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“Charlotte Corday” in Hamburg

Christine Westphalens Drama von 1804
  • Erika Süllwold
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Zusammenfassung

Die Ermordung des Jakobiners Jean Paul Marat durch die junge Charlotte Corday am 13. Juli 1793 provozierte unzählige künstlerische Darstellungen. Dabei wurde das spektakuläre historische Ereignis mit symbolischen Deutungen aufgeladen, die in ganz unterschiedlicher Weise auf den revolutionären Parteienkampf, aber auch auf den Geschlechterkampf Bezug nehmen.1 Angesichts der Übermacht der ästhetischen Deutungsmuster erscheint es sinnvoll, zunächst die geschichtlichen und politischen Koordinaten des Attentats anzugeben: Zum Zeitpunkt des Mordes an Marat waren die Girondisten gerade entmachtet worden, hatten die Jakobiner in Paris die Führung der immer deutlicher durch die Ausübung von Terror bestimmten Revolution übernommen.2

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Literatur

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© Deutscher Universitäts-Verlag GmbH, Wiesbaden 1991

Authors and Affiliations

  • Erika Süllwold
    • 1
  1. 1.Frankfurt/M.Deutschland

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