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Ist Leistung unanständig?

  • Helmut Schoeck
Part of the Universitätstaschenbücher book series (2809, volume 533)

Zusammenfassung

Bei der Kritik an der Leistungsgesellschaft bleibt oft auch unklar, wer eigentlich zuviel leistet, sei es, weil er sich dazu gezwungen sieht oder aus Ubermut. Ist es die Gesamtgesellschaft, deren Soll oder Übersoll an Leistung dann in der Regel am Bruttosozialprodukt einer Nation, eventuell aufs Pro-Kopf-Einkommen umgerechnet, gemessen werden kann? Oder meint man eher die Leistungen einzelner Sektoren ihrer Wirtschaft? Dann wäre etwa eine Nation denkbar, mit einer leistungsarmen Landwirtschaft, daneben aber einer sehr leistungsfähigen Industrie. Meistens hat aber die Kritik der Leistungsgesellschaft einzelne Menschen im Auge, die angeblich zu viele Leistungen der falschen Art erbringen müssen. Um nämlich die „falschen“ Bedürfnisse anderer und ihrer selbst zu befriedigen.

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Anmerkungen

  1. (1).
    Das immer noch so beliebte „Aufhängen“ der Leistungskritik an der Fließbandarbeit ist auch deshalb so unhaltbar und irreführend, weil nur ein winziger Prozentsatz aller Werktätigen heute an Fließbändern arbeitet. In den USA sind es nur noch rund ein Prozent (1,2%). Und innerhalb der herstellenden Industrie sind es auch nur mehr 5%, die am Fließband arbeiten (Newsweek, 26. März 1973, S. 39). — Eine Erhebung des Instituts für Demoskopie Allensbach hat 1973 ebenfalls ergeben, daß von allen berufstätigen Arbeitern und Arbeiterinnen nur rund 5% am Fließband arbeiten.Google Scholar
  2. (2).
    Vgl. z. B. Roger Bernheim, Die sozialistischen Errungenschaften der Sowjetunion, Buchverlag der Neuen Zürcher Zeitung, Zürich, 1971.Google Scholar

Copyright information

© Leske Verlag + Budrich GmbH, Opladen 1977

Authors and Affiliations

  • Helmut Schoeck

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