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Familiale Sozialisation

  • Claus Mühlfeld
Chapter
Part of the Meinem Patenkind Patrick in herzlicher Verbundenheit gewidmet book series (SG)

Zusammenfassung

Die Entwicklung und Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit gründet in seiner Fähigkeit, die ihn umgebende Welt durch Handeln sich anzueignen. Mit dem Eintritt in das soziale Leben durch die Ge burt ist das Neugeborene zunächst auf Hilfe angewiesen, um „überleben“ zu können. Mit dem Begriff des Überlebens wird die Chance, Mensch zu werden, in drei voneinander unterscheidbaren Dimensionen angesprochen, die durch ihr Zusammenwirken die Personwer-dung ermöglichen. Die Hilflosigkeit des Neugeborenen, selbsttätig Nahrung aufnehmen zu können, erweist sich bei näherer Betrachtung jedoch als Vorteil, da die Nahrungsaufnahme (z.B. Stillen) zugleich mit emotionalen Qualitäten verbunden ist. Die Erfahrung von Zuneigung und menschlicher Wärme läßt ein soziales Klima entstehen, das die Beziehung zu einer Pflegeperson (z.B. Mutter) verfestigt und gleichzeitig über den Vorgang der Nahrungsaufnahme soziale Befriedigung gewährt. Je dauerhafter und stabiler diese Beziehung sich entfalten kann, desto größer ist die Chance, daß mit der physiologischen Entwicklung eine emotionale Fundierung des Säuglings einhergeht. Das Neugeborene reagiert bei der Zuwendung eines menschlichen Gesichtes sehr undifferenziert mit Lachen, ja selbst über Gesichtsattrappen läßt sich beim Säugling Lachen auslösen. Mit der Stabilisierung der Beziehungen setzt ein sozialer Differenzierungsprozeß ein, das Baby reagiert nur noch beim Anblick vertrauter Gesichter mit Lachen.

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1982

Authors and Affiliations

  • Claus Mühlfeld

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