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Einleitende Bemerkungen zur Methode

  • Ilse Modelmog

Zusammenfassung

Paradoxien haben nicht nur in der Logik eine große Bedeutung, eine teils hinderliche, teils aber auch eine vorwärtstreibende Rolle gespielt. Im täglichen Leben narren sie uns ebenso wie einst die lahme Schildkröte, die bekanntlich der flinke Achill nicht zu überholen vermochte. Von einer solchen alltäglichen Paradoxie handelt dieses Buch. Ich versuche nämlich, das Affektverhalten des modernen Menschen, genauer: einen bestimmten Ausschnitt dieses Verhaltens als einen spezifischen Ausdruck dessen zu bestimmen, was inzwischen gelegentlich “industrielles Bewußtsein“ genannt wird (W. Dreßen, 1982). Dieses Bewußtsein — deshalb das Epitheton “industriell“ — beruht tatsächlich auf der oft dargestellten, objektiven Trennung menschlicher Fähigkeiten durch die moderne, kapitalistische Arbeitsteilung und von daher ist es natürlich auch zu charakterisieren. Der in diesem Buch thematisierte und deshalb methodisch isolierte Aspekt des industriellen Bewußtseins besteht aber darin, daß die solcherart getrennten und partialisierten Fähigkeiten subjektiv neu gewichtet und neu organisiert und nach subjektiven Relevanzkriterien (A. Schütz, 1971) hierarchisiert werden, wobei sich dieser Strukturierungsprozeß der Subjektivität an einem starken Affekt: der Rationalität orientiert. Nur dieser Aspekt wird hier behandelt. Keineswegs will und werde ich das industrielle Bewußtsein als spezifische Subjektivitätsformation erschöpfend entwickeln.

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1989

Authors and Affiliations

  • Ilse Modelmog

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