Wertwandel: Wohlklingende Worte zum Sonntag oder verändertes Verhalten im Alltag

  • Lutz von Rosenstiel

Zusammenfassung

Es wird in den Sozialwissenschaften und vielleicht mehr noch in der Praxis, die sozialwissenschaftlich interessiert erscheint und Forschungsergebnisse nur selektiv wahrnimmt, über nur wenige Themen so heftig diskutiert wie über den „Wertwandel“. Wer je in der Situation stand, als Sozialwissenschaftler vor einem Kreis von Technikern, Verwaltungspraktikern oder Führungskräften der Wirtschaft zu einem eng umgrenzten Thema sprechen zu müssen und dann erlebte, welch engagierte, heftige und nicht selten voller Selbstzweifel ins Persönliche gehende Diskussion ein beiläufiger Hinweis auf den Wertwandel auslöste, wird kaum Zweifel haben, daß die Brisanz und Aktualität der Thematik theoretischer Analysen und empirischer Untersuchungen wert wäre — selbst dann, wenn es diesen Wertwandel gar nicht gäbe. Da nun aber vielfältige Hinweise dafür vorliegen, daß sich die Vorstellungen von dem, was wünschenswert ist, in den vergangenen Jahren stark verändert haben bzw. noch immer ändern, bleibt die ergänzende Frage, was sich — sieht man von Fragebogendaten einmal ab — beobachtbar und objektivierbar in unserer Gesellschaft verändert hat. Wird lediglich anders gesprochen, bezeichnet man anderes als wünschenswert oder hat sich auch das Verhalten verändert? Wird anderes angestrebt? Sind die Lebens- und Wirtschaftsstile in unserer Gesellschaft anders geworden?

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1986

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  • Lutz von Rosenstiel

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