Advertisement

Sozialplanung in der Großstadt

Das Beispiel Planung für ältere Menschen in München
  • Petra Schmid-Urban
  • Josef Tress
Chapter
  • 25 Downloads

Zusammenfassung

Die Darstellung eines über ein Jahrzehnt dauernden Planungsprozesses bringt i. d. R. mit sich, daß ein Teil der Darstellung aus Dokumentenanalyse, Interviews und verstehendem Nachvollziehen von damals stattgefundenen Kommunikationsprozessen besteht. Der Nachteil, daß frühe Phasen des Planungsprozesses nicht aus unmittelbarer Erfahrung beschrieben werden können, wird aber aufgewogen durch den Vorteil, aus der Warte des Beobachters, aus der quasi „unbeteiligten“ Rekonstruktion weniger leicht der Mystifizierung zu verfallen. Der Mvstifizierung nämlich, daß die eigene konkrete, praktische Planung doch zwangsläufig Konsequenz theoretischer und quasi wissenschaftlicher Abstraktion sei und nicht auch das Produkt sozialer Prozesse, politischer Machtausübung und individueller Eigenheiten ist. Der Idealtyp des rational entscheidenden Menschen, die nach optimierenden Grundsätzen ablaufenden Entscheidungsprozesse, mögen zeitweise und sektoral auffindbar sein, politische Planung, und nichts anderes ist kommunale Sozialplanung in weiten Bereichen, wird derartige Prozesse im Regelfall nur andeutungsweise produzieren. Die Perspektive „Planung von Innen“ darzustellen, muß auch eine Tatsache aufzeigen, der bei der Darstellung von Planungsverläufen generell wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird, nämlich wie stark Planungen und Planungsprozesse durch die jeweils handelnden Personen (Planer) und deren diesbezügliches Engagement geprägt und teilweise nur daraus erklärbar sind. Es ist versucht worden, dieses gerade für die früheren Phasen des Planungsprozesses zu verdeutlichen.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Anmerkungen

  1. 1.
    Zur Terminiologie: Ein Referat bezeichnet eine sachlich abgrenzbare Verwaltungseinheit und entspricht dem in anderen Kommunen üblichen Begriff des Dezernats bzw. des Senats in den Stadtstaaten. Der Leiter eines Referates (Referent) ist hauptberuflicher Stadtrat und wird jeweils auf 6 Jahre gewählt.Google Scholar
  2. 2.
    Zitat aus einer Aktennotiz vom 11.10.1967.Google Scholar
  3. 3.
    Brief des Sozialreferates an das Investitionsplanungs-und Olympiaamt vom 02.11.1967.Google Scholar
  4. 4.
    Antrag Nr. 239 der CSU-Fraktion, Münchner Altenplan, Beschluß der Vollversammlung des Stadtrates vom 02.12.1970.Google Scholar
  5. 5.
    Antrag Nr. 259 der SPD-Fraktion vom 14.12.1970, Errichtung von Altenbeiräten in den städt. Altenheimen, Beschluß der Vollversammlung des Stadtrates vom 14.07.1971.Google Scholar
  6. 6.
    Aus der Bekanntgabe in der Vollversammlung des Stadtrates vom 05.05.1971.Google Scholar
  7. 7.
    Problemstudie, Seite I-A, 3/2.Google Scholar
  8. 8.
    Beschluß des Stadtentwicklungs-und Stadtplanungsausschusses und des Sozialausschusses vom 19.12.1972, Seite 8f.Google Scholar
  9. 9.
    Vgl. Problemstudie. Beschlußtext vom 19.12.1972, Seite 13 f.Google Scholar
  10. 10.
    Vgl. Problemstudie. Beschlußtext … Seite 17 f.Google Scholar
  11. 11.
    Die Bezirksausschüsse in München sind den Stadtrat beratende, nach politischen Poporz zusammengesetzte Gremien auf Stadtbezirksebene. Sie sollen eine bürgernahe Vertretung der stadtteilspezifischen Probleme gegenüber dem Stadtrat und der Verwaltung gewährleisten.Google Scholar
  12. 12.
    Diese Aufgaben konnte das neue Referat nie zufriedenstellend lösen, da insbesondere ab Mitte der 70er Jahre der politische Wille fehlte, die Ressorts zu überwinden. Auch wurde zunehmend deutlich, daß die gesamtgesellschaftlihen Entwicklungen, die ihre Brennpunkte stets in Ballungszentren haben, allein auf kommunaler Ebene schwerlich zu bewältigen waren.Google Scholar
  13. 13.
    Die Tatsache, daß die Verbände einen Mitarbeiter mit Teilen seiner Arbeitszeit für die Planungsaufgaben betrauten, wurde bei der Zuschußvergabe entsprechend berücksichtigt. Das Modell des AK fand auch in anderen Teilen der BRD Beachtung, als sinnvolle, Möglichkeit, Planungen im Sozialbereich zu qualifizieren und koordinierend aufeinander abzustimmen.Google Scholar
  14. 14.
    Hrsg.: LHM, Konzeption für den Ausbau eines Netzes von AuSZ München 1979.Google Scholar
  15. 15.
    In sehr dünn besiedelten Außenbereichen ergaben sich u.U. Abweichungen nach oben. Die Einwohnerzahl bzw. der Größe der Zielgruppe wurde bei der Abgrenzung der Planungsbereiche nachrangige Bedeutung eingeräumt, weil hierauf mit der Größe der Einrichtung relativ flexibel reagiert werden konnte.Google Scholar
  16. 16.
    Mit derartigen „sozialen Indikatoren“ wurde bereits beim Kommunalen Jugendplan/ Detailplan Kinder-und Jugendfreizeitstätten, Jugendzentren; örtliche Versorgungssituation und Bedarfsermittlung, München 1977, und beim Kindergarten-und Vorschulentwicklungsplan II der LHM 1974 gearbeitet.Google Scholar
  17. 17.
    In das Planungsreferat wurde das ursprüngliche eigenständige Stadtentwicklungsreferat als eine Abteilung integriert.Google Scholar

