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Erste Ankunft im Südwesten

  • René König

Zusammenfassung

Als ich mit meiner Frau im Februar 1953 auf einer kleinen lokalen Fluglinie der Rocky Mountains, von Denver (Colorado) herkommend, über Alamosa und Durango in Farmington (New Mexico) landete, da war es mir keineswegs klar, daß ich eines Tages ein Buch über die Erfahrungen schreiben sollte, die damals noch vor mir lagen. Dabei waren die Umstände, die mich dahin gebracht hatten, recht außergewöhnlich, selbst wenn sie mit meinen beruflichen Fachinteressen engstens zusammenhingen. Begonnen hatte alles kurz nach Neujahr 1953 im Hause meines Freundes Bryce Ryan in Ithaca, N.Y., heute University of Miami in Coral Gables, Florida, wo ich eine heitere Abendgesellschaft im Kreise von Anthropologen der Cornell University verbrachte. Anwesend waren Alexander H. Leighton, Allan R. Holmberg, Morris Opler und John Adair. Der Kreis war für mich nichts Ungewöhnliches, da ich schon viel früher durch meinen Lehrer Richard Thurnwald in Berlin in die Arbeit der amerikanischen Kulturanthropologen eingeführt worden war, wie z. B. Franz Boas, Alfred L. Kroeber, Robert Lowie, Ralph Linton und später Clyde Kluckhohn, die jetzt gerade auf dem Höhepunkt ihrer wissenschaftlichen Laufbahn standen. Wir sprachen unter anderem von dem sogenannten Ramah-Projekt 1 in New Mexico, das sich damals speziell mit wertvergleichenden Studien befaßte, die vor allem von der Harvard University ausstrahlten, wo Kluckhohn kurz vorher mit anderen das Department of Human Relations (1946) begründet hatte, das Soziologie, Psychologie und Kulturanthropologie zusammenschloß. Wahrscheinlich war dies der glücklichste Moment der anthropologischen Forschung in den Vereinigten Staaten, den sie seither nie wieder erreicht hat. Ende 1953 schon starb Ralph Linton, zweifellos der Bedeutendste von allen, andere folgten bald 2.

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Note

  1. 1.
    Siehe dazu Clyde Kluckhohn, The Ramah Project, Harvard 1949; Evon Z. Vogt und Ethel M. Albert, A Study of Values in Five Cultures, Cambridge, Mass. 1966.Google Scholar
  2. 2.
    Franz Boas (1858–1942); Alfred L. Kroeber (1876–1960); Ralph Linton (1883–1953); Robert Lowie (1883–1960); Clyde Kluckhohn (1905–1960).Google Scholar
  3. 3.
    Über Old Oraibi siehe Mischa Titiev, »Old Oraib«, in: Papers of the Pea-body Museum of American Archaeology and Ethnology 22 (1944); über die Hopi siehe Fred Eggan, Social Organization of the Western Pueblos, Chicago 1950, und Laura Thompson und Alice Joseph, The Hopi Way, Chicago 1944; über Moenkopi siehe Shuichi Nagata, Modern Transformations of Moenkopi Pueblo, Urbana-Chicago-London 1970, ebenso Frank Waters, Book of the Hopis, New York 1963, Ballantine Books, New York 1969.Google Scholar
  4. 4.
    F. Waters, a.a.O., S. 394/95.Google Scholar
  5. 5.
    Siehe dazu Alexander H. Leighton und Dorothea C. Leighton, The Navajo Door, Cambridge, Mass., 1944; John Adair und Kurt W. Deuschle, The People’s Health. Anthropology and Medicine in a Navajo Community, New York 1970, Kap. 3.Google Scholar
  6. 6.
    Vine Deloria, Jr., Custer Died for your Sins. An Indian Manifesto, New York 1969, Avon Book 1970, Kap. 4: »Anthropologists and Other Friends.«Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1973

Authors and Affiliations

  • René König

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