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„Drittes Reich“ in Darmstadt

  • Andreas Romero
Chapter

Zusammenfassung

Im Spätherbst 1932 erhält Karl Gruber einen Ruf an die Technische Hochschule Darmstadt auf den Lehrstuhl Baukunst V. Der Lehrstuhl umfaßt die Fächer Baugeschichte (Altertum und Renaissance), Entwerfen und Städtebau.1 Der Lehrstuhl war durch den Tod des bisherigen Inhabers, Prof. Roth, verwaist und wurde kommissarisch von Roths Assistenten, Dr. Karl Lieser, verwaltet. Karl Gruber nimmt am 30. Januar 1933 den Ruf nach Darmstadt an. Gruber schreibt an den Rektor: „Was mich veranlaßt, dem Ruf zu folgen, ist die Weite des Lehrgebiets, das Ansehen des Roth’schen Lehrstuhls, außerdem die zentrale Lage Darmstadts, von der ich Möglichkeiten künstlerischer Betätigung erhoffe. Ich hoffe, auch zu Wettbewerben, sofern solche in Hessen ausgeschrieben werden, herangezogen zu werden.“2

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Anmerkungen

  1. 1.
    Verzeichnis der Vorlesungen und Übungen für das Studienjahr 1933/1934 der TH Darmstadt, Darmstadt 1933, S. 43Google Scholar
  2. 2.
    Brief Karl Grubers an den Rektor der TH Darmstadt vom 1. 2. 1933, (NKG)Google Scholar
  3. 3.
    Brief Karl Grubers an den Rektor vom 17. 3. 1933 (NKG)Google Scholar
  4. 4.
    Brief Grubers an Prof. Meißner vom 29. 3. 1933 (NKG)Google Scholar
  5. 5.
    Brief des Kultusministers an das Rektorat vom 22. 3. 1933 (PAKG)Google Scholar
  6. 6.
    Brief Karl Grubers an den Rektor vom 6. 4. 1933 und an Prof. Meißner vom 29. 3. 1933 (NKG)Google Scholar
  7. 7.
    Karl Lieser, Straße, Platz und Hauptbau — Ihre gegenseitigen ästhetischen Beziehungen, Heidelberg 1929Google Scholar
  8. 8.
    Werner Durth/ Niels Gutschow, Träume in Trümmern, Braunschweig/Wiesbaden, 1988, S. 922; gemäß der Hochschulverfassung vom 20. 10. 1933 war der Rektor von Adolf Hitler persönlich ernannt worden.Google Scholar
  9. 9.
    R. Niemeyer, Der Wettbewerb für das Verwaltungsforum Frankfurt/Oder, in: Monatshefte für Baukunst und Städtebau, Heft 8, 1938, Jahrgang 22, Berlin, S. 280a bis gGoogle Scholar
  10. 10.
    Rolf Peter Sieferle, Fortschrittsfeinde? Opposition gegen Technik und Industrie von der Romantik bis zur Gegenwart, München 1984, S. 45 und 46Google Scholar
  11. 11.
    Er befindet sich damit in der Nachbarschaft Egon Friedells. In der Einleitung zu seiner berühmten „Kulturgeschichte der Neuzeit“ schreibt er 1927: „Wir gehen von der Überzeugung aus, daß sie [die Auffassung vom Wesen der Geschichtsschreibung, A.R.] sowohl einen künstlerischen wie einen moralischen Charakter hat; und daraus folgt, daß sie keinen wissenschaftlichen Charakter hat.“ E. Friedell, Kulturgeschichte der Neuzeit, Band 1, 5. Auflage, München 1976, S. 3; vgl. auch Anm. 68 in Kapitel 5 des vorliegenden Buches.Google Scholar
  12. 12.
    Gottfried Feder, Die neue Stadt — Versuch der Begründung einer neuen Stadtplanungskunst aus der sozialen Struktur der Bevölkerung, Berlin 1939.Google Scholar
  13. 13.
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  14. 14.
    Karl Gruber, Vortragsmanuskript, unveröffentlicht, undatiert, datierbar auf Januar 1935 (NKG)Google Scholar
  15. 15.
    Karl Gruber, Vorlesungsmanuskript „Hansestädte — Hamburg, 23. — 24. 11. 1936“, unveröffentlicht (NKG)Google Scholar
  16. 16.
    Karl Gruber, Vorlesungsmanuskript vom 12. 2. 1940, unveröffentlicht (NKG)Google Scholar
  17. 17.
    Der „Generalplan Ost — rechtliche, wirtschaftliche und räumliche Grundlagen des Ostaufbaus“ wurde unter der Leitung von Prof. Dr. Konrad Meyer am Institut für Agrarwesen und Agrarpolitik in Berlin ab Herbst 1939 (siehe Istel) erarbeitet (diesen Entwurf hat Roth veröffentlicht) und in einer ersten Fassung (verschollen) dem Reichsführer-SS Himmler am 15. Juni 1941 und in einer erweiterten Fassung am 28. Mai 1942 zugestellt. Der „Generalplan Ost“ war als „Geheime Reichssache“ ein internes SS-Papier und selbst den engsten Mitarbeitern Meyers in der Planungsstelle beim „Reichskommissariat für die Festigung des deutschen Volkstums“ nicht bekannt. Er wurde erstmals 1958 veröffentlicht. Er war die Grundlagen für die Politik der SS in den besetzten Gebieten. Unter Punkt C 1. (Entwurf) heißt es dort z.B.: „Es muß zunächst an der Grenze des Generalgouvernements entlang ein Wall deutschen Volkstums in Gestalt eines tief gestaffelten Gürtels germanischer Bauernhöfe errichtet werden. Dieser Grenzwall trennt das vorerst im Reichsgebiet verbleibende Polentum vom Hinterland endgültig ab.