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Erziehung und Sozialisation

  • Jochen Gerstenmaier
  • Franz Hamburger
Part of the Studienreihe Gesellschaft book series (SG)

Zusammenfassung

Die Geschichte der Soziologie kann mit guten Gründen auch als die der Beschäftigung mit der Entstehung der Ungleichheit unter den Menschen beschrieben werden, ihren sozialen und materiellen Bedingungen und den spezifischen Mechanismen, mit denen soziale Ungleichheit tradiert wird. Mit der Verneinung der Identität von natürlicher und sozialer Ungleichheit beginnt nach Dabrendorf (1961) die Geschichte der Soziologie: mit der Antwort Rousseaus auf die Preisfrage von Dijon in seinem Zweiten Discours. Es ist bemerkenswert, daß Rousseau seine Gedanken über den Ursprung der Ungleichheit unter den Menschen und die Funktion des Privateigentums nicht in einen theoretischen Zusammenhang mit seinen Vorstellungen über die Erziehung gebracht hat, die er in seinen Erziehungsromanen ausführlich darlegte — sieht man von wenigen Bemerkungen ab. Auch später, bei Marx und Lorenz von Stein, die die Interdependenzen von Privateigentum und gesellschaftlicher Ungleichheit zum Thema ihrer Arbeiten machten, findet sich keine Sozialisationstheorie, nur bruchstückhafte Ausführungen. Erst später, bei Durkheim, wird Erziehung zum Gegenstand ausführlicher soziologischer Analyse. Freilich beginnt mit Durkheim, vor allem in seinen späteren Schriften, eine Entökonomisierung der Soziologie (Bergmann, 1967), die auch für die spätere soziologische Theorienbildung — vor allem bei Parsons — bestimmend wird.

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Literatur zum 1. Kapitel

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1978

Authors and Affiliations

  • Jochen Gerstenmaier
  • Franz Hamburger

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