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Der dritte Hauptsatz der Wohlfahrtstheorie

  • Urs Schweizer
Part of the Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften book series (NWAWVN, volume 437)

Zusammenfassung

Wenn Sie einem Ökonomen eine präzise Frage stellen, so gibt es bekanntlich zwei mögliche Reaktionen. Entweder drängt er Ihnen eine eindeutige Antwort auf. Dann dürfte diese Antwort in der Regel auf einer vorgefaßten politischen Weltanschauung beruhen. Oder er bemüht sich um eine sorgfältige Analyse der Fragestellung. Dann wird seine Schlußfolgerung sein: „Es kommt darauf an...“! Der Grund für solchermaßen uneindeutige Antworten ist in der Methode, nach der die Ökonomen vorgehen, zu suchen. Bei der Analyse einer Fragestellung wird in einem ersten Schritt versucht, die überaus komplexe Realität in einem stark vereinfachenden Modell näherungsweise zu erfassen. Bei dieser Abbildung der Realität spielt die Intuition eine wesentliche Rolle. Wissenschaftlich saubere Kriterien, welche die angemessene Modellbildung festlegen würden, sind bisher kaum praktikabel. Der erste Schritt wird deshalb überwiegend argumentativ vorgenommen. In einem zweiten Schritt geht es dann darum, die Ausgangsfragestellung im gewählten Modellrahmen zu analysieren. Diese Analyse erfolgt, wenn denn das Modell vorher mit formaler Genauigkeit beschrieben worden ist, nach den rigorosen Regeln der mathematischen Beweisführung. Dabei stellt sich dann allerdings fast immer heraus, daß die Antwort selbst im Rahmen des gewählten Modells noch von speziellen Parameterwerten abhängt.

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Literatur

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen/Wiesbaden 1998

Authors and Affiliations

  • Urs Schweizer
    • 1
  1. 1.BonnDeutschland

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