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Baumarkt und marktgerechtes Verhalten der Bauunternehmung

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Part of the Leitfaden der Bauwirtschaft und des Baubetriebs book series (LBB)

Zusammenfassung

Als Einstieg in die Probleme und Gesetzmäßigkeiten des Baumarktes muß man sich die für die Bauwirtschaft charakteristischen Merkmale vor Augen führen:
  • Die Bauindustrie ist eine Bereitschaftsindustrie. Ähnlich wie beim Schwermaschinenbau oder Schiffbau findet fast ausschließlich Auftragsfertigung statt. Weder Art und Umfang der Bauaufträge noch der Fertigungszeitpunkt können vom Bauunternehmen bestimmt werden. Die Bautätigkeit unterliegt auch regional starken Schwankungen.

  • Die Bauwirtschaft wird zutreffend als die “Industrie der wandernden Fabriken” bezeichnet. Die Produktionseinrichtungen können nur in Ausnahmefällen von Bauwerk zu Bauwerk komplett umgesetzt werden. In der Regel erfordern die örtlichen Verhältnisse und veränderte Leistungskenngrößen Anpassungen bzw. andere Zusammenstellungen der Baustelleneinrichtungen.

  • Mangelnde Markttransparenz entsteht daraus, daß weder die Bieter noch ihre Preise öffentlich bekannt gegeben werden. Auch bei öffentlichen Ausschreibungen hören nur die beteiligten Bieter die Preise der Konkurrenz. Die von den Verbänden der Bauindustrie und des Baugewerbes eingerichteten Meldestellen mußten auf Intervention des Bundeskartellamtes wieder aufgegeben werden.

  • Auf der Auftraggeberseite dominiert die öffentliche Hand mit ihren Bauverwaltungen. Sie vergibt Bauaufträge manchmal nach politischen oder kommunalpolitischen Gesichtspunkten. Im Schnitt werden 60 % des Bauvolumens direkt oder indirekt durch staatliche Organe und Stellen vergeben, in vielen Bereichen sind es sogar fast 100 % (z.B. Straßenbau, Kläranlagen und Kanalisation, Gleisoberbau, Brücken, Wasserstraßen usw.). Die saisonalen Schwankungen haben starken Einfluß auf die Struktur der Betriebe und erfordern hohe Flexibilität.

  • Auf der Auftragnehmerseite stehen etwa 65.000 Bauunternehmen des Bauhauptgewerbes, die sich das Auftragsvolumen von rd. 200 Mrd. DM teilen. Die zehn größten Baugesellschaften vereinigen auf sich ein Volumen von etwa 13 % (Tab. 1.1). Die Struktur der Bauwirtschaft ist mittelständisch. Einer gewissen Konzentration der Baunachfrage steht also eine Zersplitterung auf der Anbieterseite von Bauleistungen gegenüber.

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Literaturverzeichnis

zu Kapitel 1.1 und 1.2

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Copyright information

© B. G. Teubner Stuttgart 1995

Authors and Affiliations

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