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Staat und Glück: Politische Dimensionen der Wohlfahrt

Zur Begründung des Themas
  • Alfred Bellebaum
  • Hans Braun

Zusammenfassung

Zu den unveräußerlichen Rechten der Menschen zählt die amerikanische Unabhängigkeitserklärung von 1776 neben dem Recht auf Freiheit und Leben das Streben nach Glück (pursuit of happiness). In diese Tradition des amerikanischen Denkens stellte sich auch Bill Clinton in seiner ersten Rede als 42. Präsident der USA, als er auf drei zentrale amerikanische Werte verwies: Leben, Freiheit und Streben nach Glück. Zwar steht das Streben nach Glück nicht in der amerikanischen Verfassung, doch gehört es zum Grundverständnis der USA, daß der Staat jene Freiräume garantieren soll, die es dem Bürger erlauben, sein Glück zu verfolgen. In Europa findet sich der Verweis auf Glück als „Ziel der Gesellschaft“ in der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte, die der französischen Revolutionsverfassung von 1793 vorangestellt ist: „Le but de la société et le bonheur commun.“1 Davon, wie solches Glück aussehen kann, hatte Saint-Just eine ziemlich genaue Vorstellung: freies und geruhsames Leben, friedlicher Genuß der Erfolge der Revolution, Rückkehr zur Natur.

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Anmerkungen

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    Faustin Adolphe Hélie: Les constitutions de la France, Paris 1879, S. 377.Google Scholar
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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen/Wiesbaden 1998

Authors and Affiliations

  • Alfred Bellebaum
  • Hans Braun

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