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Die „Stunde Null“ und das kulturelle Erbe 1945 — Kontinuität oder Bruch?

  • Wolfgang Horn

Zusammenfassung

Die bedingungslose Kapitulation des deutschen Staates schuf 1945 formale Voraussetzungen für jenen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Neubeginn, der angesichts der Zerstörung unausweichlich schien und in der Literatur häufig mit dem Begriff einer „Stunde Null“ umschrieben wurde.6 8 6 Der Realitätsgehalt dieser „Stunde Null“ erscheint aber angesichts der Quellen und Darstellungen keineswegs unumstritten — sowohl bei politisch-gesellschaftlichen, als auch bei kulturellen Entwicklungen.6 8 7 „Trotz der empfindlichen durch die Militärregierung verfügten Beschränkungen des politischen Lebens sind die traditionellen Konflikte, die die deutsche Gesellschaft kennzeichneten, wieder hervorgebrochen …“ resümierte der amerikanische Geheimdienst in einer Studie über die Erneuerung des politischen Lebens in Deutschland im Januar 19466 8 8 und ließ damit schon zu diesem frühen Zeitpunkt die Substanz eines radikalen Wandels zumindest fragwürdig werden. Für die Untersuchung eines politischen Teilaspekts der Nachkriegszeit, der Kulturpolitik in Düsseldorf, bedeutet diese unterschiedliche Kontinuitätseinschätzung der Jahre nach 1945 konkret überprüfbare Fragestellungen: Welche Elemente eines Bruchs lassen sich nachweisen, welche deuten dagegen eher auf Kontinuität hin? Welche Rolle spielte dabei die örtliche Militärregierung mit ihren Anweisungen? Über die Darstellung konkreter Veränderungen oder Kontinuitäten hinaus interessieren die potentiell langfristig wirkenden Traditionen und ihre Konsequenzen für die Kulturpolitik nach dem Zweiten Weltkrieg.

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© Leske Verlag + Budrich GmbH 1981

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  • Wolfgang Horn

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