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Autorfunktionen im literarischen Diskurs

  • Klaus-Michael Bogdal
Part of the Historische Diskursanalyse der Literatur book series (HDL)

Zusammenfassung

Im heutigen Alltagsbewußtsein ist der Autor eine wenig problematische Sozialfigur: Er ist Verfasser von Texten, die für die Veröffentlichung bestimmt sind, und ihr Eigentümer, solange er sie nicht, durch Urheberrechte geschützt, an einen Verleger oder eine Agentur veräußert. Hinter diesem Alltagsverständnis verbergen sich jedoch höchst problematische Funktionszuschreibungen und eine komplexe Geschichte. Dieser Hintergrund wird meist nur in Konfliktfällen sichtbar, so z.B. in Brechts „Dreigroschenprozeß“1 oder der Auseinandersetzung um Günter Wallraffs Buch „Ganz unten“, für das ein Journalist, der es stilistisch überarbeitet hatte, Autorschaft beanspruchte. Wallraffs ‘Fall’ weist darauf hin, daß heute ein emphatischer, traditioneller Autorbegriff um so vehementer verteidigt wird, je mehr er in der literarischen Praxis einer pluralisierten Autorschaft weicht.

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Literatur

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen/Wiesbaden 1999

Authors and Affiliations

  • Klaus-Michael Bogdal

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