“ Konrad Meyer (1901–1973) wurde von dem Internationalen Militärtribunal in Nürnberg 1948 der „Zugehörigkeit zu einer verbrecherischen Organisation“ für schuldig befunden. Von 1956 bis 1968 hatte er an der TH Hannover den Lehrstuhl für Landbau und Landesplanung inne, der später in Institut für Landesplanung und Raumforschung umbenannt wurde. Konrad Meyer war in dieser Zeit einer der einflußreichsten Raumplaner der Bundesrepublik Deutschland. Lit.: K.H. Roth, „Generalplan Ost“ von Konrad Meyer, in: Mitteilung der Dokumentationsstelle zur NS-Sozialpolitik 1, 1985, Heft 4; Konrad Meyer, Über Höhen und Tiefen — ein Lebensbericht, Maschinenskript, o.J., unveröffentlicht; Wolfgang Istel, Raum-und planungswissenschaftliche Forschung und Praxis im „Dritten Reich“ — die Beispiele „Generalplan Ost“ und „Zentralitätsforschung“, Manuskript 1989, Veröffentlichung für 1990 vorgesehen in: Berichte zur deutschen Landeskunde, Heft 1, 1990Google Scholar
  18. 18.
    Oscar Reuther, Gründung und Anlage der alten Städte des deutschen Ostens, in: Raumforschung und Raumordnung, heft 3/4, 1941, Jahrgang 5, S. 205Google Scholar
  19. 19.
    Herbert Boehm, Die Gestalt der Städte des neuen Ostens, in: Raumforschung und Raumordnung, Heft 3/4, 1941, 5. Jahrgang, S. 222Google Scholar
  20. 20.
    Hans Reichow, Grundsätzliches zum Städtebau im Altreich und im neuen deutschen Osten, in: Raumforschung und Raumordnung, Heft 3/4, 1941, 5. Jahrgang, S. 225 und 226. Man vergleiche diesen Text mit Grubers Aufsatz „Das alte und das neue Freiburg“.Google Scholar
  21. 21.
    Rudolf Pfister, Die Neubauten der Universität Heidelberg, in: Zentralblatt der Bauverwaltung, 9. 2. 1938, Heft 6, S. 140Google Scholar
  22. 22.
    Das Planmaterial ist, wie der Bau selber, im Krieg zerstört worden. Grundlage meiner Ausführungen, sind die Schrift „Das Institut für Technische Physik der Technischen Hochschule Darmstadt“, Darmstadt 1943, und der handgeschriebene Bericht des Bauleiters Dipl.-Ing. Schäfer über den Bauablauf, der auch eine Fotodokumentation enthält, Archiv der TH Darmstadt.Google Scholar
  23. 23.
    Walther von der Leyen, Die Bauausführung des Neubaus des Instituts für Technische Physik, in: Das Institut für Technische Physik, a.a.O., S. 6Google Scholar
  24. 24.
    Karl Lieser, Zum Geleit!, in: Das Institut für Technische Physik …, a.a.O., S. 2Google Scholar
  25. 25.
    Karl Gruber, Der Neubau des Instituts für Technische Physik, in: a.a.O., S. 3Google Scholar
  26. 26.
    Rathgens, Bruns, Wilde, Die Bau-und Kunstdenkmäler der Hansestadt Lübeck, Bd. 1, Teil 2, Lübeck 1974, S. 180 und 210ff.Google Scholar
  27. 27.
    Karl Gruber, Der heilige Bezirk in der zukünftigen Stadt, Regensberg bei Münster, 1949Google Scholar
  28. 28.
    Karl Gruber, Abendmahl betreffend, Maschinenskript, unveröffentlicht, vom 28. 9. 1960 (NKG)Google Scholar
  29. 29.
    Brief von Prof. Martin Dibelius, Heidelberg, an Karl Gruber vom 2. Juni 1942 (NKG)Google Scholar
  30. 30.
    Brief von Hanns Adrian vom 1. 7. 1985 an Andreas RomeroGoogle Scholar
  31. 31.
    Brief Karl Grubers vom 4. 12. 1954 an Dr. Bähr (NKG)Google Scholar
  32. 32.
    Niels Gutschow, Fritz Schumacher — Vordenker für den Wiederaufbau zerstörter Städte in Norddeutschland, in: Stadtbauwelt 84, Dezember 1984, S. 346Google Scholar
  33. 33.
    Durth/Gutschow, a.a.O., hier: Lübeck, S. 811-866. In diesem Kapitel werden alle bisher bekannt gewordenen Wiederaufbauplanungen für Lübeck im Zusammenhang dargestellt. Die von mir im folgenden zitierte Denkschrift Grubers — „Gedanken zum Wiederaufbau der zerstörten mittelalterlichen Städte“ um 1943 — ist in diesem Kapitel (S. 852-856) ungekürzt veröffentlicht.Google Scholar
  34. 34.
  35. 35.
    Karl Gruber, Gedanken zum Wiederaufbau zerstörter mittelalterlicher Städte. Darmstadt, um 1943, in Durth/Gutschow, a.a.O., S. 853Google Scholar

Copyright information

© Friedr. Vieweg & Sohn Verlagsgesellschaft mbH, Braunschweig 1990

Authors and Affiliations

  • Andreas Romero

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