternehmer) und Imitationen (Nachahmung einer Innovation durch die Konkurrenz; im Bereich der Finanzinnovationen ist der Innovationsschutz besonders schwierig zu gewährleisten); vgl. Schumpeter (1964), S. 100 ff. Schneider-Gädlcke versteht unter Innovationen “.. die Markteinführung neuer Produkte und Verfahren, aber auch den Einsatz bekannter Produkte und Verfahren in neuen Kombinationen oder Anwendungsbereichen.”; vgl. Schneider-Gädicke (1989), S. 5.Google Scholar
  40. 5.
    Vgl. Carstensen (1986), S. 353; Behrens (1989), S. 201; Arnold/Burg (1987), S. 194 ff.; Wichmann (1988), S. 278 ff.Google Scholar
  41. 6.
    Vgl. Zaß (1990), S. B 4.Google Scholar
  42. 1.
    Vgl. Ross/Clark/Taiyeb (1987), S. 103.Google Scholar
  43. 2.
    Vgl. Leigh-Pemberton (1986), S. 10.Google Scholar
  44. 3.
    Volkswirtschaftliche Implikationen resultieren aus der Beeinflussung der Geldpolitik (vgl. hierzu Bofinger (1986), S. 139 ff.; Füllenkemper/Rehm (1985a), S. 570 ff.), des internationalen Kapitalverkehrs sowie der Frage der Behandlung der Schuldenkrise durch Einbeziehung neuer Ansätze wie z.B. der Debt-Equity-Swaps. Ein wichtiger Problembereich ist aber auch der Schutz des Kreditgewerbes vor Störungen, die aus exzessiver Verwendung von Finanzinnovationen erwachsen könnten und Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft hätten (vgl. Laske (1986), S. 8). Auf diese Probleme wird im Rahmen der vorliegenden Arbeit nicht weiter eingegangen werden.Google Scholar
  45. 4.
    Sinngemäß argumentiert z.B. Dombret für die von ihm angeführten Finanzinnovationen, vgl. Dombret (1988), S. 24 f.Google Scholar
  46. 1.
    Vgl. Süchting (1988), S. 154.Google Scholar
  47. 2.
    Grundsätzlich sind vier Funktionen zu unterscheiden: Spekulation, Hedging (Absicherung), Kosteneinsparung und Arbitrage; vgl. Saurer (1987), S. 199.Google Scholar
  48. 3.
    Diese Einschränkung ist notwendig, da sonst z.B. die traditionellen Roll-over-Kredite unter den Begriff “Finanzinnovation” subsumiert würden.Google Scholar
  49. 4.
    Vgl. auch Bofinger (1987), S. 257.Google Scholar
  50. 5.
    Aus Systematisierungsgründen werden auch Devisentermingeschäfte in dieser Definition erfaßt, da sie aufgrund ihrer strukturellen Ähnlichkeit zu Financial Futures in die Analyse der Finanzinnovationen einbezogen werden sollten.Google Scholar
  51. 1.
    Die Verdrängung staatlich regulierter Zinspositionen durch Positionen mit marktorientierter Verzinsung führte insbesondere in den USA zu erheblichen Verschiebungen in den Finanzmärkten, während in Deutschland derartige Anlageinstrumente (aufgrund der frühzeitig erfolgten Zinsliberalisierung) kaum entwickelt wurden (vgl. Bofinger (1987), S. 259 ff.) und daher in den folgenden Ausführungen auch nicht weiter beachtet werden sollen. Als wichtigste Instrumente sind zu nennen: NOW-Accounts, Super-NOW-Accounts, Money Market Deposit Accounts und Money Market Mutual Funds; vgl. Schierenbeck (1987a), S. 115, 120.Google Scholar
  52. 2.
    Zu dieser Vierteilung der bankenrelevanten Innovationen vgl. von Stein/ Schmutz (1988), S. 6 ff.Google Scholar

Copyright information

© Deutscher Universitäts-Verlag GmbH, Wiesbaden 1993

Authors and Affiliations

  • Jürgen Cramer

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