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Wissenschaft und Technik und das Problem der Moral

  • Helmut König
  • Bodo von Greiff

Zusammenfassung

Moralisches Argumentieren antwortet primär auf die Erfahrung eines realen oder drohenden Verlustes: Konservative beklagen den Verlust der „Werte“, des „Sinns“ und der „Normen“. Es gehört schon zum Muster frühbürgerlicher Gegenaufklärung, den Anspruch auf unbedingtes Glück durch Berufung auf angeblich höhere Werte wie Fügsamkeit, Disziplin, Selbstbescheidung und aufopferndes Dienen zu bekampfen und umzulenken. In der Wissenschaft gibt es das Moralproblem, seit erkennbar wurde, daß die instrumentelle Vernunft nicht fraglos Mittel für die Realisierung von Freiheit und Glück hervorbringt, sondern auch und vor allem Mittel der Vernichtung. Bis zur Produktion der Kernspaltung schien Wissenschaft fast jenseits von gut und böse zu stehen, nur dem Fortschritt und der Wahrheit verpflichtet. Gerade darin lag und liegt ihre Faszination, ihr Heilsversprechen. Heute dagegen geht es nicht mehr um die harmlose, dem 19. Jahrhundert zugehörige Frage nach den falschen oder richtigen Händen, die die „neutralen“ Mittel zum Wohl oder Wehe der Menschen anwenden, — die wissenschaftlich produzierten Mittel sind keine Mittel, sondern bereits realisierte Zwecke. Für Atom-und Wasserstoffbomben gibt es keine richtigen Hände. Und die Sozialisten und die Moral? Für Marx war der Sozialismus keine Frage des Sollens, keine ethische Maxime — Moral gehörte zum „Elend der Philosophie“ — sondern Resultat der objektiven Entwicklung.

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1981

Authors and Affiliations

  • Helmut König
  • Bodo von Greiff

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