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Methodologie und Theorie — Historischer Materialismus und marxistische Soziologie

  • Horst Röder

Zusammenfassung

Die Einordnung der marxistischen Soziologie in den Komplex der “Gesellschaftswissenschaften” vollzog sich von Anfang als Reflexion über das Verhältnis der Soziologie zum historischen Materialismus. Die bis heute nicht völlig vollzogene Emanzipation aus dem System dieses normativen Begründungszusammenhangs von Wissenschaft dokumentiert weiterhin (trotz unterschiedlicher Auffassungen und Deutungen der Situation) die Abhängigkeit der marxistischen Soziologie von festliegenden metatheoretischen, wertsetzenden Annahmen; es gibt zwar einen anerkannten Methodenpluralismus, aber keinen Wertpluralismus. Über die Verbindung zum historischen Materialismus erweist sie sich damit als Erbe jener philosophischen Systeme, die, universalistisch denkend, vom Ganzen der Gesellschaft ausgehen und dieses Ganze auf ein Sinnprinzip oder einen einzigen Sinnzusammenhang hin deuten wollen, also zugleich neben der Analyse eine Sinngebung und Sinndeutung “des Sozialen” beabsichtigen. Erfaßt werden soll diese Totalität der Gesellschaft in Gesetzen oder Gesetzmäßigkeiten, mit Hilfe derer alle sozialen Phänomene ihren je spezifischen Sinn und Stellenwert erhalten. Die Betonung der Bedeutung der materiellen gesellschaftlichen Produktion als Basis und Determinante sozialer Verhältnisse und menschlichen Handelns bestätigt diese Zuordnung der marxistischen Soziologie zu jenem universalistischen Theorieverständnis.

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1972

Authors and Affiliations

  • Horst Röder

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