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Die Zukunft des Fortschritts

  • Johano Strasser
  • Klaus Traube

Zusammenfassung

Das alte gesellschaftliche Leitbild, das die ständige Erweiterung des menschlichen Freiheits- und Selbstbestimmungspielraums durch die Entwicklung immer komplexerer und effizienterer Technologien zur Beherrschung und Ausbeutung der Natur und Bereitstellung eines Oberangebots von Gütern und Dienstleistungen versprach, kommt von verschiedenen Seiten her an Grenzen der Leistungsfähigkeit. Rosanvallon und Viveret nennen drei Fakten, die die Diskussion um eine Alternative zum industrialistischen Gesellschaftsbild unausweichlich machen: „die Tatsache, daß die Ressourcen des Planeten beschränkt sind, die Nicht-Neutralität der Produktivkraftentwicklung, die Phänomene der ‚Konterproduktivität‘, die in den Institutionen auftreten, sobald in der Produktion von Gütern und Dienstleistungen gewisse Schwellen überschritten sind“1. W. Sachs spricht im Anschluß an Bahro von drei Krisen, die die Grenzen des gegenwärtigen Gesellschaftsmodells markieren und zugleich die Richtung weisen, in die die Suche nach Alternativen gehen muß: die Krise der Ökologie, die Krise der industriellen Arbeit und die Krise der menschlichen Autonomie2.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Pierre Rosanvallon/Patrick Viveret, Pour une nouvelle culture politique, Paris 1977, S. 27Google Scholar
  2. 2.
    Wolfgang Sachs, Erziehung, Eigenarbeit und kleine Sozialnetze. Vorermittlung zur Frage: Welche Erziehung brauchen wir für einen anderen Fort-schritt?, in: H. J. Harloff (Hrsg.), Konferenzdokumentation: Bedingungen des Lebens in der Zukunft und die Folgen für die Erziehung, Berlin 1978, S. 501.Google Scholar
  3. 3.
    James Robertson, The Sane Alternative, London 1978, S. 9Google Scholar
  4. 4.
    Herbert Gruhl, Ein Planet wird geplündert, Frankfurt/M. o. J.Google Scholar
  5. 5.
    Wolfgang Harich, Kommunismus ohne Wachstum? Babeuf und der ‚Club of Rome‘, Reinbek 1975.Google Scholar
  6. 6.
    Herbert Gruhl, Ein Planet wird geplündert, S. 311.Google Scholar
  7. 7.
    a.a.O. S. 319.Google Scholar
  8. 8.
    a.a.O. S. 323.Google Scholar
  9. 9.
    a.a.O. S. 321.Google Scholar
  10. 10.
    a.a.O. S. 323.Google Scholar
  11. 11.
    Wolfgang Harich, Kommunismus ohne Wachstum? S. 132.Google Scholar
  12. 12.
  13. 13.
    Vgl. zur Kritik dieses Ansatzes Johano Strasser, Die Zukunft der Demokratie. Grenzen des Wachstums — Grenzen der Freiheit?, Reinbek 1977, vor allem S. 58 f.Google Scholar
  14. 14.
    Neuerdings hat Harich in dieser Frage dazugelernt: „Was den Zentralismus betrifft, da freilich habe ich inzwischen vor allem dank des ja erst nach meinem Buch erschienenen Werks Carl Amerys und Jona Friedmans manches hinzugelernt und meinen Standpunkt modifiziert.“ (Konkret 7, 1979, S. 41)Google Scholar
  15. 15.
    a.a.O. S. 343.Google Scholar
  16. 16.
    Gruhl deutet diesen Zusammenhang nur flüchtig an: „Sicher aber ist, daß der materielle Besitzstand der Menschen auf niedrigerem Niveau in einer bedeutend geringeren Bandbreite varüeren wird, als das heute der Fall ist.“ (a.a.O. S. 342)Google Scholar
  17. 17.
    Vgl. E. F. Schumacher, Small is beautiful. A Study of Economics as if People Mattered, London 1973.Google Scholar
  18. 18.
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  20. 20.
    Vgl. Friedrich Engels, Dialektik der Natur, MEW 20, S. 452: „Schmeicheln wir uns indes nicht zu sehr mit unseren menschlichen Siegen über die Natur. Für jeden solchen Sieg rächt sie sich an uns. Jeder hat in erster Linie zwar die Folgen, auf die wir gerechnet, aber in zweiter und dritter Linie hat er ganz andere, unvorhergesehene Wirkungen, die nur zu oft jene ersten Folgen wieder aufheben. Die Leute, die in Mesopotamien, Griechenland, Kleinasien und anderswo die Wälder ausrotteten, um urbares Land zu gewinnen, träumten nicht, daß sie damit den Grund zur jetztigen Verödung jener Länder legten, indem sie ihnen mit den Wäldern die Ansammlungszentren und Behälter der Feuchtigkeit entzogen.“Google Scholar
  21. 21.
    So z. B. Kapital I, MEW 23, S. 58: „Arbeit ist also nicht die einzige Quelle der von ihr produzierten Gebrauchswerte, des stofflichen Reichtums. Die Arbeit ist sein Vater, wie William Petty sagt, und die Erde seine Mutter.“ Im selben Sinne: Zur Kritik der Politischen Ökonomie, MEW 13. S. 23, und: Kritik des Gothaer Programms, MEW 19, S. 15.Google Scholar
  22. 22.
    Vgl. Ernst Bloch, Das Prinzip Hoffnung, Leipzig und Frankfurt/M. 1959, in der 6. Auflage Frankfurt/M. 1979 vor allem Bd. 2, S. 802 f. Zur aktuellen Diskussion dieser Frage vgl. Marxismus und Naturbeherrschung. Beiträge zu den Ernst-Bloch-Tagen, Tübingen 1978.Google Scholar
  23. 23.
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  24. 24.
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  25. 25.
    André Gorz, Ökologie und Politik, Reinbek 1977, S. 134.Google Scholar
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  28. 28.
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  30. 30.
    Zur Kritik des Konzepts der post-industriellen Dienstleistungsgesellschaft vgl. J. I. Gershuny, Post-Industrial Society. The Myth of the Service Economy, in: Futures, April 1978, und Ivan Illich u. a., Entmündigung durch Experten. Zur Kritik der Dienstleistungsberufe, Reinbek 1979.Google Scholar
  31. 31.
    Gerd-Klaus Kaltenbrunner, Einkitung zu ‚Auf der Suche nach einer neuen Vollbeschäftigung‘, München 1979, S. 15.Google Scholar
  32. 32.
    Gartner/Riessman, a.a.O. S. 55.Google Scholar
  33. 33.
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  34. 34.
    Vgl. Gösta Ehrensvärd, Nach uns die Steinzeit, München 1973.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1981

Authors and Affiliations

  • Johano Strasser
  • Klaus Traube

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