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Die utopische Liebe als Realität der Gegenwart — zu zwei Romanen von Orwell und Huxley

  • Erik Grawert-May

Zusammenfassung

Leben wir im Orwellschen Jahrzehnt oder in der schönen neuen Welt von Huxley? Manche Referenten der Berliner Hochschultage entschieden sich eher für Orwell (Weizenbaum, Steinmüller), manche für Huxley: Traube und Beckurts, wobei Traube bemerkte, daß die durchtechnisierte Welt von heute wie in der Brave New World ohne einen Diktator, sei es Hitler oder Stalin, auskomme. Wenn man bedenkt, daß der Große Bruder außer auf Plakaten nie wirklich gesehen worden ist, daß es ihn also als leibliche Gestalt gar nicht gegeben hat, dann nähert sich der Roman 1984 dem der Brave New World an, und man könnte von einer gewissen Überschneidung der Interpretationen seitens der einzelnen Referenten sprechen. — In diesem Beitrag wird versucht, die Ambivalenz der Utopien von Orwell und Huxley, die sich unter anderem in jener Überschneidung andeutet, schärfer herauszuarbeiten. Dabei steht nicht das viel diskutierte Problem von Überwachung und Eugenik im Vordergrund, sondern die Liebesgeschichte der jeweiligen Hauptpersonen. Im ersten Teil werden die Beziehungen zwischen Winston und Julia (1984) sowie die von Michel und Lenina (Schöne Neue Welt) dargestellt (I); ein Kommentar dazu folgt im zweiten (II).

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Anmerkungen

  1. 1.
    George Orwell, 1984, (1950) Zürich 197422, 1. Teil, 6. Kapitel, S. 62 (im folgenden: I/6, 62)Google Scholar
  2. 2.
    Aldous Huxley, Schöne Neue Welt, (1932) Frankfurt/Main 1980, 1. Kapitel, S. 17 ff. (im folgenden: 1, 17 ff.)Google Scholar
  3. 3.
    Ernst Bloch, Das Prinzip Hoffnung, 1. Bd., (1959) Frankfurt/Main 1973 1, S. 511Google Scholar
  4. 4.
    Sigmund Freud, Massenpsychologie und Ich-Analyse, in: Gesammelte Werke, Bd. XIII, London 1940, Abschnitt XII D, S. 157 ff.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1981

Authors and Affiliations

  • Erik Grawert-May

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