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Soziale Befreiung oder Sozialherrschaft? — Entwicklungslinien sozialer Dienstleistungsproduktion

  • Peter Gross
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Zusammenfassung

Wir wollen nun abschließend versuchen, die Konsequenz der Relativierung typologisch eindeutiger Bedürftigkeiten für die gegenwärtige Sozialpolitik abzuschätzen. Zunächst steht die ausgreifende und expansive Dienstleistungspolitik in einem direkten Zusammenhang mit der Relativierung des Krankheitsbegriffs, mit der Ergänzung und Aufstockung einfacher, eindeutiger, problemlos zu objektivierender Bedürftigkeiten und Bedarfslagen durch unspezifische, vieldeutige und schwer zu objektivierende Mangellagen. Der Wandel des Krankheits-, Bedürftigkeits- und Sicherheitsbegriffs1 spiegelt sich im Vordringen der psychischen und psychogenen Krankheiten in der ambulanten Morbidität2, in der Aufnahme rein „kommunikativer Leistungen“ (Psychoanalyse, Psychotherapie) ins Versicherungsrecht3, der Eingliederung soziologischer und psychologischer Kapitel in das Medizinstudium und der sozialpolitischen Programmatik4, insbesondere aber in der Ausweitung der Tätigkeitsfelder für dienstleistende Professionen5 durch die Entdeckung neuer Risikowahrscheinlichkeiten und -populationen.6

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1983

Authors and Affiliations

  • Peter Gross

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