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Unternehmer-Vorstellungen

  • Klaus Brockhoff

Zusammenfassung

Die Frage, was einen Unternehmer auszeichnet, ist im Laufe der Zeiten sehr unterschiedlich beantwortet worden. Hier werden in fünf Beiträgen unterschiedliche, teilweise sogar kontroverse Antworten formuliert. Damit kann aber kein umfassendes Bild des Entstehens des Unternehmer-Begriffs, der Unternehmer-Eigenschaften und der Unternehmer-Funktionen gezeichnet werden. Paul Jacob Marperger (1656 — 1730) beschreibt persönliche Eigenschaften und durch Ausbildung erworbene Tätigkeiten, die den „Kauffmann“ ausmachen. Auch heute findet man ganzähnliche Anforderungskataloge, vor allem unter dem Gesichtspunkt der Sicherung ethisch gewünschter Verhaltensweisen1. Solche Kataloge von Fähigkeiten, Fertigkeiten und Verhaltensnormen reichen nicht aus, um die wirtschaftliche Existenz und die Entlohnung von Unternehmern zu begründen. Hierzu sind spezifische Leistungen oder Funktionen zu identifizieren, die von Unternehmern erbracht werden. Allerdings besteht keine Übereinstimmungüber diese Leistungen oder Funktionen. Vier Sichtweisen werden hier dargestellt. Für Richard Cantillon (1680 – 1734)übernehmen Unternehmer die Funktion, durch die Lohnzahlung den Angestellten für die Dauer der Anstellung ein sicheres Einkommen zu bieten, während sie selbst das Risiko ihres Geschäfts bis hin zum Konkurs (der dann allerdings auch die Anstellung der Angestellten beendet)übernehmen.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Zum Beispiel die „Unternehmensleitlinien“ verschiedener Großunternehmen bei Hartmut Kreikebaum, Grundlagen der Unternehmensethik, Stuttgart 1996, S. 29Iff.Google Scholar
  2. 2.
    Johann Friedrich Schär, Allgemeine Handelsbetriebslehre, Leipzig 1911, S. 9.Google Scholar
  3. 3.
    Horst Albach, On the Re-Discovery of the Entrepreneur in Economic Policy Discussion, German Yearbook on Business History 1981, Berlin, Heidelberg, New York 1981, S. 11–26, hier S. 22.Google Scholar
  4. 4.
    Mit diesem Ansatz im historischen Kontext beschäftigt sich: Thomas Hermann, Zur Theoriegeschichte des dispositiven Faktos, Stuttgart 1994.Google Scholar
  5. 5.
    John Bates Clark, The Distribution of Wealth. A Theory of Wages, Interest and Profits. New York, London 1899.Google Scholar
  6. 6.
    Edgar Salin, European Entrepreneurship, Journal of Economic History, Fall 1952, S. 366–377.Google Scholar

Anmerkungen

  1. 1.
    Zu den Wissenschaftlichen Quellen vgl. Dieter Schneider, Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, 3. Aufl., München-Wien 1987, S. 7–11.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. Carl Menger: Untersuchungenüber die Methode der Sozialwissenschaften, und der politischen Oeconomie insbesondere. Leipzig 1883, S. 178.Google Scholar
  3. 3.
    Dies betont Ludwig Mises: „Die Wirtschaftsrechnung im sozialistischen Gemeinwesen“ In: Archiv für Sozialwissenschaften und Sozialpolitik, Band 47 (1920/21), S. 86–121, hier S. 95-99.Google Scholar
  4. 4.
    Joseph A. Schumpeter: „Unternehmer.“ In: Handwörterbuch der Staatswissenchaften. 4. Aufl., Achter Band, Jena 1928, S. 476–487, hier S. 481-483.Google Scholar
  5. 5.
    Vgl. János Kornai: Anti-Äquilibrium. Budapest-Berlin usw. 1975, Teil III.Google Scholar

Copyright information

© Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, Wiesbaden 2002

Authors and Affiliations

  • Klaus Brockhoff

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