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Archäologische Forschungsprobleme zur Frühgeschichte Kleinasiens

  • Kurt Bittel
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Part of the Rheinisch-Westfälische Akademie der Wissenschaften book series (VG, volume 184)

Zusammenfassung

Die archäologische Forschung hat sich in Kleinasien erst auffallend spät methodisch und zielbewußt den frühen Perioden der Geschichte dieses großen Landes zugewendet. Sie hielt jedenfalls lange Zeit mit den benachbarten Gebieten nicht Schritt. Das frühe Kreta, auch das frühe Hellas in gewissem Sinne einerseits, die ägyptische Frühzeit und die alten Kulturen Mesopotamiens andererseits waren lange faßbare Größen, als Kleinasien noch weitgehend wissenschaftliche Terra incognita war. Gewiß war man sich seit langem bewußt, daß Mythos und mythisch verbrämte, schwache historische Kunde Kleinasien als sehr altes, sich im Dunkel fernster Vergangenheit verlierendes Kulturgebiet ausweise. Denken wir nur an die Schlaglichter, freilich sehr peripherer Reichweite, die Homer auf ein paar wenige Begriffe und Völker wirft, oder an die allumfassende Bedeutung, die man dem Kult der idaeischen, der Großen Muttergöttin mit ihrem Zentrum Pessinus zumaß, in der man gewissermaßen die älteste, allesbeherrschende Gottheit Kleinasiens sehen und alte verwandte, oder auch nur entfernt ähnliche numina gleich- und unterordnen zu dürfen glaubte, ganz abgesehen von dem den Lykiern — erinnern wir uns an Bachofen — zugeschriebenen Mutterrecht, in dem man sich ebenfalls eine der uralten kleinasiatischen und eben gerade für dieses Land typischen Grundstrukturen vorzustellen für berechtigt glaubte. Der Erschließung und Deutung der literarischen Quellen, der spärlich auf uns gekommenen Überlieferung folgte die Forschung im Lande selbst, das Aufspüren und Aufnehmen oberirdisch erhaltener Spuren und Monumente. Aber die erste wissenschaftliche Ausgrabung großen Stils spielte sich ganz an der Peripherie ab, am Hellespont, in Hisarlik, in dem Heinrich Schliemann und Wilhelm Dörpfeld mit Recht das homerische Ilion sahen.

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© Westdeutscher Verlag GmbH Opladen 1973

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  • Kurt Bittel

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