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Scheidung

  • Claus Mühlfeld
Part of the Meinem Patenkind Patrick in herzlicher Verbundenheit gewidmet book series (SG)

Zusammenfassung

Wenn auch der überwiegende Anteil aller Ehen (ca. 75–80%) durch Tod eines der Ehegatten aufgelöst wird, so bewirken steigende Scheidungsziffern weltanschauliche oder kulturpessimistische Diskussionen, bei denen die Zerstörung der Familie den Grundtenor der Entrüstung bildet. Behauptungen, moralische Bewertungen und empirische Daten werden sehr schnell zu einem „Erklärungsansatz“ gebündelt, durch den das gewünschte Ergebnis sich rasch einstellt. Steigende Scheidungsziffern signalisieren zunächst nur eine Form der Trennung/Auflösung, die das in einer Gesellschaft zur Steuerung menschlichen Verhaltens entwickelte Recht zuläßt. Die juristische Form der Eheauflösung ist abzuheben von Trennung und Desertion, bei denen die Existenz von Ehe und Familie als Lebensgemeinschaft durch zwischenmenschliche Vereinbarung oder einseitigen Willkürakt aufgehoben wird. Diese Form der Beendigung des Zusammenlebens ist statistisch nicht erfaßt und kann durch Dunkelfeldforschung (Dunkelziffern) nur spekulativ quantifiziert werden. Besonders in Ländern, die auch heute noch das Rechtsinstitut der Ehescheidung nicht anerkennen, kommt es zu Ersatzhandlungen, d.h. Trennung und mit Einschränkungen auch Desertion werden zur Regelungsform gescheiterter Beziehungen.

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Weiterführende Literatur

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1982

Authors and Affiliations

  • Claus Mühlfeld

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