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Die Herausforderung: Plädoyer für eine „radikale Neoklassik“

  • Winfried Vogt
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Zusammenfassung

Man muß sich nicht wundern, wenn in Zeiten steigender Massenarbeitslosigkeit der Eindruck wächst, daß Vollbeschäftigung auf unabsehbare Zeit überhaupt nicht mehr möglich sein wird. Verwunderlich ist schon eher, was alles an Begründungen dafür herhalten muß. Die einen verweisen auf natürliche Grenzen des Wachstums (z. B. unüberwindbare Engpässe bei Rohstoffen oder Umwelt); sie drücken damit implizit aus, daß sie den technischen Fortschritt für zu schwach halten, um solche Engpässe zu überwinden. Andere klagen dagegen, daß der technische Fortschritt zu stark sei; gerade durch seine Geschwindigkeit würden massenhaft Arbeitsplätze wegrationalisiert. Die einen sind überzeugt, daß das Wachstum auf Sättigungstendenzen der Nachfrage stoße; die Arbeitslosigkeit wäre dann eine Folge stagnierender materieller Ansprüche. Andere sehen aber die Hauptursache der Arbeitslosigkeit gerade darin, daß die Ansprüche zu hoch geworden sind. Die einen glauben, es würde zu wenig, die anderen es würde zu viel gespart. Die einen kritisieren, daß die Bereitschaft zu arbeiten und Leistungen zu erbringen zu gering sei, die anderen sehen in der Arbeitslosigkeit selbst den besten Beweis dafür, daß die Leute eigentlich mehr arbeiten möchten als sie können. Die einen finden, daß sich der Staat zu wenig engagiere, die anderen halten gerade einen zu aktiven Staat für die Wurzel des Übels. Den einen sind die Preise zu starr, den anderen zu flexibel (z.B. die Wechselkurse). Die einen beklagen die zu scharfe Konkurrenz, den anderen ist sie zu schwach.

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Literatur

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1986

Authors and Affiliations

  • Winfried Vogt

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