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Ingenieure in der IG Metall — zwischen gewerkschaftlicher Schutz- und Technikgestaltungspolitik

  • Birgit Volmerg

Zusammenfassung

Nach der ersten großen Automationsdebatte (Pollock, 1956, 1964), die in der Phase des allgemeinen Wirtschaftswachstums versandete, begann eine neue Diskussion um Werte und Ziele im Zusammenhang mit Technikentwicklung innerhalb der DGB-Gewerkschaften erst wieder in den 80er Jahren. Solange ein stillschweigender gesellschaftlicher Konsens darüber bestand, daß die Errungenschaften des technischen Fortschritts bloß eine Verteilungsfrage auf werfen, konnten sich die Gewerkschaften auf Lohnkämpfe um die durch den Produktivitätsanstieg erzielten Gewinne konzentrieren. Die schon immer im Zuge technischer und arbeitsorganisatorischer Rationalisierung auftretenden negativen Folgen für die Beschäftigten sollten flankierend mit Hilfe spezifischer Schutzabkommen, Arbeitsregelungen und Maßnahmen zur sozialen Abfederung begrenzt bzw. materiell kompensiert werden. Im traditionellen gewerkschaftlichen Politikverständnis stand dabei die Frage, zu welchem Lohn wird etwas produziert, stets an erster Stelle.1

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References

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Authors and Affiliations

  • Birgit Volmerg

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