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Kultur, Ökonomie und der Habitus der Menschen (Bourdieu)

  • Annette Treibel
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Part of the Universitätstaschenbücher book series (2809, volume 3)

Zusammenfassung

Die Analysen des französischen Soziologen Pierre Bourdieu, mit dem sich diese Lektion befaßt, sind anregend und desillusionierend. Als Kultursoziologe beschäftigt sich Bourdieu mit vielen ‚Nichtigkeiten ‘des Alltags, wie dem Gebrauch der Photographie oder der Kleidungswahl. Diese Analysen sind kein detailverliebter Selbstzweck, sondern schärfen den Blick für nur scheinbar Nebensächliches, z.B. Essensgewohnheiten oder Kleidung. Gleichzeitig sind sie für das Selbstbild vieler Menschen vernichtend: sie rauben einer oder einem die Illusion, daß die Benutzung von unterschiedlichen Kulturgütern (z.B. bei der ‚Vorliebe ‘für Baumwolle oder Synthetik) aus jeweils individuellen Vorlieben, aus einem persönlichen Geschmack resultiert. ‚Geschmäcker’ sind für Bourdieu etwas rein Gesellschaftliches, denn ihre Verschiedenheit ist berechenbar und absolut nicht zufällig (siehe Abschnitt 5). Auch gesellschaftspolitisch wirken Bourdieus Analysen desillusionierend — insbesondere dann, wenn man entweder an das ganz oder relativ autonome Individuum bzw. an die reformerische oder gar revolutionäre Veränderungsmöglichkeit von Gesellschaften und den in ihr lebenden Menschen denkt.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1997

Authors and Affiliations

  • Annette Treibel

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