Zeittafel

  1. Oktober 1967 Erfolglose Kontaktaufnahme des Investitionsplanungs-und Olympiaamtes mit dem Sozialreferat zur grundsätzlichen Analyse des AltenproblemsGoogle Scholar
  2. März 1969 Bayerischer Landesplan für AltenhilfeGoogle Scholar
  3. Februar 1970 Bildung des Referates für Stadtforschung und Stadtentwicklung; Auflösung des Investitionsplanungs-und OlympiaamtesGoogle Scholar
  4. Sommer 1970 Wiederaufnahme von Vorarbeiten zum Altenplan durch Sozialreferat und StadtentwicklungsreferatGoogle Scholar
  5. Dezember 1970 Auftrag des Stadtrates an die Stadtverwaltung — Sozialreferat einen Altenplan zu erstellenGoogle Scholar
  6. Mai 1971 Zwischenbericht über die Arbeiten zum Altenplan — Bekanntgabe im StadtratGoogle Scholar
  7. Januar 1973 Beschluß der „Problemstudie zur Situation alter Menschen in München“Google Scholar
  8. Oktober 1973 Einrichtung des Sachgebietes Gerontologie im SozialreferatGoogle Scholar
  9. September 1973 Studienreise des Sozialausschusses nach Dänemark und SchwedenGoogle Scholar
  10. Juli 1974 Errichtung einer Grundsatz-und Planungsabteilung im Sozialreferat, in die die ehemaligen Bereiche Grundsatzfragen und Gerontologie einbezogen wurdenGoogle Scholar
  11. September 1974 Antrag auf Erstellung einer Standortuntersuchung; Ablehnung durch den OberbürgermeisterGoogle Scholar
  12. Juli 1975 Beschluß des Stadtentwicklungsplanes 1975Google Scholar
  13. September 1976 Beschlußfassung über StandortuntersuchungGoogle Scholar
  14. Dezember 1977 Vorlage der StandortuntersuchungGoogle Scholar
  15. Mai 1979 Beschiußfassung über die Konzeptionen Ausbau eines Netzes von Alten-und Service-Zentren (AuSZ)Google Scholar
  16. August 1979 Auflösung des eigenständigen Stadtentwicklungsreferats und Eingliederung der Stadtentwicklungsplanung als Abteilung in das PlanungsreferatGoogle Scholar
  17. Juli 1980 Beschiußfassung über Vergabe von Trägerschaften und Standorten von AuSZGoogle Scholar
  18. Februar 1981 Auflösung der Grundsatz-und Planungsabteilung in einzelne reduzierte Sachgebiete „Problembezogene Sozialplanung“, „Raumbezogene Sozialplanung“, „Gerontologie“Google Scholar
  19. März 1982 Beschiußfassung über den Stopp des weiteren Ausbaus von AuSZ sowie Untersuchung.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1984

Authors and Affiliations

  • Petra Schmid-Urban
  • Josef Tress

There are no affiliations available

Personalised recommendations